Weniger als eine Woche bis zum wichtigsten Rennen Englands. Weniger als eine Woche bis zum wichtigsten Derby der Welt. Das Epsom Derby rückt unaufhaltsam näher. Und dank Sheikh Fahad Al Thani in diesem Jahr erstmals mit einem in Deutschland trainiertem Pferd. Für satte 75.000 Pfund nennt der Sheikh Chopin für das Gruppe I-Rennen nach.
Und so langsam aber sicher kennt man in England den Namen Chopin. Die englischen Buchmacher eröffneten den Santiago-Sohn in ihren Derbymärkten durch die Bank mit konservativen 200:10. Die gibt es schon lange nicht mehr. Bei einigen Bookies der Insel gibt es nur noch zweistellige Odds auf die Deutschland-Hoffnung. Der Name Chopin ist kein Unbekannter mehr.
Auch bei RaceBets.com gibt es nur noch 100:10. Mit 350:10 gab es beim offiziellen Wettanbieter des deutschen Rennsports unmittelbar nach der Nachricht, dass Chopin ins Epsom Derby gehen würde, den mit Abstand höchsten Kurs Europas (Zum Langzeitmarkt).
„Der Grund für den hohen Kurs auf Chopin lag weniger an seiner Klasse, als vielmehr der Frage nach dem Stehvermögen des Pferdes“, heißt es von RaceBets-Seite.
Und diese Frage stellen sich einige Insider der Szene. GaloppOnline.de fragte Rüdiger Alles, ob Chopin denn nun steht, oder nicht. Alles ist einer der größten Insider des Rennsports und der erfolgreichste Agent der letzten Jahrzehnte, kaufte Superstars wie Manduro, Soldier Hollow, Tiger Hill oder die Legende Monsun.
„Chopin war in Krefeld überragend. Das steht außer Frage. Doch was war diese Form wert? Wurde diese Leistung durch das gute Laufen von Global Bang in den 2000 Guineas noch aufgewertet? Das ist zumindest fraglich, zeigte der Mehl-Mülhens-Sieger vorher keine einzige Form gezeigt, die auf einen klassischen Erfolg hinwies.‘
‚Auch bei den anderen ausländischen Startern war auffällig, dass diese von Jockeys der zweiten oder sogar dritten Kategorie in England geritten wurden. Ausnahme war der Godolphin-Vertreter Tawhid. Ich bin also noch skeptisch, was die Form in Krefeld überhaupt wert war“, so Alles.
Dieser weiter: „Das Epsom Derby ist ein sehr schweres Rennen mit einer extrem schweren Kursführung. Hier ist richtiges Stehvermögen verlangt. Alle Beteiligten des Chopin-Teams schwören auf sein Stehvermögen. Mein Bauchgefühl sagt mir allerdings anderes.‘
‚In seiner Mutterlinie in der 4. Generation findet man erstklassige Sieger wie Hector Protector oder Bosra Sham, die über Distanzen zwischen 1600 bis 2000 Meter gewonnen haben.“












