Interview/Jockey Talks

Mit C. Czachary

GaloppOnline.de: Herr Czachary, wann werden Sie den Posten des Rennsekretärs auf der Rennbahn in München-Riem antreten? Und was haben Sie in der Zwischenzeit seit dem Ende Ihrer Jockeykarriere gemacht?

Christian Czachary: Ich werde die neue Aufgabe Anfang August antreten und freue mich schon riesig darauf. Endlich bin ich wieder näher am Galopprennsport dran, auch wenn das Thema in den letzten zweieinhalb Jahren nie ganz weg war. Denn ich arbeitete in der Funkleitstelle des Buchmacher Springers in München und hatte auch in dieser Funktion immer mit Pferderennen zu tun.

GaloppOnline.de: Welches Aufgabengebiet werden Sie als Rennsekretär in München übernehmen?

Christian Czachary: Zu meinen Aufgaben wird auf jeden Fall die gesamte renntchnische Seite gehören. Das Abwickeln der Starterangabe, Nennungen, Ausschreibungen und so weiter. Zudem stehen verschiedene organisatorische Aufgaben am Renntag an. Weiterhin gehört das Verwalten des gesamten Geländes dazu. Ich stehe in engem Kontakt mit den Trainern und auch die Wohnungen auf dem Gelände werden von meinem Schreibtisch aus verwaltet.

GaloppOnline.de: Wie kam der Rennverein auf Sie? Haben Sie sich beworben?

Christian Czachary: Ich wurde von Herrn Dr. Poth angesprochen, den ich aus meiner aktiven Zeit noch gut kenne. Ich habe für ihn als Jockey schöne Erfolge feiern können. Vor allem ist mir der Sieg mit Passimo im Preis der Jährlingsauktion in Baden-Baden in Erinnerung, als der Stall Steiermark einen seiner schönsten Treffer feierte.

GaloppOnline.de: Am letzten Sonntag stand mit dem Großen Dallmayr-Preis der wichtigste Renntag des Jahres in München an. Mit Ihnen als Gast auf der Rennbahn?

Christian Czachary: Natürlich, ich bin vor Ort gewesen und habe einen tollen Renntag mit enorm vielen Besuchern miterleben können. Ein kleiner Wehrmutstropfen war natürlich, dass Night Magic im Großen Dallmayr-Preis nicht ganz vorne landen konnte. Aber ich habe nach dem Rennen länger mit Jockey Karoly Kerekes gesprochen und ich teile seine Ansicht, dass er etwas Pech hatte und zu spät auf freie Bahn kam. Lady Jane Digby hatte schon einen Vorteil herausgearbeitet, den Night Magic nicht mehr ganz aufarbeiten konnte. Sie ist trotzdem super gelaufen.

GaloppOnline.de: Was mussten Sie genau machen als Mitarbeiter in der Funkleitstelle eines Buchmachers?

Christian Czachary: Viele organisatorische Sachen, so wie Einpflegen der verschiedenen Wettarten. Zum Beispiel gibt es bei den deutschen Trabern keine Dreierwette in einem Rennen, in dem auch die Viererwette zu spielen ist. So etwas pflegte ich dann manuell ins System ein. Oder wenn beispielsweise seinen Kunde ein Wettschein verloren hatte, rief mich die jeweilige Filiale an und ich suchte den Wettschein im System raus. Auch weist das Personal in der Funkleitstelle die Kunden darauf hin, dass die Pferde in den verschiedensten Rennorten an der Startstelle sind und das Rennen bald gestartet wird, beziehungsweise versorgt man die einzelnen Filialen mit Ton und Bild aus der Leitstelle.

GaloppOnline.de: Wie reagierte man bei Springer, dass Sie die Firma verlassen werden?

Christian Czachary: Eigentlich waren alle sehr positiv gestimmt und wünschen mir Glück und Erfolg in der neuen Aufgabe. Momentan habe ich noch Urlaub und ab Anfang August möchte ich dann dem Münchener Rennverein so gut es geht helfen.

GaloppOnline.de: Hilfe ist in der Tat nötig, denn die Umsatzzahlen gerade 2010 lassen doch in München-Riem momentan stark nach. Kennen Sie die Gründe und wie kann man da gegensteuern?

Christian Czachary: Die Umsatzzahlen derzeit auf der Rennbahn in München-Riem sind nicht so gut, stimmt, das ist mir auch nicht entgangen. Aber ich werde den Posten des Rennsekretärs dort ausfüllen und ja nicht in Manager-Funktion tätig sein. Meine Aufgabe ist, den strukturellen Ablauf zu gewährleisten. Ich werde auf jeden Fall auch meine Ideen mit einbringen, um dem Sport in München zu helfen Ich bin dann wieder näher am Sport dran. Das freut mich ganz besonders. In meinem letzten Job saß ich jeden Tag acht bis zehn Stunden vor einer Monitorfront, ab Anfang August bin ich wieder näher an dem dran, was ich ursprünglich gelernt habe Das ist ein wichtiger Grund, warum ich den Schritt wage.

(27.07.2010)