12 Jahre nach Pilsudski! Stoutes Conduit gewinnt den Turf

1996 war Sir Michael Stoute mit Pilsudski und Singspiel eins-zwei im Breeders‘ Cup Turf. Zwölf Jahre später gewann der englische Klassetrainer mit dem Dreijährigen Conduit erneut das wichtigste Grasbahnrennen beim Breeders‘ Cup-Meeting. Und wie damals trug der Sieger die hellblauen Farben des Ballymacoll Stud von Lord Weinstock.

Nach einem Wahnsinnsritt von Ryan Moore fing der englische Leger-Sieger, der als 68:10-Mitfavorit angetreten war, den schon wie der Sieger aussehenden De Kock-Schützling Eagle Mountain noch ab. Schon deutlicher zurück folgten der Außenseiter Dancing Forever als bestes amerikanisches Pferd, und Aidan O’Briens Favorit Soldier of Fortune als Vierter. Beide waren nur durch das Zielfoto zu trennen.

Es hatte in dem mit 3 Millionen Dollar dotierten Gruppe I-Rennen über 2400 Meter durch Soldier of Fortunes Pacemaker Red Rock Canyon eine Höllenpace gegeben. Als dieser ausgespielt hatte, kämpften im Schlussbogen Soldier of Fortune und Out of Control, die immer in der Spitzengruppe gelegen hatten, um die Führung, doch dahinter lauerte Kevin Shea auf einem bestechend galoppierenden Eagle Mountain.

Doch als man schon an einen Sieg des Vierjährigen glaubte, kam an der Außenseite wie auf Flügeln Conduit angeschossen. Der Dalakhani-Sohn hatte soviel Schwung, dass er auch noch Eagle Mountain überlief.

Für Jockey Ryan Moore war es der erste Breeders‘ Cup-Sieg. ‚Eigentlich sollte er nach dem St.Leger in die Winterpause gehen, aber der Trainer sagte, dass er noch so gut auf dem Posten sei, dass wir es hier versuchen sollten‘, sagte nach dem Rennen Peter Reynolds, der Gestütsleiter des Ballymacoll Stud.

Für den ersten europäischen Sieg beim Breeders‘ Cup-Meeting 2008 sorgte gleich im ersten der neun Rennen, dem Breeders‘ Cup Marathon (2400 m, Sand, 500.000 Dollar) der von Ralph Beckett in England trainierte Chester House-Sohn Muhannak, der als 134:10-Außenseiter unter dem Iren Pat Smullen (‚Für mich ist ein Traum wahr geworden, ich habe noch kein Breeders‘ Cup-Rennen gewonnen‘) in Bahnrekordzeit von 2:28,15 gewann und dabei die weiteren Außenseiter Church Service und Big Booster auf die Plätze zwei und drei verwies.

Ohne Chance war der als Favorit ins Rennen gegangene Sixties Icon (Jeremy Noseda/Frankie Dettori), der zwar im Schlussbogen nicht das beste Rennen hatte, letztlich aber auch nicht zwingend wirkte. Der fünfjährige Galileo-Sohn kam schließlich nur als Fünfter über die Linie. ‚Das Rennen war zu langsam für ihn

Eine Überraschung gab es auch im Breeders‘ Cup Turf Sprint (1300 m, Gras, 1.000.000 Dollar), in dem es durch Godolphins Diabolical (Saeed Bin Suroor/Frankie Dettori) lange nach dem zweiten europäischen Sieg aussah, doch auf den letzten Metern kam der aus einer unmöglichen Position heranfliegende Amerikaner Desert Code (375:10, D.Hofmans/Richard Migliore) noch an dem Artax-Sohn vorbei, hinter dem Storm Treasure auf Platz drei landete.

Die beiden weiteren europäischen Pferde, Jeremy Nosedas Fleeting Spirit (Johnny Murtagh) und die Fabre-Stute Only Answer (Olivier Peslier) belegten die Plätze vier, bzw. vierzehn.

Platz acht war das Ergebnis für Lord Admiral (Charles O’Brien/Johnny Murtagh), den einzigen europäischen Starter in der Breeeders‘ Cup Dirt Mile (1600 m, Sand, 1.000.000 Dollar). Auch hier kamen mit Albertus Maximus (73:10) Vladimir Cerin/Garret Gomez), Rebellion und Two Step Salsa Pferde zum Zuge, mit denen man nicht unbedingt gerechnet hatte.

Für Garret Gomez ging der Riesenabend im Breeders‘ Cup Sprint (1200 m, Sand, 2.000.000 Dollar, Gruppe I) weiter, als er mit dem Vorjahresseiger Midnight Lute bereits seinen dritten Treffer (Nummer zwei gelang ihm im ‚Juvenile) schaffte. Der von Bob Baffert trainierte Hengst (37:10) schlug den lange führenden Fatal Bullet und den Favoriten Street Boss.

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