Interview/Jockey Talks

Mit H. Matthiessen

GaloppOnline.de: In der vorigen Woche wurde die neue Wette Traloppo vorgestellt. Welche Erwartungen haben Sie in dieses Produkt? Was springt für den Renn Club heraus?

Hans-Ludolf Matthiessen: Zumindest mittelfristig erwarte ich von der neuen Wette einiges. Die Zusammenarbeit mit Lotto hat dem Rennsport in früherer Zeit durch die RennQuintett-Wette viel Geld eingebracht. Das ist zwar lange her, aber Lotto betreibt unverändert als einzige Institution in Deutschland ein riesiges Netz mit 26.000 Annahmestellen.

Darum haben wir versucht die seit mehreren Jahren unterbrochene Zusammenarbeit wieder ins Leben zu rufen. Eine kleine Projektgruppe arbeitete zwei Jahre, bis nunmehr für alle teilweise recht komplizierten organisatorischen, rechtlichen und technischen Fragen eine Lösung gefunden wurde.

Die wöchentlichen Tralopporennen werden in die bestehende „Wettchance des Tages“ integriert. Die bei Lotto getätigten Wetten fliessen in den Totalisator der jeweiligen Rennbahn, die am Sonntag die Wettchance des Tages, also die Viererwette durchführt.

Daher partizipieren alle Vereine an der neuen Wette, denen am Sonntag das Rennen mit der „Wettchance des Tages“ zugeteilt wird. Der Hamburger Renn-Club ist zwar Vertragspartner, wird aber nur zweimal jährlich, nämlich an den beiden Sonntagen des Derby-Meetings, Traloppo-Rennen durchführen.

Das zweite wöchentliche Tralopporennen ist ein Trabrennen am Donnerstag. Diese Rennen werden zunächst ausschliesslich in Hamburg ausgetragen.

GaloppOnline.de:Die Kombinationsmöglichkeiten sind sehr eingeschränkt bei Traloppo. Wie sollen Großwetter zu Wetten animiert werden?

Hans-Ludolf Matthiessen: Lotto suchte eine einfache Wettformel, die in das allgemeine Lotto-Angebot passt. Darum gibt es auf dem Traloppo-Schein nur zwei Möglichkeiten: Für 1 Euro eine Viererwette in richtiger Reihenfolge zu tippen oder eine Vollkombination von vier Pferden. Hier wurde der Mindesteinsatz auf 10 Cent gesenkt, die Kombinationswette kostet also 2,40 Euro.

Diese Kombination kann auch mit höheren Gesamteinsätzen von 12 oder 24 Euro gespielt werden. Dazu kommt immer eine Siegwette von 1 Euro. Durch diese zusätzliche Siegwette soll, ähnlich wie bei drei Richtigen im Lotto, ein häufigerer kleinerer Gewinn erreicht werden. Alle Wetten fliessen in die Rennbahntotalisatoren, erhöhen also dem Umsatz in der Viererwette und in der Siegwette.
Zielgruppe des Projekts sind in erster Linie neue Wetter.

Die Grosswetter können wie bisher ihre Viererwetten auf der Rennbahn oder in den Wettannahmestellen abgeben. Zusätzlich ist dies jetzt auch in den Hamburger Lotto-Annahmestellen an den Jackpoints möglich.

GaloppOnline.de: Ist geplant, die Rennen im Fernsehen zu zeigen?

Hans-Ludolf Matthiessen: Geplant ja, aber die Ausstrahlung im frei empfangbaren TV kostet viel Geld. Ob und wann ein finanziell tragbarer Weg gefunden wird, lässt sich heute noch nicht sagen. Wir arbeiten an einer Lösung.

GaloppOnline.de: Wie ist das Interesse anderer Bundesländer an Traloppo?

Hans-Ludolf Matthiessen: Mehrere andere Bundesländer haben ihr Interesse bekundet, sich dem Projekt anzuschliessen. Es sollte aber zunächst abgewartet werden, bis vor allem die technischen Fragen der Wettübermittlung, also die Schnittstellen zwischen dem Lotto-System und den Rennbahntotalisatoren, auf der Basis des von Lotto geforderten hohen Sicherheitsstandards zufriedenstellend gelöst worden sind. Das war schwierig und aufwendig, ist aber jetzt geschafft.

GaloppOnline.de: Wie sind die Chancen, die anderen Wetten (außer der Viererwette) neuen Leuten nahezubringen?

Hans-Ludolf Matthiessen: Sozusagen als Nebenprodukt haben wir für die Zusammenarbeit mit Lotto eine fast sensationelle Erweiterung der Wettmöglichkeiten erreichen können. Nicht nur die Traloppo-Wette kann in den Lottoshops gespielt werden, sondern jetzt ist es dort auch möglich, Siegwetten, Platzwetten, Zweierwetten, Dreierwetten und Viererwetten für alle deutschen Galopprennen und Trabrennen abzugeben. Diese Wetten werden dann in die jeweiligen Totalisatoren vermittelt. Das ist einige riesige Zukunftschance für den Rennsport.

Die Marketingexperten des Rennsports müssen sich nun Strategien überlegen, wie man diese Möglichkeit zur Umsatzsteigerung im Rennsport nutzen kann. Das Ganze wird natürlich noch interessanter, wenn das Netz durch andere Bundesländer erweitert wird. Eigentlich könnte damit ein Wunschtraum des Rennsports in Erfüllung gehen. Einfacher kann man an ein flächendeckendes Wettannahmestellennetz nicht herankommen. Diese Chance gilt es nun zu nutzen.

Für diese Vermittlungswetten gelten seit Inkrafttreten des Lotterie-Staatsvertrags die gleichen Regeln wie für die von Lotto angebotene Oddset-Sportwette. In allen 430 Hamburger Lotto-Annahmestellen stehen Jackpoints, also Terminals, an denen auch Sportwetten abgegeben werden können. Dort muss sich der Teilnehmer zunächst registrieren, so schreiben es die neuen gesetzlichen Regelungen vor. Dies haben in Hamburg bislang mehr als 20.000 Personen getan.

Der Mitspieler erhält dann eine Legitimation in Form einer Scheckkarte, mit der er in jeder Hamburger Lotto-Annahmestelle am Jackpoint seine Wetten abgeben kann. Unabhängig davon, welche Umsätze auf dieser Vertriebsschiene kurzfristig erzielt werden können, ist die Präsenz des Produkts einer Pferdewette in den Lottoshops ein interessanter Werbefaktor für den Rennsport.

GaloppOnline.de: Für das Derby springt Vizepräsident Albert Darboven als Sponsor ein. Wie kam es zu diesem Rettungsanker und weshalb sind die Verhandlungen mit Qatar gescheitert?

Hans-Ludolf Matthiessen: Ohne Werbepartner und Sponsoren wäre die Durchführung des Derby-Meetings auf dem heutigen Niveau mit Rennpreisen von mehr als 1,5 Mio. Euro nicht möglich. Nachdem BMW nach langer und erfolgreicher Zusammenarbeit keinen neuen Vertrag mit dem HRC abgeschlossen hat, wurden die Verhandlungen mit einem neuen Hauptsponsor im Herbst 2008 schlagartig viel schwieriger, als es auch in Deutschland plötzlich zu einer wirtschaftlichen Rezession kam.

Verständlicherweise ist gegenwärtig kaum ein Unternehmen bereit, in Zeiten rückläufiger Erträge, Entlassung von Mitarbeitern und ähnlichen unerfreulichen Begleitumständen neue Gelder für das Sponsoring von Pferderennen bereitzustellen.

Unser Vize-Präsident Albert Darboven hat schon seit langer Zeit ungeheuer viel für den Galopprennsport in Hamburg getan. Als überzeugter Hanseat wollte er unbedingt auch in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld das Derby und das Derby-Meeting für Hamburg erhalten. Ohne sein Engagement wäre die Finanzierung des Hamburger Meetings kaum möglich gewesen.

Seit zwei Jahren besteht eine enge Verbindung zwischen dem HRC, dem Deutschen Rennverband für Arabische Vollblüter (DRAV) und dem Emirat Qatar. Dabei wurde das Engagement unserer Partner stetig vergrössert. Dies dokumentierte letztes Jahr die Austragung des Qatar-Cups in Hamburg, mit Rennpreisen von 80.000 Euro das höchstdotierte Rennen für arabische Vollblüter, das jemals in Deutschland gelaufen wurde.

Natürlich haben wir mit unseren Partnern über eine noch weitergehende Zusammenarbeit gesprochen. Es gab freundschaftliche Gespräche, aber keine Verhandlungen. Diesen Weg wollen wir weiter beschreiten, wir werden sehen, in welcher Form die Partnerschaft in Zukunft ausgebaut werden kann.

GaloppOnline.de: Wer übernimmt nun den Hansa-Preis? Ist Katar noch mit Araberrennen präsent?

Hans-Ludolf Matthiessen: Als es keinen anderen Weg mehr gab, hat Albert Darboven vor wenigen Tagen die Sponsorship für das Deutsche Derby übernommen. Verständlicherweise konnten wir in so kurzer Zeit für den bisherigen Idee-Hansa-Preis noch keinen neuen Partner gewinnen.Die Zusammenarbeit mit dem DRAV und dem Emirat Qatar wird fortgesetzt. Am Derbytag wird wieder der mit 80.000 Euro dotierte Qatar-Cup gelaufen, am Samstag davor der Doha-Cup um 25.000 Euro. Qatar bleibt damit einer der wichtigsten Sponsoren unseres Meetings.

GaloppOnline.de: Wie ist die Sponsorensituation in schwierigen Zeiten?

Hans-Ludolf Matthiessen: Bis auf unseren bisherigen Hauptsponsor BMW sind fast alle Partner und Sponsoren beim Meeting 2009 wieder dabei. Einige neue Partner sind sogar noch dazu gekommen. Dieses Ergebnis ist in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation in Deutschland wirklich nicht selbstverständlich. Ich kann nur den Hut vor allen ziehen, die mitgearbeitet haben, um dies zu erreichen. Meine Vorstandskollegen und unsere Agentur Beyer & Partner haben in den letzten Monaten hart, aber auch sehr erfolgreich gearbeitet.

Von unseren bisherigen Partnern fehlen allerdings noch RaceBets.com, pferdewetten.de und Jaxx, also die drei grossen Internet-Buchmacher. Sie waren 2008 Sponsoren für drei hoch dotierte Rennen. Leider gab es bislang noch keine Einigkeit über den Abschluss der neuen Verträge zwischen dem Galopprennsport und den Plattform-Betreibern. Solange keine Vereinbarungen über die künftige Zusammenarbeit unterzeichnet sind, wollen diese drei Buchmacher verständlicherweise wegen ihrer nicht geklärten Zukunftsperspektiven im Bereich Galopprennen nicht mit dem HRC über die Fortsetzung des Sponsorings sprechen.

GaloppOnline.de: Baden-Baden hat die Dotierungen weiter zurückgefahren, worauf die Nennungsergebnisse weiter zurückgingen. Ist das der richtige Weg? Wie verfährt Hamburg?

Hans-Ludolf Matthiessen: In den Statistiken der pro Rennen erzielten Totoumsätze steht Hamburg seit mehr als zehn Jahren hinter Baden-Baden weit vor allen anderen Bahnen auf dem zweiten Platz. Dies ist nur zu erreichen, wenn etwas Besonderes geboten wird. Niemand wird sein Pferd nach Hamburg transportieren, wenn es dort nicht deutlich mehr als in vergleichbaren Rennen auf anderen Bahnen zu gewinnen gibt.

Mit sechs Grupperennen an den sieben Renntagen, zwei Listenrennen und zwei Auktionsrennen haben alle Tage spektakuläre Höhepunkte. In allen anderen Rennen liegen wir weit über dem Bundesdurchschnitt. Insbesondere im sogenannten Basissport, also den Ausgleichen III und IV, sowie den Rennen der Kategorien D, E und F sind unsere Rennpreise auf einem Niveau, wie es das sonst in Deutschland nicht gibt.

Es bleibt nur zu hoffen, dass Besitzer und Trainer dieses Angebot annehmen und nach Hamburg kommen, denn sonst können wir künftig ein solches Rennpreisniveau nicht halten. Das Geläuf bietet übrigens seit dem Vorjahr keinen Anlass mehr zur Kritik. Die hohen Investitionen in diesem Bereich haben sich gelohnt und wurden von allen Beteiligten gelobt.

GaloppOnline.de: Ist eine Sechs-Tage-Rennwoche noch rentabel oder zeitgemäß oder denkt man über eine Verkürzung nach?
Das Derby-Meeting wird auch 2009 wieder sieben Renntage umfassen. Eine Verkürzung wird es nur dann geben, wenn durch das Nennungsergebnis die Rennen nicht mehr ausreichend zu besetzen sind.

Hans-Ludolf Matthiessen: Eine solche Massnahme wäre wahrlich nicht im Interesse von Besitzern und Trainern. Dies würde die Verdienstmöglichkeiten weiter verringern. Meiner Meinung nach braucht der deutsche Galopprennsport nicht weniger sondern mehr Rennveranstaltungen. Sobald sich der Pferdebestand wieder erhöht, wird das auch passieren.

Pferdebestand und das Angebot von Rennen stehen in einem untrennbaren Verhältnis. Bietet man weniger Rennen an, wird der Pferdebestand zurückgehen. Erhöht man dagegen das Angebot, natürlich auf der Basis einigermassen attraktiver Rennpreise, wird sich auch die Zahl der Besitzer von Rennpferden wieder erhöhen, weil dann die Chance besteht, einen Teil der Kosten wieder herein zu bekommen.

Wirtschaftlich würde eine Verringerung der Renntage in Hamburg gar nichts bringen. Jeder Renntag bringt uns bei den gegenwärtigen Totoumsätzen einen Deckungsbeitrag. Das Gelände in Horn ist während des Jahres ein Freizeitpark. Um diesen in einen Zustand zu versetzen, der den Ansprüchen von Besuchern und Werbepartnern genügt, sind erhebliche Aufwendungen erforderlich. Diese fallen an, unabhängig davon, ob wir nur einen Renntag oder ein Sieben-Tage-Meeting durchführen.

GaloppOnline.de: In Bad Harzburg gibt es in diesem Jahr Super-Handicaps mit enormen Dotierungen und einem Top-Viererwetten-Jackpot. Ist das auch in Hamburg vorgesehen?

Hans-Ludolf Matthiessen: Die Super-Handicaps sind für die Aktiven eine feine Sache, obwohl ich insbesondere bei Ausgleichen solche Rennen manchmal etwas skeptisch sehe. Natürlich könnten wir auch in Hamburg drei Ausgleiche extrem hoch dotieren und die anderen Ausgleiche auf dem in Deutschland allgemein üblichen Rennpreisniveau belassen. Wir gehen in Hamburg einen etwas anderen Weg.

In insgesamt 23 Ausgleichen III und IV gibt es bei uns höhere Rennpreise als woanders, Siegpreise von 6.000 Euro im Ausgleich III oder von 5.000 Euro im Ausgleich IV sind in dieser Anzahl von Rennen auch nicht zu verachten.

Die Entstehung eines Jackpots kann der Veranstalter nicht beeinflussen. Wenn in den Rennen mit Viererwette Aussenseiter vorn sind, wird eine Viererwette manchmal nicht getroffen und es entsteht ein Jackpot. Die Entstehung von Jackpots ist zufallsbedingt.

GaloppOnline.de: Was ändert sich am Programm der Derby-Woche?

Hans-Ludolf Matthiessen: Wir arbeiten Jahr für Jahr daran, das rennsportliche Angebot den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Dabei möchten wir praktisch jedem Pferd eine Startmöglichkeit in Hamburg anbieten. In den Ausschreibungen wurde 2009 das neue Kategoriesystem berücksichtigt. Die Aktiven haben also die Wahl, ob sie in Handicaps oder diesen neuen Rennen antreten wollen.
Die tragenden Rennen sind fast unverändert.

Nur der Hansa-Preis weist in diesem Jahr mit 75,000 Euro einen geringeren Rennpreis als 2008 auf, liegt aber immer noch über fast allen deutschen Gruppe II-Rennen. Auf die Austragung des Sierstorpff-Rennens werden wir 2009 verzichten. Die Starterzahl ging ständig zurück, offensichtlich ist das Rennen für die Zweijährigen zu früh im Jahr. Zudem können ja jetzt siegreiche Pferde mit einem Aufgewicht in jedem anderen Zweijährigenrennen starten. Darum halten wir unsere Entscheidung sportlich für vertretbar.

Wir sind froh, dass wir alle anderen Rennen auf dem gleichen hohen Preisniveau des Vorjahrs erneut anbieten können. Dabei werden wir wie immer bei grossen Starterzahlen lieber ein Rennen teilen, als durch ein Ausscheidungsverfahren Pferde nicht zuzulassen, die gerne in Hamburg starten möchten. Dies wird auch 2009 eine Ausnahme bleiben, wenn es gar nicht anders geht.

GaloppOnline.de: Welche gesellschaftlichen Veranstaltungen sind geplant?

Hans-Ludolf Matthiessen: Wichtigste Ereignisse sind die Championatsehrung im Rathaus der Hansestadt Hamburg und das Derby-Dinner für die Besitzer der am Derby teilnehmenden Pferde. Beides ist am Vortag des Derbys, wobei die Champions am Vormittag wieder in einem eindrucksvollen Rahmen geehrt werden.

GaloppOnline.de: Wird das Derby im TV gezeigt? Welche Startzeit ist geplant? Wird es wieder eine 12-Rennen-Karte geben?
Die Berichte im NDR-Fernsehen waren in den letzten Jahren ausgezeichnet und eine Werbung für unseren Sport. Die Live-Übertragung im ZDF scheiterte letztes Jahr an dem durch das Unwetter verzögerten Start.

Hans-Ludolf Matthiessen: Zwar liegt uns bis heute noch keine Zusage einer Live-Übertragung vor, die Gespräche sind zumindest vielversprechend. Um hier flexibel zu bleiben, wurde die Startzeit noch nicht endgültig festgelegt, voraussichtlich wird der Start zwischen 17.00 Uhr und 17.30 Uhr erfolgen. Die Zwölf-Rennen-Karte am Derbytag ist im Galopprennsport zweifellos ungewöhnlich, aber wirtschaftlich und organisatorisch sinnvoll.

Für alle Rennen vor dem Derby ist es vergleichweise einfach einen Sponsor zu finden, nach dem Derby müssen mindestens zwei Rennen stattfinden, denn die Auszahlung der Wetten erfordert einen gewissen Zeitrahmen. Immerhin müssen auf der Bahn nach dem Derby bis zu 300.000 Euro ausgezahlt werden. Insbesondere bei kleinen Quoten bedeutet das eine Vielzahl von Auszahlungsvorgängen. Durch zwei oder drei Rennen nach dem Derby werden diese Vorgänge auf einen längeren Zeitraum verteilt.

Ansonsten kann es passieren, dass im Rennen nach dem Derby viele ihre nicht Wetten abgeben können, weil die Kassen durch Auszahlungen blockiert sind. Noch schlimmer wäre es, wenn immer noch Menschen an den Auszahlkassen stehen, wenn der Renntag schon vorbei ist.Das Volumen des Derbytages beweist auch ein Blick auf die verkauften Wettscheine. 2008 wurden auf der Bahn mehr als 108.000 Wettscheine abgegeben, dazu waren an den Kassen die Auszahlungen vorzunehmen.

Abgesehen von Baden-Baden werden diese Zahlen in Deutschland auch nicht annähernd erreicht. Selbst an den teilweise prächtig besuchten Kölner Renntagen konnte 2008 nur einmal die Marke von 40.000 verkauften Wettscheinen knapp übertroffen werden. Eine Übersättigung des Publikums ist erfahrungsgemäss durch das lange Programm auch nicht gegeben, denn für die Hamburger Rennsportfans ist nach dem Derbytag ein Jahr Rennpause.

GaloppOnline.de: Wie ist der Stand der Dinge in Sachen Doppelrennbahn?

Hans-Ludolf Matthiessen: Es ist einmalig in Deutschland, dass sich ein Bundesland überlegt, Finanzmittel bereitzustellen, um eine Rennbahn auszubauen und zu modernisieren. Eine solche Planung erfordert natürlich Zeit. Eine daneben erforderliche Überlegung ist die städteplanerisch sinnvolle neue Nutzung des Geländes der heutigen Trabrennbahn in Bahrenfeld.

Der Senat der Hansestadt Hamburg wird die grundsätzliche Entscheidung über das weitere Vorgehen voraussichtlich noch in diesem Jahr treffen. Eine modernsten Anforderungen entsprechende neue Rennbahn wäre für den deutschen Rennsport eine gewaltige Motivation.

(26.05.2009)