Interview/Jockey Talks

Mit Hubertus Fanelsa

Alternative Sätze als Anreisser:
„Die Kunst des Managements ist eine optimale Abfolge von Starts und Pausen.“
„Meine Maxime besteht darin, für jeden Besitzer das optimale Ergebnis zu erreichen.“

Er hat sich als Sieger des Trainer-Cup und mit dem sehenswerten Doppeltreffer von Glen Shadow im Ausgleich II in Hamburg nachhaltig wieder in Erinnerung gebracht: für den Bremer Trainer Hubertus Fanelsa lief es beim Derbymeeting blendend. Und in Kürze steht das Meeting in Bad Harzburg vor der Tür, wo Fanelsa seit Jahren konstant mit großem Aufgebot startet und Erfolg hat. GaloppOnline.de hat sich mit Hubertus Fanelsa, Trainer auch des außergewöhnlichen Wallachs Askant aus dem Besitz von Ulli Potofski, unterhalten. Der Coach entpuppte sich dabei wie eigentlich immer als Meister der kurzen, geschliffenen Antworten.

GaloppOnline.de:
Vier Siege bei der Derbywoche in Hamburg und dazu der Gewinn des Trainer-Cups – haben Sie mit so etwas gerechnet?

Hubertus Fanelsa:
Unser Ziel ist immer, die Pferde topfit an den Start zu bringen. Das ist uns sehr gut gelungen. Für vier Siege in Hamburg muss aber auch das nötige Quäntchen Glück hinzukommen.

GaloppOnline.de:
Welches war denn das im Vorfeld gesteckte Ziel für das Derbymeeting?

Hubertus Fanelsa:
Wie immer: eine optimale Ausbeute für meine Besitzer zu erreichen. Das steht als Maßgabe über allem.

GaloppOnline.de:
Glen Shadow hat das Kunststück geschafft, zwei Ausgleiche II innerhalb von acht Tagen zu gewinnen. Wie geht so etwas denn mit 6 Jahren? Können Sie zaubern?

Hubertus Fanelsa:
Bei Glen Shadow war immer klar, dass bei ihm als geschontem Pferd auch im Alter mit Höchstleistungen zu rechnen ist – Gesundheit vorausgesetzt. Es hat in Hamburg alles gepasst, das waren tolle Leistungen dieses Pferdes.

GaloppOnline.de:
Wie geht es mit ihm weiter?

Hubertus Fanelsa:
Nach verdienter Pause wird er sich im Ausgleich I vorstellen, wo er bei passendem Rennverlauf eine scharfe Klinge schlagen kann.

GaloppOnline.de:
Auch Askant und Dark Marble sind wieder einmal gut gelaufen.

Hubertus Fanelsa:
Ja, sicherlich. Beiden haben sich in Hamburg sehr ordentlich verkauft. Beide werden auch mit gestiegener Marke in Zukunft gut abschneiden. Auslandsstart sind avisiert. Das gilt eventuell auch für Glen Shadow.

GaloppOnline.de:
Diese drei Stallcracks haben allesamt zwei Starts beim Derbymeeting absolviert. Können Pferde das ab oder sind sie danach ausgepowert?

Hubertus Fanelsa:
Bei solchen Hochleistungspferden besteht die Kunst des Managements darin, eine optimale Abfolge von Starts und Pausen zu gewährleisten.

GaloppOnline.de:
Macht es eigentlich einen Unterschied, für einen prominenten Besitzer wie Ulli Potofski zu trainieren oder ausschließlich für Besitzer, die nicht so in der Öffentlichkeit stehen?

Hubertus Fanelsa:
Meine Maxime besteht darin, für jeden meiner Besitzer das optimale Ergebnis zu erreichen, unabhängig davon, wer das ist.

GaloppOnline.de:
Sie haben nach dem ersten Sieg mit Glen Shadow beim Interview auf der Bahn ihrem Team gedankt und gesagt, die vielen fleißigen Arbeiter im Hintergrund halten diesen Sport aufrecht.

Hubertus Fanelsa:
Es ist meine Überzeugung, dass ein eingespieltes und hochmotiviertes Team der Erfolgsfaktor schlechthin ist. In dieser Hinsicht blicke ich mit großem Stolz auf meine Mannschaft.

GaloppOnline.de:
Wann immer Sie ein Rennen gewinnen, freut Hein Bollow sich mächtig. Auch wieder in Hamburg.

Hubertus Fanelsa:
Zu meinem Lehrmeister Hein Bollow wird für alle Zeiten eine ganz persönliche und herzliche Verbindung bestehen.

GaloppOnline.de:
Mal etwas provokativ: sind Sie nur ein Handicaptrainer oder können Sie auch einen Derbysieger formen?

Hubertus Fanelsa:
Gute Pferde machen gute Trainer. Das ist ein alter Spruch von Heinz Jentzsch, und der stimmt hundertprozentig. Mit Indurain hatten wir auch schon einen Derbysieger, auch wenn es nicht das Deutsche Derby war. Aber auch woanders muss man ein Derby erst einmal gewinnen. Indurain hatte im Jahr seines Derbysieges insgesamt fünf Rennen gewonnen.

GaloppOnline.de:
Es war im letzten Jahr vielfach davon die Rede, Sie würden nach Hoppegarten wechseln. Wie ist der Stand in dieser Hinsicht?

Hubertus Fanelsa:
Ich fühle mich Bremen sehr verbunden, habe hier großen Erfolg. Allerdings: man kann nicht mit beiden Augen gleichzeitig in eine Flasche schauen.

GaloppOnline.de:
Es steht das Meeting in Bad Harzburg auf dem Programm – wieder mit großer Fanelsa-Beteiligung?

Hubertus Fanelsa:
Die Rennen am Weißen Stein sind für mich immer einer der Saisonhöhepunkte und ich werde natürlich mit entsprechendem Aufgebot nach Bad Harzburg fahren.

GaloppOnline.de:
Und die Pferde werden in Flach- und in Hindernisrennen laufen?

Hubertus Fanelsa:
Der illegitime Sport ist schon seit jeher eines meiner besonderen Steckenpferde, gerade auch in Bad Harzburg. So soll das auch bleiben.

GaloppOnline.de:
Was macht den Reiz von Bad Harzburg aus? Sie sind seit vielen Jahren dort ja Stammgast.

Hubertus Fanelsa:
Neben der Volkstümlichkeit des Meetings, die ganz allgemein gilt, zieht mich auch die persönliche Verbundenheit zu guten Freunden jedes Jahr in die Kurstadt.

GaloppOnline.de:
Wie sind die Erwartungen für das Meeting 2003 in Harzburg?

Hubertus Fanelsa:
Wir werden alles daran setzen, ein weiteres Kapitel in der Erfolgsgeschichte in Bad Harzburg zu schreiben.

(08.07.2003)