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Henkel-Hammer: Dakhla Oasis siegt im Klassiker

Dass der Sieg von Royal Dragon im Preis der Dreijährigen auf dem Düsseldorfer Grafenberg seine Schatten bis auf das Henkel-Rennen werfen würde, hatte zu dem Zeitpunkt, als der Danehill-Sohn durchs Ziel ging, niemand gedacht.

Doch der Erfolg des Hengstes hatte maßgeblich Anteil am Erfolgsteam des Henkel-Examen: Dakhla Oasis, Helmut von Finck und Lennart Hammer-Hansen. Es war 16:56 Uhr, als die Night Shift-Stute die klassische Linie passierte. Nach einem sensationellen Laufen der Dreijährigen, einem sensationellen Zweikampf mit Denice und einem sensationellen Ritt von Hammer-Hansen war der zweite klassische Treffer für Helmut von Finck perfekt. Ein packendes Rennen, das jeden Besucher des Grafenbergs von den Sitzen gerissen hatte, fand eine würdige Siegerin. Diese war bei ihrem erst dritten Lebensstart nun direkt auf Gruppe II-Level erfolgreich.

'Es ist ein tolles Gefühl. Ich habe das Gestüt erst im letzten Jahr gekauft und es ist doch toll, daß man die großen Gestüte ein bißchen ärgern kann. Und mit diesem Pferd haben wir eine Perle für die Zucht', so Helmut von Finck nach dem Rennen. Dieser wird auf den Weiden seines Gestüts in Zukunft Nachfahren von Stuten wie Flamingo Road, Quezon City oder eben der Henkel-Queen Dakhla Oasis aufwachsen sehen.

Von Finck selbst legte vor Wochen den Grundstein, um Hammer-Hansen im Ernstfall im Sattel der Stute zu haben. Nur unmittelbar nach dem Sieg von Royal Dragon war für ihn klar, wer im Klassiker seine Zügel in der Hand halten würde. Lennart Hammer-Hansen, der für das Gruppe II-Rennen 4 Engagements angeboten bekommen hatte, stand als Partner für Dakhla Oasis fest. Und das Erfolgsduo Finck & Hammer-Hansen kommt so langsam richtig auf Touren. Mit Royal Dragon markierte Hammer-Hansen seinen 500. Treffer, mit Dakhla Oasis nun der erste Klassiker. Im Ziel war man eine halbe Länge vor der Gegnerschaft geblieben, genug Platz, um noch die Peitsche zu küssen.

Auch in der Niederlage verkaufte sich die Wöhler-Stute Denice mehr als tapfer, rang lange um den Sieg. Dieser schien eingangs der Geraden nur unter der Turfsyndikats-Lady und Bedford Set ausgetragen zu werden. Doch die beiden machten die Rechnung ohne Dakhla Oasis. Platz vier ging an Anthyllis, zweite Farbe des Gestüts Schlenderhan.

'Es war ein ganz tolles Rennen. Wir hatten einen sehr guten Rennverlauf und Lennart hat die Sache sehr gut gemacht. In der Arbeit ging Dakhla Oasis für meine Begriffe einen Tick schlechter als Schlenderaca und ich dachte eigentlich, dass Andrasch auf dem richtigen Pferd sitzen würde', so Trainer Andreas Schütz.

Dieser bleibt Mister 100%, wenn es um die in Deutschland abgehaltenen Examen auf Gruppe-Ebene geht. Alle bisher im Jahr 2001 ausgetragenen Rennen dieser Kategorie wanderten in den Schütz-Stall. Dieser hatte mit Schlenderaca auch die haushohe Favoritin gesattelt. Der Starke-Ritt endete im geschlagenen Feld auf Platz sieben, ohne auch nur den Hauch einer Chance zu besitzen. Für das schlechte Abschneiden der Stute fand auch Andreas Schütz keine Erklärung: 'Vielleicht kam sie mit der Bahn nicht zurecht, sonst habe ich keine Erklärung für das Laufen.'

Die erstplazierten Pferde des Rennens sollten in der Zukunft noch auf sich aufmerksam machen. Wo genau das sein wird, ist zumindest bei der Siegerin Dakhla Oasis derzeit nicht klar. Ein Start in Baden-Baden in der Ex-Laurent Perrier Meile wird laut Rüdiger Alles, der die Pferde des Gestüts Park Wiedingen betreut, wohl zu früh kommen. Ein ins Auge gefaßtes Examen ist auf alle Fälle das Stutenrennen in Hamburg, um sich später im Jahr auch auf internationalem Parkett zu versuchen.

Auch Denice, die unter Asien-Ass Suborics agierte, und Bedford Set werden in Zukunft noch von sich hören lassen. 'Sie war einen Tick zu früh vorne und auch der Boden war nicht ideal für die Stute. Sie ist aber trotzdem toll gelaufen und es fällt ihr kein Zacken aus der Krone', so Horst Steinmetz, Trainer und Züchter von Bedford Set.

(07.05.2001)