Interview/Jockey Talks

Mit Engelbrecht-Bresges

GaloppOnline.de: Gegen welche Bewerber hat sich Andreas Schütz durchgesetzt?

Engelbrecht-Bresges: Vor sechs bis sieben Monaten wurde die grundsätzliche Entscheidung getroffen, dass die nächste Lizenz an einen Trainer aus der nördlichen Hemisphäre vergeben wird. Damit wollten wir eine Balance zwischen den beiden Hemisphären herstellen. Dazu gab es eine World Wide Search. Wir hatten interessante Anfragen aus den USA und Europa. Nach langen Diskussionen ist das Licence Commitee zu der Auffassung gekommen, dass er der am besten geeignete Kandidat ist. Und am Freitag wurde die Entscheidung verkündet.

GaloppOnline.de: Welche Aktivitäten gehen dieser Entscheidung voraus?

Engelbrecht-Bresges: Wir führen Interviews. Die Trainer schicken Resumees, natürlich wird viel diskutiert.

GaloppOnline.de: Die Lizenz ist nur von beschränkter Dauer?

Engelbrecht-Bresges: Sie beginnt am 1. Juli 2006 mit dem Start der nächsten Saison. Lizenzen gelten bei uns immer nur für ein Jahr. Pro Jahr muss man sie stets neu beantragen. Ein Trainer muss Mindestkriterien erfüllen, zum Beispiel bei der Gewinnsumme, die stets überprüft werden. Wir sind der Ansicht, dass Andreas Schütz einer der Top-Trainer hier in Hong Kong werden kann.

GaloppOnline.de: Mit wieviel Pferden wird er anfangen?

Engelbrecht-Bresges: Ich denke mit 35 bis 40 Pferden. Er muss hier Besitzer selbst finden. Das fällt in die Eigenverantwortung eines Trainers. Schütz muss sich bewusst sein, dass er hier mit einigen der besten Trainer der Welt konkurriert. Das ist eine sehr wettbewerbsorientierte Umgebung. Er ist meiner Meinung nach einer der besten Trainer in Europa.

GaloppOnline.de: Muss sich ein Trainer um sein Personal selbst bemühen?

Engelbrecht-Bresges: Ein Team wird gestellt. Arbeitsreiter, Stallpersonal, das alles stellt der Hong Kong Jockey Club zur Verfügung. Der Trainer ist quasi der Team-Leader. Er muss mit den Besitzern kommunizieren, kann sich auf das Training konzentrieren.

GaloppOnline.de: Welchen Stall werden seine Pferde beziehen?

Engelbrecht-Bresges: Das entscheidet sich Ende Juni. Jedes Jahr werden die Ställe neu verteilt, je nach aktuellem Bedarf und Gegebenheiten.

GaloppOnline.de: Dabei ist es nicht einfach, Besitzer in Hong Kong zu werden, sondern nur möglich für ein Mitglied des Jockey Clubs, das per Losentscheid bestimmt wird. Wie groß ist denn der Andrang?

Engelbrecht-Bresges: Wir vergeben 250 Lizenzen an Besitzer. Es gibt aktuell 1200 Bewerbungen. Die Chance, ein Pferd als Besitzer zu bekommen, ist also 1:5,5.

(11.11.2005)