Damit hatte niemand gerechnet! Aus dem erwarteten Sieg des im Besitz von Simon Springer stehenden 18:10-Favoriten Dabirsim in der Poule d’Essai des Poulains, am Sonntag in Longchamp wurde nichts.
In einem dramatischen Finish, in dem Gestüt Winterhauchs Amaron sich bärenstark verkaufte, wurde der Hat Trick-Sohn am Ende nur Sechster.
Ein Super-Rennen lief dagegen der von Andreas Löwe für das Gestüt Winterhauch trainierte Amaron (Foto ganz links), denn der Shamardal-Sohn (310:10) mischte unter Davy Bonilla bis zuletzt mit und war im Ziel als Vierter nur knapp geschlagen.
Für die Sensation sorgte der eigens von Simon Springer als Pacemaker für Dabirsim gepachtete Veneto (Thierry Thulliez), denn der Schützling von Bruno de Montzey hielt an der Spitze als Riesenaußenseiter bis zuletzt stand und sah sogar lange wie der Sieger aus. Im Ziel war dann aber doch noch ein Pferd schneller.
Das war der von Francois Rohaut trainierte Turtle Bowl-Sohn Lucayan, der unter Stephane Pasquier am Ende Flügel bekam und seinen ersten Start auf Gruppe-Parkett (er hatte zuletzt ein Listenrennen in Toulouse gewonnen) gleich in einen Sieg ummünzte.
Auch Lucayan zählte mit einer Quote von 280:10 zu den Außenseitern. Und nachdem die Pferde über die Ziellinie kamen, beschäftigte sich auch noch die Rennleitung mit dem Finish, denn es war zwischen den vielen Endkampfteilnehmern teilweise auch sehr eng geworden.
Amaron wäre um ein Haar sogar Dritter geworden, erst nach Zielfotoentscheid war klar, dass der von Aidan O’Brien trainierte Furner’s Green auf der Linie minimal vor ihm war. Doch für diesen endete das Rennen tödlich, denn wenige Meter nach dem Ziel brach er sich ein Vorderbein und war nicht mehr zu retten.
Und Dabirsim? Der Championzweijährige des vergangenen Jahres hatte unterwegs an etwa fünfter Stelle gelegen, vorne machten sein Pacemaker Veneto und der zweite O’Brien-Vertreter Vault richtig Dampf. Davy Bonilla hatte Amaron an der Innenseite als Dritter gleich eine gute Position gesichert.
In der langen Zielgeraden ließ Vault gleich nach, was man von Veneto allerdings überhaupt nicht behaupten konnte. Er stiefelte an der Spitze immer weiter, wehrte die von allen seiten kommenden Angriffe zunächst ab.
Dabirsim tat sich für einen Moment ganz schwer, dann fand auch er einen höheren Gang, doch keinen so hohen, dass die Gegner von ihm hätten überlaufen werden können. Allerdings hatte der Hat Trick-Sohn auch nicht das beste Rennen, hatte wenig Platz zur Entfaltung im Finish.
Das tat Lucayan, der spät eine Lücke fand, wie auch Furner’s Green enorm stark endete. Auf der Ziellinie war es so eng wie selten zuvor in einem solchen Rennen. Kurzer Hals, kurzer Hals, Nase, kurzer Hals, kurzer Hals. Das waren die Abstände zwischen den ersten sechs Pferden, und auch der Rest war nicht weit weg.
6.816:10 zahlte die Zweierwette am PMU-Totalisator. Und die Dreierwette wurde bei PMU in der richtigen Reihenfolge gar nicht getroffen.
‚Wir sind sehr stolz auf die Leistung von Amaron, der riesig gekämpft hat und sich erstklassig verkauft hat‘, so ein erfreuter Trainer Andreas Löwe, der natürlich vor Ort in Paris weilte.
‚Amaron ist gigantisch gelaufen und ich bin sicher, dass er auch über noch etwas weitere Distanz kommt. Die 2100 Meter im Französischen Derby sollten drin sein‘, stellte auch Jockey Davy Bonilla Deutschlands aktuell bestem dreijährigem Rennpferd ein erstklassiges Zeugnis aus.
Bitter war das Ergebnis nur für die zahlreichen Amaron-Wetter. Der Hengst notierte am Longchamp-Toto über 300:10, auf Platz hätte er über 60:10 bezahlt. Nur eine Nase verhinderte Platz drei. Mehr Glück hatten die Wetter der Spezialwette bei RaceBets.com. Hier wurde für 40:10 angeboten, dass Amaron unter den ersten fünf landet.












