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Besitzervereinigung: „Ein erstaunliches Wir-Gefühl“

Die Folgen der Corona-Pandemie, aber auch die Zukunft von Baden Racing als Veranstalter der wichtigsten Galopprennbahn in Deutschland, standen im Mittelpunkt der Jahresversammlung der Besitzervereinigung für Vollblutzucht und Rennen (BV). „Die Corona-Pandemie eine Gefahr für fast alle Lebensbereiche, auch den Galopprennsport“, sagte BV-Präsident Manfred Ostermann am Montag auf der Galopprennbahn Baden-Baden · Iffezheim.

Eine große Anzahl an Renntagen und Rennen sei verloren gegangen, auch im Ausland habe es weniger Startmöglichkeiten gegeben, so Ostermann. Einige Rennbahnen hätten überhaupt nicht veranstalten können. Gerade die Besitzer hätten auf viel Preisgeld verzichten müssen.

Als besondere Ausnahme hob Ostermann die Baden-Baden Auktionsgesellschaft, deren Auktionsrennen ohne Kürzungen durchgeführt werden. „Das macht fast 20 Prozent des Preisgeldvolumens in diesem Jahr aus“, so Ostermann. „Corona hat aber auch ein erstaunliches Wir-Gefühl erzeugt, dass es so noch nie gegeben hat.“

Mehr Pferde im Training als im Vorjahr

Eine Zahl habe ihn besonders beeindruckt, so der BV-Präsident. Stand Anfang September liegt die Zahl der Pferde im Training bei 2.093, das sind sechs mehr als im Vorjahr. „Dabei haben uns alle Experten vorhergesagt, dass sich der Pferdebestand um 400 bis 500 Pferde verringern wird“, sagte Ostermann. Das dies nicht geschehen sei, liege am Engagement und der Liebe zum Tier der Besitzer.

Der Präsident des Dachverbands Deutscher Galopp, Michael Vesper, kritisierte in seinem Grußwort die Corona-Bestimmungen bezüglich der Zuschauer auf der Rennbahn. Im Kölner Zoo dürften 5.000 Menschen gleichzeitig sein, im Europark Rust 15.000 Besucher an einem Tag, auf der Rennbahn in Iffezheim aber nur 500. „Das ist ein Missverhältnis“, so Vesper. „Wir brauchen vergleichbare Regularien, damit alle Sportarten, nicht nur der Galopp, eine Chance haben.“

(07.09.2020)