Interview/Jockey Talks

Mit Steffi Hofer

GaloppOnline.de: Frau Hofer, wie geht es Ihnen aktuell?

Steffi Hofer: Es geht mir eigentlich ganz gut. Am Mittwoch war ich bei Doktor Schäferhoff in Köln und er teilte mir mit, dass die Operation an der Kniescheibe insgesamt gut verlaufen ist. Die rechte Kniescheibe war mehrfach gebrochen und sah aus wie ein Puzzle. In der nächsten Woche bin ich dann nochmal in Köln und wir besprechen den Heilungsverlauf am Schlüsselbein.

GaloppOnline.de: Hat Doktor Schäferhoff grünes Licht gegeben, dass Sie wieder reiten können?

Steffi Hofer: Noch nicht definitiv, er geht aber wohl davon aus, dass alles wieder komplett verheilen wird. Doktor Schäferhoff kennt meine Knie bereits von einer Operation einige Jahr zuvor und das ist sicher ein Vorteil. Wir haben uns erstmal entschlossen, keine Operation am Schlüsselbein zu machen. Der Heilungsprozess wird nächste Woche besprochen und eventuell muss dann doch noch operiert werden. Aber ich bin optimistisch, dass es nicht sein muss. Meine Knochen sind noch recht jung und ich hoffe, dass alles so verheilen wird.

GaloppOnline.de: Hat die Reha bereits angefangen?

Steffi Hofer: Ja, ich trainiere schon drei Mal die Woche mein Knie, das Schlüsselbein muss erst wieder zusammenwachsen. Bis zu einer Beugung von 60 Prozent ist alles in Ordnung, es sind vor allem Muskelübungen, die ich mache, damit die Muskulatur um das Knie herum sich nicht zurückbildet und ich ich ein paar Monaten von vorne anfangen muss.

GaloppOnline.de: Erinnern Sie sich an den Sturz mit Kite Hunter. Warum war der Sattel gerutscht?

Steffi Hofer: Nein gar nicht und vielleicht ist das auch besser so. Ich lasse meinen Sattel immer an der Startstelle kontrollieren und das war auch bei dem Ritt auf Kite Hunter so. Aber es kann halt immer wieder passieren, dass der Sattel rutscht. Es gibt so gesehen keinen Schuldigen, als Rennreiterin weiß ich, dass solche Dinge vorkommen können. Der Zeitpunkt ist halt schade, so mitten in der Saison.

GaloppOnline.de: Was hätte Ihnen ein Derbyritt bedeutet?

Steffi Hofer: Es ist natürlich schade, dass es nun nicht dazu gekommen ist. Aber ich bin ja noch jung und es kommen noch mehrere Derbies.

GaloppOnline.de: Nur einige Tage nach dem Unfall waren sie wieder auf der Hamburger Rennbahn. Warum?

Steffi Hofer: Dort sind alle meine Freunde und Kollegen. Außerdem ist das Hamburger Derby-Meeting immer etwas ganz Besonderes, da möchte man live dabei sein und miterleben, wer das Deutsche Derby gewinnt.

GaloppOnline.de: Was werden Sie bis zur Rückkehr in den Sattel tun und wann werden Sie voraussichtlich wieder reiten?

Steffi Hofer: Einen genauen Zeitpunkt kann ich jetzt noch nicht sagen, dafür ist die Verletzung noch zu frisch. Das Ausschlafen war an den ersten Tagen schon ganz gut, aber jetzt wird mir schon etwas langweilig. Ich spiele gemeinsam mit meinem Freund Cay Bonhoff gerne das Computerspiel World Of Warcraft und wir sind auch schon im Endlevel. Zum Spielen habe ich jetzt mehr Zeit. Ich kann mir auch gut vorstellen, das eine oder andere Mal am Stall von meinem Vater vorbeizuschauen,. Ansonsten werde ich hart arbeiten, um bald wieder Rennen reiten zu können.

GaloppOnline.de: Wie wichtig ist der familiäre Rückhalt in so einer Situation?

Steffi Hofer: Das ist schon sehr wichtig. Mein Vater unterstützt mich viel, aber vor allem auch Cay Bonhoff, der sich wirklich gut um mich kümmert. Das hilft schon enorm.

GaloppOnline.de: Wie steht es um das Thema Australien?

Steffi Hofer: Cay Bonhoff und ich wollten gemeinsam für eine gewisse Zeit nach Australien gehen und dort arbeiten. Aber da ich momentan ja nicht reiten kann, verschiebt sich dieses Vorhaben erstmal. Es ist aber noch immer unser Plan, das einmal zu machen.

GaloppOnline.de: Seit der Derby-Woche sind Sie nicht mehr im Auszubildenden-Status. Wie verlief die Abschlussprüfung und welche Note haben Sie erreicht?

Steffi Hofer: Am Mittwoch und Donnerstag vor dem ersten Hamburg-Wochenende fanden die Abschlussprüfungen statt. Praktisch und theoretisch mussten wir einiges leisten, insgesamt hat es gut geklappt. 16 Absolventen gab es und ich habe als Zweitbeste abgeschnitten. Damit hätte ich nicht gerechnet. Die Zeugnisse werden uns noch zugeschickt.

(23.07.2010)