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Wie die Großmutter - Alpinista packt den Gruppe I-Hattrick

Dieser Sieg ist durchaus als „historisch“ zu bezeichnen. Die von Sir Mark Prescott für Kirsten Rausing trainierte Alpinista hat am Sonntag in München auch den Allianz – Großen Preis von Bayern (150.000 Euro) gewonnen und machte damit den Gruppe I-Hattrick perfekt, nachdem sie bereits im Großen Preis von Berlin und im Preis von Europa triumphieren konnte (zum Video). Damit folgte die Stute den Spuren ihrer Großmutter Albanova, die 2004 für dieselben Interessen ebenfalls drei Gruppe I-Rennen in Deutschland gewinnen konnte. Damals waren es der Deutschlandpreis, der Rheinland-Pokal und der Preis von Europa.

Nun ist es also Alpinista. Dabei erwischte die Stute aus Newmarket noch nicht einmal den allerbesten Start, aber Luke Morris führte seine Partnerin gleich in vordere Linie und ordnete sich hinter dem von Peter Schiergen für den Stall Nizza trainierten Nerium (Bauyrzhan Murzabayev) ein. Dahinter sah man dann die Schlenderhanerin Walkaway (Markus Klug/Andrasch Starke), Control Tower (Nicolas Clement/Stephane Pasquier), Mendocino (Sarah Steinberg/Rene Piechulek) und Believe In Love (Roger Varian/Jack Mitchell).

Als es um den letzten Knick ging war Walkaway das erste Pferd, welches unter Druck geriet. Nerium brachte das Feld noch in den Einlauf, doch Alpinista war gleich zur Stelle und übernahm das Kommando. Doch in Sicherheit war die Schimmel-Stute noch längst nicht, denn innen setzte der Lokalmatador Mendocino, der zuletzt ein Auktionsrennen gewinnen konnte, resolut nach und fühlte der 1,8:1-Favoritin richtig auf den Zahn. Der im Besitz des Stalles Salzburg stehende Adlerflug-Sohn, dem in einem Quartier immer eine große Meinung galt, verlangte der Frankel-Tochter alles ab. Aber diese bewies, dass sie auch kämpfen kann und behielt letztlich doch die Oberhand. Damit blieb sie auch beim fünften Start in diesem Jahr ungeschlagen. Für Rang drei kämpfte auch Nerium immer weiter und holte sich am Ende der 2400 Meter seine zweite Gruppe I-Platzierung. Hinter dem Nizza-Galopper kamen Control Tower, Believe In Love und Walkaway über die Linie.

Wer also befürchtet hatte, dass der Große Preis von Bayern wird zur kompletten Beute der ausländischen Pferde wird, der sah sich getäuscht. Aber die strahlende Siegerin war eben die Britin Alpinista, die im Großen Preis von Berlin keinen geringeren als den späteren Arc-Sieger Torquator Tasso bezwingen konnte. 2022 könnten die Beiden dann im Prix de l’Arc de Triomphe wieder aufeinandertreffen. Sir Mark Prescott gab den Arc, den man in diesem Jahr noch ausgelassen hatte, jüngst als großes Ziel für die kommende Saison aus.

(07.11.2021)