Interview/Jockey Talks

Mit Norman Richter

GaloppOnline.de: Hatten Sie mit einem so erfolgreichen Meeting gerechnet?

Richter: Ich war selbst überrascht. Es war das beste Meeting meiner Karriere. Das hatte ich nicht erwartet. Bei Bear King war ich allerdings sehr optimistisch. Seine Münchener Leistung zuvor war schon riesig. Wenn er diese umsetzen würde, musste es eigentlich klappen. Da war ich mir ziemlich sicher.

GaloppOnline.de: Werden Sie weiterhin auf Bear King sitzen? Wie ist der Plan mit ihm?

Richter: Es ist eigentlich schon so geplant, dass ich ihn weiterhin reiten darf. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei Christian Sprengel und Familie Wusk für das in mich gesetzte Vertrauen bedanken. Hoppegarten ist ein großes Ziel für ihn, eventuell auch noch Hamburg vorher. Im Vergleich zum Vorjahr hat er sich noch unheimlich gesteigert. Ich habe immer gewusst, dass er ein Rennpferd ist. Schon als Zweijähriger war er bei uns. Ich habe ihn damals im Training geritten. Deshalb verstehe ich mich mit ihm auch blendend. Wichtig ist trockener Boden und ein passender Rennverlauf. Er braucht unbedingt ein schnelles Rennen.

GaloppOnline.de: Mit Mysterix haben Sie auch einen Ausgleich I in Baden-Baden für den eigenen Stall gewonnen. Es gab auch eine Zeit, da zog Andreas Schütz Sie in großen Rennen nicht mehr heran. Hat sich das jetzt geändert?

Richter: Es läuft momentan sehr gut, alles ist besser geworden. Im vergangenen Jahr gab es Spannungen. Aber ich habe an mir gearbeitet. Mittlerweile bekomme ich meine Chancen.

GaloppOnline.de: Sehen Sie Ihre Zukunft an diesem Stall?

Richter: Ich bin jetzt zehn Jahre am Schütz-Stall. Ich fühle mich dort sehr wohl. Wenn nicht eine Super-Anfrage kommen sollte, bleibe ich da. Andrasch und Terry haben die Wahl, dann komme ich.

GaloppOnline.de: Wer steckt hinter Ihrem Management? Die Zahl Ihrer Fremdritte ist recht hoch.

Richter: Das mache ich inzwischen selbst. Früher war Dirk Baltromei mein Manager, aber als Besitzertrainer hat er jetzt sehr viel anderes zu tun. Ich rufe die Leute an. Gott sei Dank habe ich viele Ritte.

GaloppOnline.de: Was waren außer Bear King Ihre größten Erfolge der letzten Zeit?

Richter: Eagle Rise in einem Kölner Listenrennen und vor allem Fight Club im Düsseldorfer Preis der Dreijährigen.

GaloppOnline.de: Wie schätzen Sie die Derby-Chancen von Fight Club ein? Haben Sie einen Ritt im Blauen Band?

Richter: Meiner Meinung nach kommt er über 2400 Meter. Wie er im Vergleich zu Shirocco steht, kann ich allerdings nicht sagen, da dieser noch ein sehr dunkles Pferd ist. Ich denke, das Fight Club vorne dabei sein wird. Zur Zeit habe ich noch keinen Derby-Ritt. Aber man muss abwarten, was aus unserem Stall noch kommt. Es stehen ja noch einige Derby-Vorprüfungen an.

GaloppOnline.de: Könnten Sie sich ein Asien-Gastspiel wie einige Ihrer Kollegen im Winter vorstellen?

Richter: Auf jeden Fall. Man muss sich immer mit einem Auge in Richtung Ausland bewegen, zumal die Zukunft bei uns nicht so rosig aussieht. Momentan habe ich mich noch nicht darum bemüht.

GaloppOnline.de: Können Sie sich vorstellen, später Trainer zu werden wie ihr Vater?

Richter: Überhaupt nicht. Ich stelle mir das sehr stressig vor, das Training, das Management der Pferde und die verschiedenen Wünsche der Besitzer unter einen Hut zu bringen.

GaloppOnline.de: Was sind Ihre Ziele für 2004?

Richter: Ich möchte gesund bleiben und die Saison so erfolgreich durchreiten, wie ich sie begonnen habe.

(02.06.2004)