Interview/Jockey Talks

Mit William Mongil

GaloppOnline.de: Bonjour Monsieur Mongil, wie geht es Ihnen? Mittlerweile sind annnähernd zwei Jahre vergangen, als sie in ihre Heimat zurückgekehrt sind. Was war eigentlich der Grund für das Abbrechen der Zelte in Köln? Und wie ist der aktuelle Stand der Dinge?

William Mongil: Danke der Nachfrage. Sind das schon wieder zwei Jahre, die Zeit vergeht unglaublich schnell. Wir haben uns hier wieder sehr gut eingelebt. Meiner Familie und mir geht es gut. Mein Sohn studiert übrigens in Manchester, er war auch schon zu Zeiten, als wir noch in Deutschland gelebt haben, auf einer englischsprachigen Schule. Nach 15 Jahren Weltenbummlerei wollten wir wieder in die Heimat, nicht dass es uns in Deutschland nicht gefallen hätte. Es gibt noch zahlreiche nette Kontakte.

Es war eine sehr intensive Zeit mit Erfahrungen, die ich nicht missen möchte. 2006 gab es auch ein Angebot von der Marquise de Moratella. Dorthin bin ich nach der Schiergen-Anstellung als Stalljockey gewechselt bis zum vergangenen Jahr. In der aktuellen Saison bin ich als Freelancer tätig und lebe unweit vom Schloss in Chantilly. Bei Criquette Head reite ich morgens in der Arbeit, nachmittags geht es zu den Rennen. Allerdings heißt es auch bald wieder Abschied nehmen.

GaloppOnline.de: Gibt es also wieder neue Pläne?

William Mongil: Ja, bereits in zwei Wochen geht es von Paris nach Qatar. Ich habe einen Vertrag für die Wintermonate dort zu reiten. Vier Monate dauert das Engagement.

GaloppOnline.de: Dann werden Sie wohl auch mit Adrie de Vries und Marvin Suerland zusammen sein?

William Mongil: Das nicht, weil wir an unterschiedlichen Ställen beschäftigt sind. Wir werden die Gelegenheit aber nutzen, uns zu treffen und uns auszutauschen, das bestimmt.

GaloppOnline.de: Was ist Ihnen von Deutschland in Erinnerung geblieben?

William Mongil: Im Herzen fühle ich wie ein halber Deutscher, aber erst einmal möchte ich mich bei allen deutschen Fans entschuldigen, dass ich die Sprache nicht so beherrsche. Ich verstehe zwar vieles, kann mich aber nicht so ausdrücken. Da ist meine Frau um Klassen besser, die sowohl Deutsch lesen als auch sprechen kann. Wie gesagt, es waren vier intensive Jahre.

Von Ralf Suerland über Hans Blume bis Peter Schiergen. Ich habe in Deutschland viel gelernt und große Erlebnisse mit den Pferden haben dürfen. Das möchte ich nicht missen. Gerade Martillo, Soldier Hollow, Senex, Quijano und Lateral haben mir besondere Erlebnisse beschert, die man nicht vergisst.

GaloppOnline.de: Ist Ihnen ein Pferd besonders an Herz gewachsen?

William Mongil: Alle Pferde, die es mir ermöglichten, in großen Rennen zu reiten, ob Mailand, Rom, Hongkong oder Dubai. Da möchte ich keinen herausstellen. Ich bin dank der deutschen Vollblüter viel herumgekommen, und diese Emotionen werden auch immer Teil meines Lebens bleiben.

GaloppOnline.de: Wie sieht Ihr Lebenslauf aus? Wollten Sie immer Jockey werden?

William Mongil: Nichts anderes. Ja, ich hab mit neun Jahren das erste Mal auf einem Pferd gesessen, gerade durch meinen Vater, der lange Jahre Trainer war, bin ich in den Sport gelangt. Mit 16 habe ich mein erstes Rennen gewinnen können. Dann Anfang der 90er Jahre war ich Aga Khan-Stalljockey und ritt mit 22 Jahren meinen ersten Gruppe I-Sieger mit Kartajana im Prix Ganay. Mitte der Neunziger folgten Engagements in Macau und in Italien. Dann kam Deutschland, und mittlerweile bin ich wieder in der Heimat aktiv.

GaloppOnline.de: Wäre es unter Umständen möglich, dass Sie nochmals nach Deutschland zurückkehren ?

William Mongil: Man soll ja nie nie sagen. Aber aktuell gibt es wie gesagt andere Pläne. Für bestimmte Renntage bin ich in der laufenden Saison nach Deutschland gekommen und habe geritten, und das soll auch 2009, wenn ich aus Qatar zurück bin, wieder so sein. Es ist für mich immer wieder eine Ehre, wenn mir deutsche Trainer ihr Vertrauen schenken.

(20.11.2008)