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Das Abendblatt berichtet: G. Gudert in Hamburg gefeuert!

Eine Bombe platzte am Mittwoch in Hamburg, der Macher des Derby-Meetings ist entlassen worden: Günther Gudert (Foto), Generalsekretär des Hamburger Renn Clubs, seit 14 Jahren in Diensten des HRC, wurde gekündigt, und das fristlos. Eine offizielle Stellungnahme des Renn-Clubs war bislang nicht eingetroffen.

Im Folgenden zitieren wir einen Bericht des Hamburger Abendblatt vom Donnerstag, der die Ereignisse aus Horn wiedergibt:

'Seit 14 Jahren arbeiten sie eng zusammen: Hamburgs Derby-Chef Franz-Günther von Gaertner (75) und Renn-Club-Generalsekretär Günther Gudert (55). Gemeinsam machten sie das Derby-Meeting zu einem internationalen Highlight und neben Baden-Baden zur Nummer eins in Deutschland. Dennoch stand von Gaertner, als es um Vorwürfe gegen Gudert ging, allein auf weiter Flur. Gudert ist gestern fristlos gekündigt worden.

Der Renn-Club Vorstand traf sich um 13 Uhr im Waagebäude auf der Rennbahn in Horn: von Gaertner und sein Stellvertreter Albert Darboven, Schatzmeister Hans-Ludolff Matthiessen, dazu Vizepräsident Eugen-Andreas Wahler sowie die Vorstandsmitglieder Hans-Wilhelm Jenckel und Gerhard Kurtze. Kaffee-Erbe Andreas Jacobs hatte sich entschuldigen lassen und seine Stimme Albert Darboven übergeben.

Auf der Tagesordnung standen 1. die desolate finanzielle Lage des Renn-Clubs (auch in diesem Jahr gibt es wegen des miserablen Wetters und des Buchmacher-Streiks ein höheres sechsstelliges Minus), 2. die Zukunftsplanungen, 3. Günther Gudert.

Nach zwei Stunden war der Rausschmiss perfekt und formuliert. Rechtsanwalt und Notar Wahler überreichte Gudert die schriftliche Kündigung. Inhalt: 'Gemäß Vorstandsbeschluss vom 27. Juli 2004 kündigt der Hamburger Renn-Club den Geschäftsführervertrag.' Weder von Gaertner ('Wir müssen die Angelegenheit in Ruhe besprechen, es war ein Mehrheitsbeschluss') noch Wahler ('Herr Gudert ist fristlos gekündigt. Weitere Erklärungen gebe ich zu Personalfragen nicht ab') wollten sich gestern detailliert äußern.

Intern sickerte aber durch, wie das Abstimmungsverhalten wirklich lief und welche Vorwürfe der Vorstand erhoben hat. Präsident von Gaertner stellte sich als einziger Teilnehmer der Runde hinter Gudert, alle anderen votierten gegen ihn.

Was dem anerkannten Turfexperten und Sponsorenbeschaffer vorgeworfen wird? Ein Hauptpunkt, so hieß es hinter vorgehaltener Hand, führte zu seinem Rauswurf: Angeblich soll es Unregelmäßigkeiten in der Abwicklung des BMW Sponsorenvertrages mit der Renn-Club-Agentur Kaiser-Promotion gegeben haben. Der vollständige Vertrag soll außerdem dem Vorstand nicht bekannt gewesen sein.

Galoppmanager Gudert weist die Vorwürfe von sich und sagt: 'Ich habe mir nichts vorzuwerfen, ich habe in all den Jahren stets nur zum Wohle des Renn-Clubs gearbeitet. Oft bis zu 80 Stunden in der Woche. Außerdem habe ich mich stets jedem Vorstandsmitglied gegenüber loyal verhalten.' Heute will er wieder an seinem Schreibtisch auf der Rennbahn in Horn sitzen.'

Gegenüber GaloppOnline.de sagte Gudert am Donnerstag: 'Die Vorwürfe sind nach Aussage meines Anwalts völlig haltlos. Ich habe weder in die Kasse gegriffen, noch Gelder veruntreut. Ich habe einen offiziellen Vertrag bis zum 31.12.2005.' Das Derby-Meeting bezeichnet er als 'mein Lebenswerk'.

(29.07.2004)