„Eigentlich wissen wir noch gar nicht so richtig, was Lucas Cranach imstande ist zu leisten und wo wir aktuell mit ihm stehen“, sagt der Düsseldorfer Trainer Sascha Smrczek. Dass diese Aussage von zwei Seiten zu beleuchten ist, dürfte wohl klar sein. Denn wenn man den Werdegang des Vierjährigen einmal genauer unter die Lupe nimmt, dann wird klar, dass Smrczek zumindest ein bisschen mit seiner Unwissenheit kokettiert.
Natürlich weiß er, dass der Mamool-Sohn ein ganz starker Galopper ist, sonst würde er nicht nach fünf Starts vier Siege zu Buche stehen haben. In der letzten Saison blieb er vier Mal ungeschlagen, nur zweijährig war er einmal am Ablauf und offenbar noch nicht soweit, es mit sicher überdurchschnittlich guter Konkurrenz aufzunehmen.
Beim letzten Start 2010 avancierte der große Hengst sogar zum Listensieger in Frankreich. Das Ende der Fahnenstange muss man noch nicht gesehen haben. Und genau das meint wohl auch der sympathische Trainer aus der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens. Am Donnerstagnachmittag dürfte er schlauer sein. Denn der frisch gekürte Galopper des Jahres der Stadt Düsseldorf tritt im Prix d‘Hedouville auf Gruppe III-Level an.
Es dürfte die bislang wohl schwerste Aufgabe für den Vierjährigen sein, der gegen sieben Kandidaten im Test auf der 2400-Meter-Distanz engagiert ist. Denn mit Wiener Walzer stellt sich der Deutsche Derbysiegers des Jahres 2009 in den Weg. Der Schlenderhaner Dynaformer-Sohn entwickelte im letzten Jahr nicht unbedingt viel Fortune und blieb unter der Regie von Jens Hirschberger sieglos.
Das Schlenderhaner Team überstellte den Hengst für die neue Rennzeit zu Andre Fabre nach Frankreich, doch das Saisondebüt im Prix d’Harcourt war noch nicht ganz das Gelbe vom Ei. Insofern wird auf Maxime Guyon, der am Donnerstag für Andre Fabre in den Sattel steigt, schon eine Art Bewährungsprobe zukommen. Er und Wiener Walzer müssen jetzt Farbe bekennen und endlich wieder eine Spitzenleistung zeigen.
Watar und Celtic Celeb sind sicher keine Gegner von Pappe, doch ein Wiener Walzer in Bestform sollte in der Lage sein, diese ausgewiesenen Gruppepferde in Schach zu halten. Freddie Head hat allerdings schon gute Form vorzuweisen, der Coach von Watar siegte noch am letzten Wochenende im „Ganay“ auf Gruppe II-Level mit Rajsaman.
Zu starke Gegnerschaft wartet auf Wiener Walzer eigentlich nicht. Um 15:50 Uhr deutscher Zeit ist es soweit, die Boxen werden sich zum Gruppetest öffnen, nach 2,4 Kilometern wird ein Preisgeld in Höhe von 80.000 Euro verteilt werden. Wiener Walzer dürfte seinen geliebten guten Boden antreffen (Zum Langzeitmarkt).
Und zu welchen Taten Lucas Cranach fähig ist, dürfte ebenfalls gegen 16.00 Uhr am Donnerstag klar sein, Sascha Smrczek nimmt den Druck der großen Erwartungshaltung ein bisschen heraus, wenn er sagt: „Irgendwo müssen wir ja anfangen, ich gehe vorsichtig optimistisch ins Rennen und lasse alles auf mich zukommen.“









