Interview/Jockey Talks

Mit Andreas Göritz

GaloppOnline.de: Wann endet Ihre Lehrzeit? Hatten Sie mit einer so guten Entwicklung gerechnet?

Göritz: Am 8. Juli mache ich meine Prüfung, dann sind die zwei Jahre vorbei. Es ist sogar noch besser gelaufen, als ich mir vorgestellt hatte. Bis jetzt war es auf alle Fälle die richtige Entscheidung, Jockey zu werden. Ich hatte auch keine Pläne, etwas anderes zu machen.

GaloppOnline.de: 32 Rennen stehen in 2004 bislang auf Ihrem Konto. Was sind Ihre weiteren Ziele für diese Saison?

Göritz: Man muss natürlich sehen, was passiert, wenn die Erlaubnis wegfällt. Es sieht aber nicht schlecht aus. Eigentlich habe ich mir kein spezielles Ziel gesetzt. Ich hoffe, dass ich weiterhin so viele Ritte bekomme und es ähnlich weiterläuft.

GaloppOnline.de: Sehen Sie Ihre Zukunft am Schütz-Stall, oder haben Sie andere Angebote?

Göritz: Ich bleibe vorerst bei Andreas Schütz. Bis jetzt liegt kein anderes Angebot vor. Es läuft gut, wir sind ein gutes Team. Es macht ungeheuer viel Spaß, hier zu arbeiten.

GaloppOnline.de: Sie sind für einen Jockey recht groß. Müssen Sie für Ihr Gewicht kämpfen?

Göritz: Ich bin 1,78 Meter groß, kann ein Gewicht von 53 Kilo bringen. Natürlich muss ich etwas dafür tun, vor allem laufen, kann aber relativ normal essen. Das ist kein Problem.

GaloppOnline.de: Im vergangenen Jahr haben Sie den späteren Derbysieger Dai Jin regelmäßig in der Arbeit geritten. Haben Sie diesmal auch einen Hamburg-Kandidaten im Training vorbereitet? Was ist Ihr Mumm aus dem Stall für das Blaue Band?

Göritz: Dieses Jahr habe ich nicht ständig auf einer Derby-Hoffnung gesessen. Allerdings habe ich Fight Club auch schon einmal geritten, aber nur wenn es passte und nicht als fester Jockey. Einen speziellen Mumm habe ich nicht, da ich einfach zuwenig die Cracks geritten habe. Da möchte ich mich nicht festlegen. Einen Ritt habe ich im Derby wohl nicht.

GaloppOnline.de: Für den eigenen Stall haben Sie bisher 2004 nur vier Rennen gewonnen? Sind die Chancen hier begrenzt?

Göritz: Es ist schwer, da wir drei Jockeys am Stall haben. Da kann man sich nicht leicht durchsetzen. Ich denke aber auch, dass wenn meine Lehrzeit vorbei ist, vielleicht der eine oder andere Besitzer mich nicht mehr als Lehrling sieht und mir eine Chance gibt.

GaloppOnline.de: Wie ist der Kontakt zu Ihrer im Südwesten lebenden Familie? Verfolgt sie Ihre Ritte regelmäßig?

Göritz: Meine Familie ist ziemlich interessiert. Sie schaut die Rennen im Fernsehen oder beim Buchmacher und kommt auf die Rennbahn, wenn ich in der Nähe bin. Wie in Frankfurt.

GaloppOnline.de: Wie läuft Ihr Management?

Göritz: Das macht nach wie vor Jens Hirschberger, er leistet gute Arbeit. Vor allem von Wilfried Kujath bekomme ich regelmäßig Ritte. Die besten Pferde, die ich in diesem Jahr im Rennen geritten habe waren übrigens Classic Law, mit dem ich einen Ausgleich I in Neuss auf Sand gewinnen konnte, und Night Set, der vom Ausgleich IV bis in die Gruppe-Klasse hochgelaufen ist. Meine Lieblingsrennbahn ist unverändert Frankfurt. Dort habe ich stets viele Ritte und auch guten Erfolg.

GaloppOnline.de: Ist der Konkurrenzkampf größer geworden?

Göritz: Jeder kämpft um seine Ritte, aber Spannungen untereinander gibt es eigentlich nicht. Natürlich ist es schwieriger geworden, gute Chancen zu bekommen, da es immer weniger Renntage gibt und sich alles auf ein paar Rennbahnen konzentriert.

(22.06.2004)