Interview/Jockey Talks

Mit A. Helfenbein

GaloppOnline.de: Besser hätte die Rückkehr nach Deutschland ja wohl kaum ausfallen können, als mit dem Sieg am Sonntag, oder?

Andreas Helfenbein: Natürlich, Rennen zu gewinnen, bringt immer Spaß und ist mein Job!

GaloppOnline.de: Hatten Sie sich eigentlich etwas ausgerechnet für diesen Tag?

Andreas Helfenbein: Ja, das lässt sich im Nachhinein aber immer leicht sagen.

GaloppOnline.de: Fühlen Sie sich inzwischen wieder angekommen in der alten Heimat?

Andreas Helfenbein: So lange war ich nun wirklich nicht weg, aber wenn Sie so wollen, ja. Drei Monate in einer anderen Welt und Kultur lassen einen viel erleben und vor allem lernen in jeder Beziehung, ob beim Rennen reiten oder privat.

GaloppOnline.de: Wer hat sich eigentlich bei der Rückkehr mehr gefreut, Ihr Sohn Tim oder Sie?

Andreas Helfenbein: Die Freude war bei uns beiden sehr groß!! Er war zwei Monate mit mir in Macao, was für ihn und für mich eine superschöne Zeit war, zumal er im Sommer in die Schule kommt. Dann ist es nicht mehr so einfach, dass ich ihn mitnehmen kann, die Mutter muss auch immer mitspielen, was sie aber gerne getan hat.

GaloppOnline.de: Wie fällt Ihr Fazit für die dreieinhalb Monate in Macao aus?

Andreas Helfenbein: Bei der derzeitigen Rennsportsituation in Macao bin ich von der Gewinnsumme her mehr als zufrieden. Ich habe drei dicke Fische geangelt mit einem Gruppe-II-Rennen und zwei Class One, also höchste Handicaps, zudem die Hauptrennen an den jeweiligen Renntagen gewonnen. Was ich von dort vor allem mitbringe, ist, dass ich am Rennreiten immer noch soviel Spaß habe und wenn ich sehe, wie sich die Pferde weiter entwickeln, wenn man ihnen eine Chance gibt. Sprich, ich habe morgens in der Arbeit schon mal ein Lot mehr mit schwierigen Pferden geritten.

GaloppOnline.de: Wären Sie eigentlich gerne noch etwas länger geblieben?

Andreas Helfenbein: Wenn ich wirklich ehrlich zu mir bin und in mein Inneres höre, eigentlich nicht! Allein schon wegen meines Sohnes Tim. Wirtschaftlich gesehen wäre ich schon gerne drei Monate länger geblieben, aber jetzt bin ich hier und glücklich.

GaloppOnline.de: Wird es eine Wiederholung gegen Ende des Jahres geben?

Andreas Helfenbein: Bei der derzeitigen Situation des Rennsports in Deutschland im Winter denke ich schon. Aber eines muss ich hier auch ganz klar sagen. Wie die Rennbahn am Sonntag in Krefeld besucht war, war richtig klasse! Und ein Freund sagte mir, dass auch der letzte Renntag in Neuss auf der Sandbahn viele Besucher hatte. Wenn jetzt noch das Konzept von German Racing greift, was sich natürlich alle Aktiven wünschen, kann ich ja vielleicht im Winter hier bleiben.

GaloppOnline.de: Hat der dortige Sport inzwischen mehr Anschluss an das Hongkong-Niveau gefunden, oder fällt er immer noch klar ab?

Andreas Helfenbein: Der Sport dort hat meiner Meinung nach die Talsohle durchlaufen. Es wird viel daran gearbeitet, dass es jetzt wieder bergauf geht. Vor fünf, sechs Jahren, als ich dort war, gab es über 800 Pferde. Jetzt sind es ca. 450. Diese Zahl ist jedoch ansteigend. Ziel bis Ende des Jahres ist es, 600 zu überschreiten.

GaloppOnline.de: Jetzt heißt es hier wieder eine Anstellung zu finden. Haben Sie etwas in Aussicht?

Andreas Helfenbein: Ja, ich reite vier Tage in der Woche im Rennstall Löwe aus. Ich konnte mir persönlich ein Bild von den Pferden machen und war sehr positiv überrascht von der sehr guten Qualität im Stall. Ich freue mich über jeden Ritt auf einem Pferd aus dem Stall, für den man auch ausreitet. Es gibt aber keinen Stalljockeyvertrag. Die Familie Löwe und ich haben schon so schöne Rennen gemeinsam gewonnen, dass ich mich richtig auf die Zusammenarbeit freue!

GaloppOnline.de: Als Kölner möchten Sie wohl auch dort am liebsten arbeiten, oder?

Andreas Helfenbein: Also, auch wenn ich kein waschechter Kölner bin, ist das richtig.
Es macht schon riesig Spaß,in Köln auszureiten.

GaloppOnline.de: Wie und wo halten Sie sich derzeit fit?

Andreas Helfenbein: Rein mit Sport. Mein letzter Ritt in Asien ist noch keine zwei Wochen her. Also habe ich auch noch keinen Trainingsrückstand. Ab dem 1.April reite ich wieder in der Arbeit mit.

GaloppOnline.de: Auch wenn Sie erst ein paar Tage wieder hier sind, sei die Frage nach den Zielen in der Saison 2011 gestattet. Wie sehen die aus?

Andreas Helfenbein: Also, wenn ich bei „Wünsch dir was“ wäre, würde ich sagen:
Fünfzig Siege, davon fünf Listen- und zwei, drei Gruppe-Rennen.

(26.03.2011)