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Verwirrung um Salzburger Disqualifikationen

Der Stall Salzburg von Hans-Gerd Wernicke ist dafür bekannt, immer wieder nach Italien zu reisen.

Die Erfolge, die man in den vergangenen Jahren dort erzielte, gaben dieser Marschroute Recht, doch nun macht Italien wieder einmal Schlagzeilen, und das nachdem der italienische Rennsport schon seit geraumer Zeit unter Beobachtung steht. Immer wieder sorgte man vor allem durch verspätete Auszahlung von Preisgeldern für Unmut bei Trainern und Besitzern. Doch was nun geschehen ist, ist selbst für italienische Verhältnisse neu, auch wenn hier im Folgenden noch viel Konjunktiv zu lesen sein wird. So sollen mit Quest the Moon, einer der Favoriten für das IDEE 150. Deutsche Derby, und der Stute Night Music (sie ist mittlerweile für Zuchtzwecke verkauft) zwei Salzburger Pferde, die im Oktober 2018 in Mailand in Grupperennen platziert liefen, disqualifiziert werden. Der Grund: Ihr Jockey Oisin Murphy soll eine ausstehende Geldstrafe nicht bezahlt hat und hätte demnach nicht reiten dürfen. So weit, so gut kann man sich denken, läge das Vergehen des Reiters, so schreibt es die Turf-Times, nicht fast schon drei Jahre zurück.

Dem Vernehmen nach wurde der Ire 2016 wegen Nichteinhaltung der Geraden Bahn zu einer Strafe von 128 Euro verdonnert. Dass Murphy diese nicht zahlte, lag jedoch nicht am Jockey. Es mangelte wohl schlicht an der Verständigung des italienischen Dachverbandes mit dem Reiter, der wohl nie über die ausstehende Strafzahlung in Kenntnis gesetzt wurde. So fiel die Entscheidung, die beiden Salzburger Pferde aus der Wertung zu nehmen. Warum es den Italienern erst jetzt auffiel, bleibt erst einmal deren Geheimnis. Über die Möglichkeit einer Berufung wurde Oisin Murphy wohl ebenso wenig in Kenntnis gesetzt. Auch der Stall Salzburg wurde über den Vorgang übrigens nicht direkt informiert, sondern erfuhr über Umwege von den Disqualifikationen der Pferde. „Wir haben bis heute nichts Offizielles erhalten“, sagte Stall Salzburgs Racing Manager Harald Schneider am Freitag gegenüber der Sport-Welt.

„Wir haben über die italienische Presse, die uns zugespielt wurde, darüber erfahren. Wir haben daraufhin eine Anfrage an das Landwirtschaftsministerium, das die Aufsicht über die Rennen hat, in Rom gestellt, mit der Antwort, dass beide Pferde aus disziplinarischen Gründen disqualifiziert werden. Einen genaueren Grund gab man nicht an“, so Schneider weiter. Auch eine Antwort aus Mailand, wo man sich bemühen wollte, Licht ins Dunkel zu bringen, blieb laut Schneider bis zum heutigen Tag aus. „Wir haben auch das Direktorium in Kenntnis gesetzt und Herr Schmanns hat sich in England erkundigt, ob dort etwas von einer Sperre gegen Oisin Murphy vorliegt, aber auch dort wusste man von nichts“, erklärte Schneider. Da dem Stall Salzburg bis heute also kein offizielles Schreiben aus Italien vorliegt, ist auch die Möglichkeit der Berufung in diesem Fall (noch) nicht gegeben. Die Preisgelder sind im Übrigen - und das ist ebenso überraschend – bereits nach München überwiesen worden. Quest the Moon verdiente als Zweiter im Gran Criterium 57.200 Euro, bei Night Music, die Dritte im Gran Premio del Jockey Club wurde, waren es 28.080 Euro.

(28.06.2019)