Interview/Jockey Talks

Mit Mario<br>Hofer

GaloppOnline.de:
Das erste Championat der Hindernistrainer ist unter Dach und Fach. Was bedeutet das für Sie?

Mario Hofer:
Nach dem Jahr 2000, in dem ich nur knapp das Championat auf der Flachbahn verpasst hatte, freue ich mich natürlich über mein erstes gewonnenes Championat, auch wenn es nur die Hindernisbahn betrifft.

GaloppOnline.de:
Der Stall Jenny, der ein großes Engagement für den Hindernissport zeigt, Sie und Hindernisreiter Peter Gehm. Ist diese Kombination der Schlüssel zum großen Erfolg?

Mario Hofer:
Für jeden Erfolg muss alles passen. Man benötigt Besitzer, die bereit sind, gute Pferde einzuspringen und einen Reiter, der in der Lage ist, die Fähigkeiten der Pferde sowohl in der Arbeit als auch im Rennen umzusetzen Beides trifft sowohl bei Stall Jenny als auch bei Peter Gehm zu.

GaloppOnline.de:
Nur ein paar Treffer fehlen noch, und die Hofer-Pferde haben auf der Flachen und auf der Hindernisbahn zusammen 100 Rennen in diesem Jahr gewonnen. Haben Sie zu Beginn der Saison mit einer solch tollen Bilanz gerechnet?

Mario Hofer:
Zu Beginn der Saison habe ich nicht mit einer derartigen Bilanz gerechnet, zumal vermeintlich gute Pferde wie Banyu Dewi, Saltango oder Sederic den Stall verlassen hatten. Auch musste die eine oder andere Niederlage hingenommen werden (viele 2.Plätze). Derzeit stehen insgesamt 90 Siege zu Buche, die 100 werden wir nicht mehr schaffen.

GaloppOnline.de:
Gibt es schon erste Pläne, wie es mit den Hinderniscracks Siberius, Calcio und Co. weitergeht?

Mario Hofer:
Siberius könnte im Februar in Rom beginnen, für Calcio liebäugeln wir mit einem Start in Cheltenham, was auch für San Suru bei entsprechender Qualifikation gilt.

GaloppOnline.de:
Auf der Flachen haben Sie viele Listen Rennen gewonnen, auf Gruppe-Ebene schrammte Pardus mehrfach am Sieg vorbei. Wer könnte aus ihrem Stall im nächsten Jahr für einen Gruppe-Treffer gut genug sein?

Mario Hofer:
Auf der Flachen konnten in der Tat 9 Listenrennen gewonnen werden. Auf Gruppe-Ebene waren wir fünfmal knapp geschlagen Zweiter. Auf der Hindernisbahn wurden drei Gruppe und zwei Listenrennen gewonnen. Fiepes Shuffle, Levirat, Pappus und Pardus sind Pferde, die jederzeit gut genug sein sollten, auch für einen Volltreffer auf Gruppe-Ebene auf der Flachen zu sorgen.

GaloppOnline.de:
Die Hofer-Pferde spielen seit Ihrer Übersiedlung von München nach Krefeld auf den Winterbahnen eine führende Rolle. Mit welcher Bilanz kann man in diesem Winter rechnen?

Mario Hofer:
Wir werden wie immer ca. 10 Pferde über Winter im Einsatz haben, wobei zehn Siege das Ziel sein sollten. Der eine oder andere Vertreter sollte in der Lage sein, auch in besseren Sandbahn-Prüfungen ein Wort mitzusprechen.

GaloppOnline.de:
Die Jährlinge sind inzwischen in die Ställe eingerückt. Sind sie mit der aktuellen Resonanz, was Anzahl der Pferde angeht, zufrieden?

Mario Hofer:
Durch die gute Bilanz kann ich die neue Saison mit ca. 90 Pferden ansteuern, was aufgrund der wirtschaftlichen Lage sicherlich als gut zu bezeichnen ist.

GaloppOnline.de:
Sind neue Besitzer darunter, nach einer erfolgreichen Saison könnte man doch davon ausgehen?

Mario Hofer:
Man findet zwar ein, zwei neue Namen unter meinem Besitzerstamm, jedoch setzt sich der Großteil aus altem Kundenstamm zusammen, wofür ich für das große Vertrauen auch allen sehr dankbar bin.

GaloppOnline.de:
Nach der Trennung mit Christian Czachary haben Sie keinen neuen Stalljockey engagiert, arbeiten mit Jean-Pierre Carvalho mit dem Titel 'Jockey am Stall' zusammen. Wird man dies 2003 beibehalten, wie sehen Sie die Entwicklung von Jean-Pierre Carvalho?

Mario Hofer:
Für 2003 bleibt es wie gehabt. Jean-Pierre Carvalho ist, wie Sie so schön bezeichnen „Jockey am Stall“. Ich halte dies für alle die beste Lösung. Jean-Pierre Carvalho hat als Leichtgewichtsjockey gezeigt, dass es mit entsprechendem Engagement möglich ist, zu den zehn besten Jockeys zu gehören. Auch 2003 wird er seine Chancen bekommen.

GaloppOnline.de:
Nicht zuletzt auch durch die zahlreichen Engagements im Ausland war das Jahr sicherlich nicht unstrapaziös. Wann und wo spannen sie zum Jahreswechsel aus?

Mario Hofer:
In der Tat war das Jahr sehr anstrengend und jeder „Lohn hat seinen Preis“, doch ein langer Urlaub ist nicht mein Ding, deswegen geht es nach den Feiertagen gleich wie gewohnt weiter.

(23.12.2002)