Interview/Jockey Talks

Mit Frankie Dettori

GaloppOnline.de: Wie kamen Sie zum Ritt auf Scalo?

Frankie Dettori: Olivier (Peslier) rief mich nach seinem Sturz am Samstagabend an. Er sagte mir, dass er Mumm auf Scalo habe, dieser ein sehr gutes Pferd sei und er auch glaube, dass er vierjährig noch besser sein würde. Das waren natürlich Informationen, die für mich Grund genug waren, nach Köln zu kommen.

GaloppOnline.de: Wieviele Manager haben Sie eigentlich?

Frankie Dettori: Ich habe einen für meine Ritte, Ray Cochrane, und einen für die geschäftlichen Sachen, wie Werbung und Anderes.

GaloppOnline.de: Was hätten Sie denn sonst an diesem Tag gemacht?

Frankie Dettori: Der Plan war, einen Familientag mit den Kindern zu verleben. Wir wollten Quad Bike fahren und ein bißchen feiern. Und danach hatte ich mich auf das Premier League Top-Spiel zwischen Manchester United und dem FC Chelsea gefreut. Aber das Rennreiten ist mein Job und deshalb bin ich nach Köln gekommen.

GaloppOnline.de: Ihr Eindruck von Scalo?

Frankie Dettori: Ein kleines, sehr gutes Pferd, für das sich der Rennverlauf im Gerling-Preis aber nicht günstig gestaltete, da er ein schnelleres Rennen benötigt, als es im Gerling-Preis der Fall war. Da es zudem sein erster Start war und er sicher noch nicht bei 100 Prozent war, denke ich schon, dass er auch international auf Gruppe I-Ebene mitmischen kann.

GaloppOnline.de: An Köln haben Sie sicher auch vorher gute Erinnerungen, oder?

Frankie Dettori: Ja, natürlich. Ich komme auch immer wieder gerne hierher. Ich habe ja im vergangenen Jahr hier noch die 2.000 Guineas mit Frozen Power gewonnen.

GaloppOnline.de: Apropos Guineas. In der vergangenen Woche haben Sie ja mit Blue Bunting die britischen 1.000 Guineas gewonnen. Was können Sie uns über die Stute sagen?

Frankie Dettori: Wir waren von ihrem Sieg selbst überrascht, natürlich positiv. Ihre richtige Stärke liegt auf einer weiteren Distanz, wir haben sie eher als Oaks-Kandidatin gesehen.

GaloppOnline.de: Kann Blue Bunting in den Oaks geschlagen werden?

Frankie Dettori: Wir reden ja von Pferderennen, daher ist das immer möglich. Sie ist aber Favoritin und es bedarf sicher eines sehr guten Pferdes, um sie zu schlagen.

GaloppOnline.de: Der Sieg mit Blue Bunting war Ihr erster in den 1.000 Guineas seit neun Jahren. War es ein ganz besonders wichtiger Erfolg für Sie?

Frankie Dettori: Ja, 2002 hatte ich mit Kazzia gewonnen. Es war ein wichtiger Sieg, aber für mich ist jeder Sieg für Godolphin wichtig. Ich glaube, es war mein 40. klassischer Erfolg.

GaloppOnline.de: Blue Bunting wird von Mahmood Al Zarooni trainiert, der in relativ kurzer Zeit für Godolphin bereits sehr erfolgreich trainiert. Wird er Saeed Bin Suroors Nachfolger oder bleibt er Nummer zwei?

Frankie Dettori: Da gibt es keine Rangfolge. Mahmood ist in dieser Saison mit seinen Pferden schon sehr erfolgreich gewesen, aber die Pferde von Saeed werden in der zweiten Jahreshälfte sicher ähnliche Erfolge einfahren.

GaloppOnline.de: Haben Sie bei beiden Trainern den ersten Ruf?

Frankie Dettori: Der Boss bestimmt, wen ich reite.

GaloppOnline.de: Wer ist für Sie die größte Derby-Hoffnung von Godolphin?

Frankie Dettori: Da möchte ich erst einmal die Trials abwarten. Ein gutes Pferd ist sicher Casamento, für den die Distanz in den 2.000 Guineas zu kurz war.

GaloppOnline.de: Was ist mit Campanologist? Kommt er bald wieder nach Deutschland?

Frankie Dettori: Bestimmt. Er war in den Jockey Club Stakes in Newmarket erst bei 80 Prozent. Er mag es, zu reisen. Und im letzten Jahr war der Sieg in Hamburg natürlich eine tolle Sache mit den englischen Fans.

GaloppOnline.de: Werden Sie ihre Karriere bei Godolphin beenden?

Frankie Dettori: Ich reite jetzt seit 17 Jahren für Godolphin und werde dort so lange bleiben, wie man mich will. Ich hoffe, das ist noch einige Zeit.

GaloppOnline.de: Wissen Sie auch schon, was Sie nach Beendigung Ihrer Jockey-Karriere machen?

Frankie Dettori: Nein, da habe ich bislang überhaupt noch keine Pläne.

(11.05.2011)