Interview/Jockey Talks

Mit E. Pedroza

GaloppOnline.de: Mit Löwenherz haben Sie gerade den Junioren-Preis gewonnen. Was trauen Sie dem Hengst zu?

Eduardo Pedroza: Der Hengst hatte bei seinem Debut in Baden-Baden einen schlechten Rennverlauf, fand mehrfach keine freie Passage. Seit dem ersten Start hatte sich Löwenherz stark verbessert. Er ist ein großes Talent mit einem Riesen-Kampfgeist. Ich denke, er kann so gut werden wie sein Vater Silvano. Man sollte ihn weiterhin Zeit lassen, da er im nächsten Jahr sicher erst ganz ausgereift ist. Ähnlich wie seine Geschwister, die über 2200 und 2400 Meter kamen, sollte auch er längere Strecken bewältigen.

GaloppOnline.de: Mit Kaleo hatten Sie viel Pech in der Maurice Lacroix-Trophy. Kann er im Preis des Winterfavoriten die Revanche gegen Global Dream schaffen?

Eduardo Pedroza: Es war sehr schade, dass wir so einen schlechten Rennverlauf hatten. Ich glaube, es wäre sonst vorne sehr eng geworden. Auch in Hamburg, ale er ganz knapp hinter Global Dream war, hatten wir Pech. In Iffezheim war es schon sehr krass. Mir hat es für das Pferd sehr leid getan.

GaloppOnline.de: Die Zweijährigen am Stall von Andreas Wöhler laufen sehr stark. Wer sind die besten Youngsters?

Eduardo Pedroza: Wir haben eine Reihe von ganz interessanten Pferden. Wer stehen kann, kann man zum jetzigen Zeitpunkt nich nicht sagen. Es ist alles offen. Ich kann mich auch nicht festlegen, wer der beste Zweijährige ist.

GaloppOnline.de: Mit 67 Siegen stehen Sie an zweiter Stelle der Statistik. Wie zufrieden sind Sie mit dieser Saison?

Eduardo Pedroza: Ich bin wirklich sehr zufrieden, nicht nur wegen der Siegzahl. Die Zwei- und Dreijährigen im Stall sind sehr gut, da freut man sich sehr. Und auch für die Zukunft sieht es sehr versprechend aus.

GaloppOnline.de: Greifen Sie noch im Championatskampf an, wenn Andreas Suborics nach Japan reist?

Eduardo Pedroza: Das wird sehr schwierig, denn „Subi“ hat über 30 Punkte Vorsprung. Unmöglich ist es nicht. Aber mir wäre am Wichtigsten, gesund zu bleiben und dass die Pferde immer nach vorne laufen.

GaloppOnline.de: Welchen Pferden – außer den bereits genannten - trauen Sie einen weiteren Sprung zu?

Eduardo Pedroza: Ich denke da an den Dreijährigen Art Attack, der gerade in München gewonnen hat und die Stute Alpha Lady. Sie war in Frankreich zweimal in Folge Zweiter zu sehr guten Pferden.

GaloppOnline.de: Sie lassen kaum einen Renntag aus. Wird das auch weiterhin so sein?

Eduardo Pedroza: Das ist selbstverständlich. Ich suche mir das selbst aus, reite einfach sehr gerne. Egal, wo Pferderennen in Deutschland sind, bin ich dabei.

GaloppOnline.de: Welches ist Ihre Lieblingsbahn?

Eduardo Pedroza: Bremen, Baden-Baden, Hannover und Köln gefallen mir sehr gut, aber ich habe schon in erster Linie eine Vorliebe für die Bahn in Bremen.

GaloppOnline.de: Sehen Sie ihre Zukunft weiterhin am Stall von Andreas Wöhler?

Eduardo Pedroza: Es ist ein tolles Arbeiten hier, wir sind ein gutes Team und haben eine hervorragende Trainingsanlage. Auch die Mitarbeiter geben sich viel Mühe. Es ist ein harmonisches Arbeiten. Der Erfolg kommt dann von Hause aus. Ich wohne auch nur zehn Minuten vom Stall entfernt.

GaloppOnline.de: Welches Rennen würden Sie gerne einmal gewinnen?

Eduardo Pedroza: Ich wollte unbedingt mit Kaleo die Maurice Lacroix-Trophy in Baden-Baden gewinnen, leider hat das nicht geklappt. Zumal der Stall vor einigen Jahren schon einmal in diesem Rennen Pech hatte, als Easy Way als Sieger disqualifiziert wurde. Ein Erfolg hier wäre schon ein Ziel.

GaloppOnline.de: Haben Sie Auslandspläne für den Winter?

Eduardo Pedroza: Noch nicht, das lasse ich mir noch offen. Man muss abwarten, was passiert. Auf jeden Fall werde ich bis zum Ende der Saison weiterreiten. Vielleicht ergibt sich im Januar oder Februar ja etwas.

GaloppOnline.de: Sie haben sich nach Meinung von Experten stark verbessert. Wie ist Ihnen das gelungen?

Eduardo Pedroza: Ich arbeite viel daran, schaue mir zum Beispiel viele Rennen an und beobachte alles. Man muss versuchen, ein Pferd zu verstehen und auch versuchen, etwas Neues zu probieren. Damit verbringe ich eine Menge Zeit. Außerdem mache ich viel Sport.

GaloppOnline.de: Wie steht es um Ihr Gewicht?

Eduardo Pedroza: Seit dem vergangenen Jahr habe ich mein Gewicht gut im Griff. 54, 55 Kilo kann ich reiten. Dafür laufe ich fast jeden Tag, spiele ab und zu Fußball oder schwimme.

GaloppOnline.de: Wie oft besuchen Sie Ihre Heimat Panama?

Eduardo Pedroza: Jedes zweite oder dritte Jahr fliege ich nach Panama. Es ist mir sehr wichtig, meine Familie dort zu treffen.

(22.09.2006)