Zum dritten Mal innerhalb von 72 Stunden durfte Turfdeutschland am Freitag jubeln. Nach dem Sieg von Manduro und Platz drei von Le Miracle machte Mi Emma das „Ascot-Treppchen“ rund. Platz zwei in den Coronation Stakes!
Platz zwei vor Super-Stuten wie Finsceal Beo und Darjina. Mi Emma bestätigte somit ihren überlegenen Sieg in den 1000 Guineas, etablierte sich auch in der Meilenelite Europas!
Um den Sieg kämpfte Mi Emma (Foto Dritte von rechts) dann letztendlich aber doch nicht ganz mit. Die Coronation Stakes wurden zu einer One Horse Show, deren Hauptprotagonistin Indian Ink hieß. Als Richard Hughes Mitte der Geraden auf der Indian Ridge-Tochter auf den Knopf drückte, sprintete diese der Konkurrenz auf und davon, brachte im Ziel sechs Längen zwischen sich und die Konkurrenz.
Hinter ihr rettete Mi Emma das zweite Geld (knapp 80.000 Euro), kämpfte auf den letzten Metern tapfer gegen eine immer besser auf Touren kommende Darjina (Foto ganz links). Erst als Achte kam Finsceal Beo (Foto rechts) über die Linie, der das Wetter einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht hatte.
Das Mi Emma-Team bekam rechtzeitig Hilfe von ganz oben. Unmittelbar nach dem ersten Rennen begann es in England in Strömen zu regnen. Gift für die amerikanisch gezogene Finsceal Beo. Und eigentlich auch Gift für Darjina, eine Zamindar-Tochter aus einer Zilzal-Mutter (beides Hengste die in erster Linie Pferde für schnellen Boden liefern).
Der Regen machte Mi Emma sogar zur Favoritin. Sie haben richtig gelesen: Die Deutsche 1000 Guineas-Siegerin notierte am Royal Ascot-Toto für einige Minuten kurz vor dem Start kürzer als die Doppel Guineas-Siegerin Finsceal Beo und die French 1000 Guineas-Heldin Darjina!
Bis auf 43:10 hatte England Mi Emma am Ende heruntergewettet, genauso hoch stand Finsceal Beo als sich die Boxen an der 1600 Meter-Marke öffneten. Auf Platz zahlte die Darboven-Stute 17:10.
Aus Box 1 von ganz außen brachte Eduardo Pedroza Mi Emma direkt in eine gute Position, galoppierte zunächst an dritter Stelle des Dreizehner-Feldes. Diese Position übernahm dann schnell Christophe Soumillon auf Darjina, an dessen Fersen sich Pedroza heftete. Vorne sorgten Cherry Hinton und Scarlet Runner für ordentliches Tempo. Finsceal Beo folgte an sechster, siebter Stelle, und machte bis in den Einlauf einen hervorragenden Eindruck.
Als Eduardo Pedroza auf Mi Emma und Christophe Soumillon auf Darjina im Einlauf schon reiten mussten, saß Kevin Manning auf Finsceal Beo noch ganz still. Es sah so aus, als müsste der Ire auf der Doppel Guineas-Heldin nur noch den Turbo zünden. Doch als er das tat, kam nichts.
Anders bei Indian Ink, die Mitte der Geraden an der Außenseite unwiderstehlich anzog und bereits 300 Meter vor der Linie als Siegerin feststand. Indian Ink war beim letzten Start 5 ½ Längen hinter Finsceal Beo als Fünfte in den 1000 Guineas in Newmarket über die Linie gekommen.
Mi Emma kämpfte nach einem optimalen Rennen im Pulk weiter, hielt den Angriffen von rechts und links tapfer stand und holte sich nach ihrem Gruppe II-Sieg eine nun so wichtige Gruppe I-Platzierung für die Zucht. Einen Kopf hinter ihr landete Darjina, eine Länge dahinter Arch Swing.
Nach Crimplene, Banks Hill, Sophisticat, Russian Rhythm, Attraction, Maids Causeway und Nannina wurde Indian Ink zur achten Coronation Stakes-Siegerin in diesem Jahrtausend und zur überlegensten aller Siegerinnen, seitdem das Rennen Gruppe I-Status besitzt. Auf Sieg zahlte die von Richard Hannon trainierte Stute 90:10.
Mi Emma hatte versucht auf den Spuren von Crimplene zu wandeln. Dieser gelang es im Jahr 2000 zunächst die Guineas in Düsseldorf und danach die Coronation Stakes zu gewinnen. Gleiches hatten in den letzten Jahren bereits Diacada (8.) und Lolita (11.) erfolglos versucht.
Das machte Mi Emma nun deutlich besser – GaloppOnline.de gratuliert dem gesamten Wöhler-Team zu dieser Leistung!











