Interview/Jockey Talks

Mit N. Richter

GaloppOnline.de: Sie wollten es allen zeigen, wie sehr sie sich über den Treffer mit Durban Thunder in Strassburg am letzten Sonntag gefreut haben?

Norman Richter: Solch ein Rennen gewinne ich bestimmt nicht alle Tage. Natürlich habe ich mich unheimlich gefreut, dass mir solch ein toller Treffer gelungen ist. Aber ich habe auch an das Pferd gedacht, denn ich hatte von diesem Burschen immer eine sehr hohe Meinung und ich finde es es toll, wie sich Durban Thunder tatsächlich immer weiter gesteigert hat.

GaloppOnline.de: Die meisten hatte ihn nicht auf der Rechnung. Er zahlte am Toto 400:10. Im Feld waren weitere deutsche Pferde und bestimmt keine schlechten. Wie hatten Sie im Vorfeld die Chancen von Durban Thunder eingeschätzt?

Norman Richter: Gut, sehr gut sogar. Das letzte Laufen konnte nicht stimmen. Ich kenne ihn von der Arbeit her genau. Davor hat er stets zu überzeugen gewusst und immer wieder zulegen können in seinen Leistungen. Ich hatte ihn keinesfalls als Außenseiter angesehen und eigentlich so richtig Mumm gehabt.

GaloppOnline.de: Sie sind vorne gegangen, war dies die geplante Taktik?

Norman Richter: Nein, er muss nicht vorne gehen. Aber man muss schon seine raumgreifende Galoppade ausspielen. Es wollte keiner vorne gehen, da hab ich es eben von der Spitze aus gemacht.

GaloppOnline.de: Und im Einlauf schnell den entscheidenden Satz gemacht?

Norman Richter: Ja, er beschleunigte zu Beginn der Geraden fantastisch. Dann hielt er sein Tempo bis zur Linie. Ich habe zwar am Ende noch ein-, zweimal die Peitsche kurz eingesetzt, aber wir hatten noch Reserven. Er hätte weiter zulegen können.

GaloppOnline.de: Das Geläuf schien recht unterschiedlich zu sein?

Norman Richter: Es war wirklich mal trocken, mal weich, eigentlich gar nichts für Durban Thunder, der weichen Boden bevorzugt. Aber das spricht auch wieder für den Hengst.

GaloppOnline.de: Was trauen Sie dem Samum-Sohn noch alles zu?

Norman Richter: Für mich ist Durban Thunder ein Gruppe-Pferd.

GaloppOnline.de: Durban Thunder kam erst im April diesen Jahres vierjährig erstmals heraus, wurde Zweiter, gewann dann drei Rennen in Folge ehe er in Deauville auf Sand eine Niederlage bezog. Warum hat der Hengst eigentlich erst so spät debütiert?

Norman Richter: Er hatte mal das Wehwechen, mal dieses. Er ist ein großrahmiger Hengst, ein richtig spätes Pferd. Er weiß die ganze Geduld, die wir mit ihm hatten, zu lohnen. Es ist einfach großartig.

GaloppOnline.de: Wie geht es nun weiter?

Norman Richter: Es ist geplant, dass Durban Thunder während des Sales & Racing Festivals in Baden-Baden in ein Gruppe-Rennen geht.

GaloppOnline.de: Sie reiten ja nun nicht oft für ihren Stall. Aber auf Durban Thunder sind Sie wohl gesetzt?

Norman Richter: Ich saß viermal im Sattel, habe dreimal mit dem Hengst gewonnen. Ich habe früher bereits für Besitzer Hubertus Schmelz geritten, ich erinnere nur an Daily Impact. Wir haben eine sehr gute Verbindung gehalten, über Jahre hinweg. So habe ich die Ritte auf Durban Thunder bekommen.

GaloppOnline.de: Seit einiger Zeit sind Sie kaum noch so richtig im Geschäft?

Norman Richter: Um bei dem Wort Geschäft zu bleiben. Es ist wirklich ein sehr, sehr schweres Geschäft geworden. Es ist fast schon ein hartes Brot. Da tut solcher Erfolg, wie am letzten Sonntag in Frankreich, so richtig gut. Aber auch, weil ich solch große Sympathien für Durban Thunder habe. Vielleicht gelingt mit ihm ja auch noch der nächste Big Point. Es wäre toll.

(25.09.2010)