Interview/Jockey Talks

Mit Günther Gudert

GaloppOnline.de: Präsidentin Dagmar Mühlenfeld hat das politische Feld aufarbeitet, von dieser Seite her kann man sicher mit großem Optimismus in Mülheim in die Zukunft blicken. Wie sieht es im Sponsoren-Bereich aus?

Günther Gudert: Ganz bestimmt auch nicht schlecht. Die bekannten Sponsoren haben uns die Treue gehalten, zudem sind neue aus der Mülheimer Wirtschaft hinzugestoßen.

GaloppOnline.de: Da hat dann die Politik auch die Finger mit im Spiel?

Günther Gudert: Sicherlich, und das ist auch das Ziel von Dagmar Mühlenfeld. Wir alle wissen, dass aus den Finanztöpfen der Kommunen nicht mehr viel kommen kann. So muss man halt anders ansetzen, um den Rennsport zu erhalten und zu fördern.

GaloppOnline.de: Dass also der Stadt eng verbundene Firmen und Gesellschaften als Sponsoren auftreten?

Günther Gudert: Genau, darum geht es. Und das funktioniert auch. Wie z.B. RWE, die erneut das Derby-Trial, das im Vorjahr im Übrigen der spätere Derby-Sieger Shirocco gewann, finanzieren. Oder der tolle Sparkassen-Renntag, der vor allem auch von Familien groß angenommen wird. Diese Renntage sind für die Stadt Mülheim eine glänzende Werbung.

GaloppOnline.de: Ist das Sponsoringpaket für 2005 geschnürt?

Günther Gudert: Ja, wenngleich von nun noch 12 geplanten Renntagen - einer musste bereits aus Witterungsgründen abgesagt werden - zwei noch nicht vermarktet sind und somit auf der Kippe stehen. Da das Direktorium wieder kurzfristig vor eine neue Situation gestellt wurde, müssen wir für diese beiden Renntage erst einmal weitere Signale abwarten. Die weiteren zehn Renntage sind gesichert.

GaloppOnline.de: Wie hoch ist das Sponsorenaufkommen für 2005?

Günther Gudert: Es liegt derzeit bei etwa einer viertel Million Euro.

GaloppOnline.de: Sie als Vorstand von www.pferdewetten.de sind ja im Bilde, in wieweit nun Mülheim mit diesem Unternehmen rechnen kann?

Günther Gudert: Das Unternehmen www.pferdewetten.de will als Internet-Anbieter dem Rennsport einiges zurückgeben. Wir sponsern ja bereits große Rennen wie zum Beispiel den Preis der Diana, das Krefelder Dr. Busch-Memorial oder den ehemaligen Müller-Brot-Preis, der jetzt unter dem Namen www.pferdewetten.de-Bavarian Classic gelaufen wird. Nun haben wir uns entschlossen, die Mülheimer Bahn zu unterstützen.

GaloppOnline.de: Warum gerade Mülheim?

Günther Gudert: Der Mülheimer Rennverein kann auf eine große Turf-Tradition zurückblicken. Knapp 180.000 Menschen leben in dieser Stadt, das unmitttelbare Einzugsgebiet Müllheim umfasst durch seine Lage inmitten der Stätte Duisburg, Oberhausen, Essen und Düsseldorf rund 3 Millionen und in einem Umkreis von gerademal 30 Fahrtminuten cirka fünf Millionen Menschen. Das sind ganz gewiss hervorragende Bedingungen, um an neue Kunden heranzukommen.

GaloppOnline.de: Wie sieht das pferdewetten.de-Engagement genau aus?

Günther Gudert: Zunächst einmal denke ich, dass wir zwei Renntage finanzieren, aber wir planen noch mehr.

GaloppOnline.de: Gibt es bereits konkrete Gedanken?

Günther Gudert: In Mülheim werden die größten Sporthallen per Namensgebung durch Wirtschaftsunternehmen gesponsert. Ähnliches schwebt uns für die Mülheimer Rennbahn vor. Die Politik hat für diese Vermarktung weitgehend grünes Licht gegeben.

GaloppOnline.de: Da würde dann reichlich Geld fließen?

Günther Gudert: Wir denken für unser komplettes Engagement schon an eine hohe fünf- oder sogar sechsstellige Summe.

GaloppOnline.de: Plant das Münchner Unternehmen weitere Investitionen in Mülheim?

Günther Gudert: Durchaus denkbar. Wir könnten uns gut vorstellen, auf der Mülheimer Rennbahn ein Buchmachergeschäft zu eröffnen. Auf anderen Bahnen hat sich dieses Konzept und auch dieser Standort bestens bewährt.

(12.03.2005)