Interview/Jockey Talks

Mit Eugen Wahler

GaloppOnline.de: Wie fällt Ihre erste Bilanz aus?

Eugen-Andreas Wahler: Die Stimmung auf der Bahn war ausgezeichnet, insbesondere am Derby-Tag. Es hat einen sehr populären Sieger gegeben, ein Hamburger Besitzer mit einem Hamburger Jockey hat gewonnen, was will man mehr. Und der war auch noch Favorit. Aber wenn man sich die Zahlen ansieht, dann ist das doch alles sehr ernüchternd.

GaloppOnline.de: Insbesondere der Bahnumsatz ist rückläufig gewesen.

Eugen-Andreas Wahler: Es waren auch deutlich weniger Leute auf der Bahn, was insbesondere an den heißen Temperaturen lag. Da kann man sogar nachvollziehen, dass man andere Aufenthaltsorte vorsieht.

GaloppOnline.de: Was werden die Konsequenzen sein? Wird es nächstes Jahr weniger Renntage geben?

Eugen-Andreas Wahler: Die Problematik liegt in den Fixkosten. Wenn wir Zelte und Tribünen aufstellen, dann kostet das eine bestimmte Summe. Ob wir nun einen, fünf oder sieben Renntage durchführen, es bleibt sich gleich. Natürlich kommt das alles auf den Prüfstand, und wir werden es genau analysieren.

GaloppOnline.de: Sie zahlen in den Basisrennen mit die höchsten Rennpreise in Deutschland. Trotzdem sind die Felder sehr übersichtlich gewesen. Woran lag das?

Eugen-Andreas Wahler: Ich konnte das teilweise nicht nachvollziehen. Natürlich haben wir in Deutschland weniger Pferde als früher im Training. Aber mancher Trainer scheint lieber einen Punkt machen zu wollen, als in einem interessant dotierten Rennen vorne zu sein.

Natürlich könnte man jetzt sagen, wir erhöhen nochmals, doch geht das aus finanziellen Gründen nicht. Deshalb werden sicher auch die Rennpreise ein Diskussionspunkt sein, denn wenn in einem mit 9000 Euro dotierten Ausgleich III nur fünf Pferde laufen, ist das schon bedenklich.

GaloppOnline.de: Es gab Trainer, die den Boden zu trocken fanden.

Eugen-Andreas Wahler: Friedrich Schenk und sein Team haben hervorragende Arbeit geleistet. Peter Schiergen und Andrasch Starke etwa haben unisono bestätigt, dass das Geläuf für die Jahreszeit und bei der Hitze in hervorragendem Zustand war. Dagegen haben andere Trainer ihren Besitzern vorgegaukelt, es sei „knüppelhart“. Da ist scheinbar ganz bewusst nicht die Wahrheit gesagt worden.

GaloppOnline.de: Neu war das Sponsoren-Zelt direkt an den Rails. Wie ist es angenommen worden?

Eugen-Andreas Wahler: Die Gäste dort waren durchweg begeistert, es ist ja auch ein sehr attraktiver Platz. Ich denke auch, dass wir mit der Location der Siegerehrung richtig gelegen haben. Das Problem in Horn ist nun einmal, dass sich vieles im Innenraum abspielt, ein Abstand zur Tribüne da ist. Das ist halt nicht zu überbrücken. Wichtig ist aber auch, dass wir immer den „normalen“ Rennbahnbesucher im Auge behalten.

GaloppOnline.de: Mit der Agentur von Friederike Beyer hatten Sie einen neuen Partner im Boot. Wie war ihr Eindruck?

Eugen-Andreas Wahler: Sie hat einen sehr guten Job gemacht, uns neue Sponsoren gebracht, darauf lässt sich aufbauen.

GaloppOnline.de: Es bleibt natürlich die Frage nach der Zusammenarbeit mit BMW. Schon dieses Jahr war es kein einfacher Akt, bis die Unterschriften unter Dach und Fach waren.

Eugen-Andreas Wahler: Diesbezügliche Verhandlungen werden demnächst aufgenommen. Eines ist aber klar: Die Damen und Herren von BMW haben am Sonntag sehr zufrieden und in bester Stimmung Hamburg verlassen und haben mehrfach zum Ausdruck gebracht, dass es ihnen sehr gefallen hat. Und dass sie am Samstag beim Derby-Dinner mit die letzten waren, die das Hotel Atlantic verlassen haben, ist bestimmt auch kein schlechtes Zeichen.

(27.07.2006)