Interview/Jockey Talks

Mit A. de Vries

GaloppOnline.de: Herr de Vries, wann werden wir Sie wieder in Deutschland begrüßen können, wie geht es Ihnen aktuell?

Adrie de Vries: Danke der Nachfrage, gut, ich kann nicht klagen. Wir sind jetzt hier im dritten Jahr und aktuell versuche ich mein Championat aus dem Vorjahr zu verteidigen. Nach Gewinnsumme liege ich zur Zeit an der Spitze, gestern konnte ich mit Saafia und Quadir zwei Prüfungen gewinnen und auch heute sind wieder Rennen, wo ich sowohl Sieg- als auch einige Platzgeldchancen habe.

Meine Frau und die beiden Jungs werden im Übrigen hier bleiben bis die Schule zu Ende ist. Ich werde für die Rennen am Sonntag nach Köln einfliegen und gegebenfalls das auch für den Krefelder Renntag wiederholen. Mein Kontrakt mit Qatar läuft noch bis Ende April. Ab 1. Mai werde ich dann wieder für Schlenderhan im Einsatz sein, wo ich mich wirklich auf die Zusammenarbeit mit Jens Hirschberger und Herrn Baron, zu dem ich ein sehr gutes Verhältnis habe, freue.

GaloppOnline.de: Wie wird die Saison in Deutschland verlaufen aus Ihrer Sicht?

Adrie de Vries: Ich denke, dass wir sehr zuversichtlich sein können. Viele talentierte Pferde, gerade bei den Dreijährigen, stehen bereit. Wir werden sehen, aber ich freue mich wirklich sehr auf die nächsten Wochen und Monate.

GaloppOnline.de: Wie lange werden Sie noch Rennen reiten?

Adrie de Vries: Also ob ich mit 50 noch reite kann ich nicht sagen. Ich bin jetzt 40 und es läuft sehr ordentlich, wobei ich nur von Jahr zu Jahr denke. Und solange die Gesundheit mitspielt und der Erfolg sich einstellt, genieße ich jeden Ritt.

GaloppOnline.de: Hat Ihr Erfolg auf Jaafer am Dubai World Cup Auswirkungen auf Ihr Renommee in den Emiraten gehabt?

Adrie de Vries: Jaafer hat zuvor in Longchamp z.B. immer der letzte Tick gefehlt. Diesmal haben wir ihn lange in Ruhe gelassen, auch wenn der letzte Platz im Rennen nicht unbedingt geplant war. Dies nur zum Rennverlauf. Den älteren Leuten vor Ort war ich aus meiner Zeit in Abu Dhabi in den Achtzigern durchaus noch bekannt. Aber als Erster auf der Meydaan-Rennbahn und dann noch vom letzten Platz kommend über die Ziellinie zu gehen, war natürlich etwas ganz Besonderes. Gerade in Qatar hat das in der Sportpresse hohe Wellen geschlagen. Auch für unseren Trainer Julien Smart, einem Kanadier, ein toller Erfolg. Gerade aus Deutschland erreichten mich viele Glückwunsch SMS. Vielen Dank an alle nocheinmal für die große Anteilnahme.

GaloppOnline.de: Wie sind die klimatischen Bedingungen zur Zeit vor Ort?

Adrie de Vries: Ich reite heute abend wieder. Das wird ein harter Job bei mehr als 40 Grad.

GaloppOnline.de: Was macht eigentlich Marvin Suerland?

Adrie de Vries: Der hat im Moment einen guten Lauf, hat gerade in den letzten Wochen viele Platzierungen und zuletzt wieder zwei Sieger geritten. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zueinander, auch wenn er nicht mehr an unserem Stall beschäftigt ist.
Der Junge hat jede Menge Pferdeverstand und ein sehr gutes Timing, Er wird nach dem letzten Renntag hier am 6. Mai ebenfalls wieder nach Deutschland zurückkehren.

GaloppOnline.de: Ist es eigentlich ein großer Unterschied einen Araber im Vergleich zum Vollblüter zur reiten?

Adrie de Vries: Die Araber brauchen in der Vorbereitung mehr Abwechslung. Da wird auch mal geschwommen und mehr variiert. Aber im Rennen gibt es kaum Unterschiede. Ich bin vor allem daran interessiert, gute Pferde im Rennen zu reiten. Egal, ob Volblut oder Araber, das spielt keine Rolle.

GaloppOnline.de: Dann wünschen wir Ihnen für Ihr Comeback in Köln alles Gute!

Adrie de Vries: Vielen Dank, und die besten Grüße an alle, bis Sonntag.

(16.04.2010)