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15 im Mio-Rennen: Sabiango vs Boreal, Hightori & Co.

Für den Großen Preis von Baden sind bei der Starterangabe am Mittwoch Morgen noch 15 Pferde stehengeblieben. 15 Kandidaten sollen binnen weniger als 2 1/2 Minuten am Sonntag zum Millionär werden. Darunter natürlich auch die zwei Rausgucker des Derbyjahrgangs: Boreal und Sabiango. Aus Startbox 10 nimmt Sabiango das Rennen unter Andreas Suborics mit einer großen 15 auf der Nummerndecke auf. Die 5 nach der 1 will Subi natürlich streichen. 'Sieht man nicht an meinen Augen, dass ich gewinnen will?', hatte Suborics nach der Morgenarbeit gesagt. Zwei Wochen nach dem Silvanos Sensations-Sieg in Chicago, will dessen kleiner Bruder ihm nun nacheifern. 'Er will seinem großen Bruder in nichts nachstehen und ist noch besser drauf als vor dem Rennen in Köln', so Suborics weiter. Das ist ein Wort!

Aber auch Boreal will die Linie nach 2400 Metern als Erster passieren. Will seine Gewinnsumme um 1 Millionen aufstocken und seinen zweiten Treffer auf höchstem Gruppe-Parkett erzielen. 'Die Abschlußarbeit war sehr zufriedenstellend. Wir haben natürlich nicht mehr so viel gemacht', so Trainer Peter Schiergen. Im Asterblüte-Stall läuft es derzeit allerdings nicht allzu gut. Boreal könnte den Stall aus der kleinen Krise schießen. Im Sattel wird wie schon beim Erfolg in Horn der Ire John Reid sitzen (wird auf Wunsch des Besitzers Stalljockey Jimmy Quinn vorgezogen).

Diese zwei Kandidaten stehen aus dem Dreijährigen-Jahrgang aus deutscher Sicht deutlich heraus. Near Honor gab im Deutschen Derby eine herausragende Vorstellung ab, schien Mitte der Geraden sogar der Held von Horn zu werden. 'Ich habe geglaubt, ich würde gewinnen', sagte damals Jozef Bojko, der auch dieses mal dem Schimmel anvertraut ist. Im Derby lief Krombacher zwar enttäuschend, zeigte danach im Dallmayr-Preis aber eine sehr gute Vorstellung. Torsten Mundry wird auf dem Ittlinger sein Glück versuchen. Ebenfalls dreijährig sind die Hengste Foreman und Onaldo. Welcher 'Nennungs-Teufel' hier das Team von Christian von der Recke geritten hat, ist fraglich. Zwar gibt es bis zum 10. Platz immerhin 25.000 DM zu verdienen, doch dürfte auch eine Platzierung in dieser Region eher unwahrscheinlich sein.

55 Kilo tragen die dreijährigen Pferde in dem vierten Lauf der Emirates World Series. Neben den sechs deutschen Reitern bringt auch ein ausländischer Gast diese Kilos in den Sattel. Und zwar Paul Robinson. Dieser nimmt auf dem Derbysieger Morshdi Platz. In Italien avancierte er zum Helden, um danach auch im irischen Derby hinter Galileo eine Super-Form aufs Parkett zu legen. Zwar enttäuschte der Darley-Hengst dann in den King George, doch ist auf gutem Boden wohl brandgefährlich.

Stolze fünf Kilo mehr als die Dreijährigen-Riege, werden am Sonntag um 16.30 Uhr neun Pferde tragen. Aus deutschem Lager werden Aeskulap und Bonvivant wohl eher als Außenseiter gehandelt werden. Zwar gewann Aeskulap den Hansa-Preis und Bonvivant schlug im Frühjahr Samum, doch konnten beide diese Form danach nicht richtig bestätigen. Für Aeskulap ist Andreas Helfenbein, für Bonvivant Jiri Palik gebucht.

Schon chancenreicher als diese zwei dürften Passimo, Subiaco und natürlich Italien-Held Paolini sein. Passimo überraschte in Köln durch einen vierten Platz. Wie schon im Deutschland-Preis nimmt sich auch in Iffezheim Lennart Hammer-Hansen dem in München stationierten Pferd an. Subiaco wird natürlich von Andrasch Starke geritten, hat aber wohl nur bei sehr weichem Boden eine ernsthafte Chance. Paolini ist bei gutem Boden vielleicht nicht wesentlich schlechter als Sabiango. Ist der Boden gut, könnte er seinen dritten Gruppe I-Treffer im hiesigen Jahr erzielen. Andreas Boschert sitzt auf dem Lando-Sohn.

Godolphins Mutafaweq rückt erwartungsgemäß nicht in die Iffezheimer Boxen ein. Dafür wird Earlane für die Scheichs gesattelt. Auf dem Rücken der Stute nimmt Thierry Thulliez Platz. Little Rock aus England könnte man unter dem französischen As Olivier Peslier sehen. Aber bei Little Rock ist weiterhin die Devise: nur wenn der Boden weich ist, geht es nach Iffezheim. Nicht so bei Hightori, der auf jeden Fall (wurde für 195.500 DM nachgenannt) anreist. Im Sattel des Tanaka-Cracks (wird wohl Wettmarktfavorit werden), der zuletzt nur hinter Galileo und Fantastic Light einkam, wird wie schon berichtet Gerald Mosse sitzen.

15 Pferde, 15 wollen die Million kassieren. Ein tolles Rennen in dem kaum (nur Samum und Anzillero) ein Pferd der gestandenen deutschen Grand Prix-Szene fehlt. Sabiango gegen Boreal. Deutschland gegen Hightori. Es gibt einige Duelle im diesjährigen Großen Preis von Baden. Einer von ihnen ist am Sonntag Sieger. Wenn es ein deutscher ist, ist es auf jeden Fall das aktuell beste 2400-Meter Pferd des Landes!

Entnehmen Sie ab heute Nachmittag unserem Menüpunkt 'Toprennen' die ausführliche Vorschau für den Großen Preis mit dem Tipp von GaloppOnline.de.

(29.08.2001)