Karl Jörg | GaloppOnline

Karl Jörg

GaloppOnline.de: Welche Gefühle haben Sie gerade?

Karl Jörg: Naja, die sind etwas gemischt. Nach 40 Jahren sind das natürlich gerade eine Menge Emotionen, die da frei werden. Aber ich hatte den Schritt auch schon seit ungefähr einem Jahr geplant. Da hat man dann eine Menge Zeit, um sich darauf vorzubereiten.

GaloppOnline.de: Sind Sie denn traurig, dass es nun vorbei ist?

Karl Jörg: Das kann man schon so sagen. Aber irgendwann ist es halt Zeit, etwas kürzer zu treten, so ist das Leben. Ich freue mich aber, dass ich jetzt mehr Zeit für meine Familie habe.

GaloppOnline.de: Was machen Sie jetzt als Rentner so?

Karl Jörg: Das weiß ich noch nicht, aber es ist schon genug zu tun. Langweilig wird es sicher nicht.

GaloppOnline.de: Noch einmal zurückgeblickt. Haben Sie ein Lieblingspferd, das Sie auf die Welt gebracht haben?

Karl Jörg: Nein, eigentlich nicht. Jedes Fohlen, das gesund zur Welt kam, war in diesem Moment mein Lieblingspferd. Ich habe da nie Unterschiede gemacht.

GaloppOnline.de: Was ist das schönste Erlebnis, das Sie in Ihrer langen Karriere erlebt haben?

Karl Jörg: Da gibt es viele, wie Sie sich sicher vorstellen können. Wenn Sie mich so fragen, würde ich sagen die Laufbahn von Rosenreihe. Wenn ich nicht früh darauf gepocht hätte, hätte sie wohl nie eine Rennbahn gesehen.

GaloppOnline.de: Wie oft wird man Sie noch im Gestüt sehen?

Karl Jörg: Das wird sich mit der Zeit ergeben, aber sicher das eine oder andere Mal. Wenn ich gebraucht werde, werde ich da sein. Meinem Nachfolger stehe ich natürlich auch gerne mit Rat und Tat zur Seite.

GaloppOnline.de: Wie sehen Sie die Zukunft des deutschen Rennsports?

Karl Jörg: Ich glaube, dass in den nächsten zehn Jahren keine rosigen Zeiten auf uns warten. Dem müssen wir entgegenwirken. Wir müssen zwingend wieder in die Medien. Ohne diesen Schritt wird es nicht funktionieren, davon bin ich überzeugt. Auch den Nachwuchs müssen wir ordentlich fördern, ohne diesen wird es auch nicht vorwärts gehen. Im Moment geht es insgesamt aber eher bergab. Das ist sehr, sehr schade.