Interview/Jockey Talks

Mit Andreas Göritz

GaloppOnline.de: 457 Ritte, 58 Siege in dieser Saison. Wie sieht Ihr Fazit aus?

Göritz: Natürlich bin ich damit zufrieden. Das ist für mich sehr positiv.

GaloppOnline.de: Ist die Arbeit mit Andreas Schütz ausschlaggebend für Ihre Erfolge?

Göritz: Die Zusammenarbeit hier im Stall ist sehr zufrieden stellend. Es arbeiten sehr gute Leute hier, und Andreas Schütz ist ein guter Trainer.

GaloppOnline.de: Wie sieht denn ein Arbeitstag bei Ihnen aus?

Göritz: Ganz normal, wie bei anderen Pferdewirten auch. Ich gehe morgens in die Ställe, miste aus, reite die Pferde und erledige alles, was im Stall anfällt. An den Wochenenden bestreite ich dann meine Rennen.

GaloppOnline.de: Was für Ziele verfolgen Sie zukünftig? Gibt es ein Rennen, das Sie unbedingt einmal gewinnen wollen?

Göritz: Im nächsten Jahr, also Mitte des Jahres, will ich erst einmal meine Lehre hier in Köln beenden. Mal sehen, wie es dann weitergeht, ob ich hier bleibe. Ansonsten habe ich keine besonderen Pläne. Es gibt eigentlich kein Wunschrennen.

GaloppOnline.de: Wenn Sie Ihre Lehre beendet haben, fällt die Erlaubnis weg. Wie schätzen Sie Ihre Aussichten dann ein?

Göritz: Ich denke, die Aussichten sind relativ gut – wenn es fließend weitergeht. Da ich bei den Amateuren bereits ohne Erlaubnis geritten bin, und es dort auch sehr gut ging, mache ich mir keine Gedanken. Es wird schon gut gehen.

GaloppOnline.de: Sie sind für einen Jockey relativ groß. Haben Sie daher, auch was das Gewicht anbetrifft, größere Probleme als Ihre Kollegen?

Göritz: Große Probleme gibt es eigentlich nicht. Aber das ist bei mir auch ein wenig anlagebedingt. Natürlich muss man sich zusammenreißen, aber das ist nicht anders, als bei anderen Jockeys auch.

GaloppOnline.de: Im Training sind Sie manchmal in den Genuss gekommen, Deutschlands bestes Pferd, Dai Jin, zu reiten. Gab es da Unterschiede zu anderen Pferden?

Göritz: Dai Jin zu reiten, ist schon ein ganz besonderes Gefühl. Das kann man nicht beschreiben.

GaloppOnline.de: Voraussichtlich muss Dai Jin auf Grund der Sehnenverletzung, die er sich beim Arc in Longchamp zugezogen hat, seine Karriere beenden. Hat Sie das besonders geschockt?

Göritz: Es ist schon sehr tragisch, wenn so ein gutes Pferd sozusagen kaputt geht. Und wenn man es selber geritten hat, trifft es einen doch eher, als wenn vielleicht ein anderes Pferd aus dem Stall in so einer Situation wäre.

GaloppOnline.de: Ihre Familie ist ebenfalls rennsportbegeistert. Hat Sie das in Ihrer Entwicklung geprägt?

Göritz: Auf jeden Fall. Meine Eltern und meine Schwester stehen voll hinter mir, haben mich immer unterstützt, sonst wäre ich heute wahrscheinlich nicht da, wo ich bin.

GaloppOnline.de: Erhalten Sie auch Unterstützung von Freunden?

Göritz: Dazu muss ich sagen, dass ich mit meinen ehemaligen Freunden aus der Schule eigentlich nichts mehr zu tun habe. Dadurch, dass ich nach Köln gegangen bin, ist der Kontakt abgerissen. Unter anderem auch, weil mein Tagesablauf ganz anders aussieht. Aber in Köln bin ich mit einigen anderen Reitern zusammen, da ist entsprechend das Interesse vorhanden, und man geht auch schon mal abends zusammen weg.

GaloppOnline.de: Wie sehen Ihre Pläne für den Winter aus?

Göritz: Ich habe vor, den ganzen Winter durchzureiten. Bis auf Weihnachten vielleicht, da nehme ich ein bis zwei Wochenenden frei. Ansonsten will ich aber alle Renntage mitnehmen.

(09.10.2003)