Wer gerne reist und etwas erleben möchte, hat sicher schon einmal die Webseite „Tripadvisor“ benutzt. Hier kann man nach Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Erlebnissen suchen, eingeschlossen Pferderennbahnen, bisher zumindest.
Wer in den letzten Wochen auf Tripadvisor nach Rennbahnen gesucht hat, wurde mit der folgenden Meldung konfrontiert: „Dieses Unternehmen erfüllt derzeit nicht die Tierschutzrichtlinie von Tripadvisor.“
Weiter heißt es: „Tripadvisor erlaubt keinen Ticketverkauf über seine Plattform für bestimmte Erlebnisse und erzielt keine Buchungsumsätze aus solchen, bei denen domestizierte Tiere einem erhöhten Verletzungs- oder Todesrisiko ausgesetzt sind, um des Sports oder der Unterhaltung willen. Das bedeutet, Tripadvisor ermöglicht keine Buchungen für Erlebnisse, die Tierrennen beinhalten, wie beispielsweise die meisten Hunde-, Pferde- und Kamelrennen oder Veranstaltungen im Rodeo-Stil, bei denen die Art der Aktivität typischerweise diese Risiken mit sich bringt.“
Laut Recherche von Thoroughbred Daily News, gibt es die Richtlinie schon seit einigen Jahren, allerdings wurden Pferderennen erst Anfang dieses Monats ausgeschlossen. Dies gilt für Rennbahnen weltweit, somit sind auch die deutschen Galopp- und Trabrennbahnen betroffen.
Die Entscheidung von Tripadvisor, wurde auch von der British Horseracing Authority als „überraschend und beunruhigend“ bezeichnet. Die BHA hat das Unternehmen schriftlich aufgefordert, diese Einstufung zu überdenken.
In einem Bericht der Racing Post sagte James Given, Direktor für Pferderegulierung, Sicherheit und Tierschutz bei der BHA, dass dieser Schritt „weder die tatsächliche Funktionsweise des britischen Rennsports noch die Sicherheits- und Tierschutzstandards widerspiegele, auf denen dieser Sport basiert“.
Given erklärte außerdem, der britische Rennsport arbeite transparent, wobei Informationen zum Tierschutz auf der Plattform HorsePWR veröffentlicht würden, und dass „das Risiko für Pferde, die auf Rennbahnen laufen, durchweg gering ist und der Sport ständig daran arbeitet, vermeidbare Risiken weiter zu reduzieren“.
Er fügte hinzu: „Die Millionen von Menschen, die jedes Jahr den britischen Rennsport genießen, tun dies in dem Wissen, dass der Sport auf strengen Standards basiert, die von lizenzierten Fachleuten umgesetzt und durch eine unabhängig überprüfte Tierschutzaufsicht gewährleistet werden.“
Interessant ist die Reaktion der World Horse Welfare (WHW), die als unabhängiger Berater der BHA fungiert und sich für den verantwortungsvollen Einsatz von Pferden im Sport einsetzt. Sie erklärte, Tripadvisor „habe bei diesem Vorgehen auf seinen Markt gehört“.
Sowohl die Racecourse Association (RCA) als auch das Horse Welfare Board (HWB) erklärten, Tripadvisor solle seine Einstufung von Rennbahnen überdenken, wobei die HWB-Vorsitzende Baroness Batters erklärte, die Einstufung sei „irreführend und werde den jahrzehntelangen Investitionen, der wissenschaftlichen Forschung und der unabhängigen Aufsicht, die dem Wohlergehen der Pferde im britischen Rennsport zugrunde liegen, nicht gerecht“.
Sie fügte hinzu: „Rennpferde werden für den Rennsport gezüchtet, und meine Erfahrungen in diesem Sport haben mir eindeutig gezeigt, dass die 20.000 Pferde, die jedes Jahr an Rennen teilnehmen, ihr ganzes Leben lang hervorragend versorgt werden – was sich auch in der Sicherheitsbilanz des Sports widerspiegelt. Die öffentliche Bewertung des Rennsports muss auf Fakten beruhen, nicht auf Vermutungen, und wir fordern Tripadvisor nachdrücklich auf, diese Entscheidung zu überdenken.“
Wie die Racing Post recherchiert hat, können aber sehr wohl Eintrittskarten für eine Führung sowie für den Zugang zur Stierkampfarena und zum Stierkampfmuseum erworben werden und die Stierkampfarena „Las Ventas“ in Madrid, die sich selbst als „Spaniens größte Stierkampfarena“ bezeichnet, erfüllt laut Webseite von Tripadvisor die Tierschutzrichtlinien.
Auf Anfragen der Racing Post oder auch Thorougbred Daily News hat Tripadvisor bisher nicht reagiert.










