Interview/Jockey Talks

Mit Jean-Pierre Carvalho

GaloppOnline.de:Herr Carvalho, Sie haben mit vier Siegen ein erfolgreiches Derbymeeting absolviert, waren am Derbytag allerdings in Krefeld aktiv, fuhren dort auch drei Siege ein. Wie kommt es zu dieser wirklich guten Form?

Jean-Pierre Carvalho: Das ist eine gute Frage, die ich so gar nicht beantworten kann. Bei Mario Hofer bekomme ich viel Chancen, aber auch mit den Fremdritten bin ich derzeit vollkommen zufrieden, alles läuft wirklich prima.

GaloppOnline.de: Gerade für die Fremdritte haben Sie sich etwas neues einfallen lassen, arbeiten jetzt mit Harald Schneider als Manager zusammen.

Jean-Pierre Carvalho: Genau, ab Anfang diesen Jahres zeichnet Harald Schneider vom Münchener Rennverein als mein Manager verantwortlich. Und die Zusammenarbeit scheint sich jetzt richtig auszuzahlen.

GaloppOnline.de:
44 Siege bedeuten derzeit den dritten Rang in der Jockeystatistik, ist in diesem Jahr vielleicht der ganz große Wurf drin?

Jean-Pierre Carvalho:
Alles, was wir jetzt sehen, ist eine Momentaufnahme. Ich denke, am Ende der Saison wird man die Namen Starke oder Suborics ganz oben sehen. Dennoch macht es mich natürlih stolz, dass ich derzeit so weit oben mitmischen kann.

GaloppOnline.de:
Auch und vor allen Dingen braucht man dafür sicher einen großen Stall im Rücken. Da sind Sie bei Mario Hofer ja genau an der richtigen Adresse.

Jean-Pierre Carvalho:
Ja, das passt alles derzeit richtig gut. Ich war ja auch schon Mal zweiter Jockey am Stall von Mario Hofer, habe hinter Leuten wie Andreas Helfenbein, Georg Bocskai oder Andreas Boschert gearbeitet. Aber das ist passé und ich würde auch nicht mehr hinter einem anderen Jockey arbeiten wollen. Ich habe bei Herrn Hofer zwar kein Stalljockeystatus, komme aber doch recht häufig zumm Einsatz. Und wenn es einmal nicht der Fall ist, habe ich auch kein Problem damit.

GaloppOnline.de:
Rückblickend auf Hamburg war der Treffer mit Longridge im Ausgleich I sicher der wertvollste, oder?

Jean-Pierre Carvalho:
Ja, aber Longridge stand auch zum Sieg. Er hat zuvor immer gute Leistungen gezeigt. Schön, dass es jetzt endlich geklappt hat. Dennoch ist Hamburg nicht ganz nach unseren Vorstellungen verlaufen. Zum Beispiel mit Fiepes Shuffle in der Holsten-Trophy. Der Hengst ist zwar Dritter geworden, hätte aber bei etwas besserem Rennverlauf auch noch weiter vorne landen können. Oder auch Gonpardo, einer unseren hoffnungsvollen Zweijährigen. Er hatte im Sierstorpff-Rennen vieles gegen sich.

GaloppOnline.de: Wie sieht es bei den Youngstern in diesem Jahr aus, ist etwas Besseres dabei?

Jean-Pierre Carvalho: Ja, auf alle Fälle. Herr Hofer kann auf viel Qualität zurückgreifen. Ich denke, dass wir noch einige Zweijährigenrennen gewinnen können, auch in der nächsten Saison auf gehobenem Parkett mitmischen können.

GaloppOnline.de: Und Ihr persönliches Ziel für dieses Jahr. Gibt es etwas, das Sie unbedingt 2003 noch erreichen wollen?

Jean-Pierre Carvalho. Ja, wenn ich in dieser Saison 70 Siege erzielen kann, bin ich zufrieden, bei Halbzeit hatte ich etwas mehr als 35, da bin ich sicher auf einem guten Weg.

GaloppOnline.de: Ein Jubiläum wäre bei 70 Saisonsiegen fällig oder?

Jean-Pierre Carvalho: Ja, das ist es. Dann hätte ich 500 Erfolge im Rennsattel. Das ist mein Ziel, auf das ich hinarbeiten werde. Sollte ich das schaffen, wäre es ein Meilenstein in meiner Karriere als Jockey.

(07.07.2003)