Longchamp-Umbau bedroht andere Bahnen

Über den Umbau, respektive Neubau der Rennbahn Longchamp haben wir an dieser Stelle bereits berichtet. Doch in Frankreich schlagen die Pläne von France Galop, die Bahn im Bois de Boulogne sanieren zu lassen, hohe Wellen, denn das Prestige-Projekt Longchamp könnte die Schließungen anderer Rennbahnen in Paris nach sich ziehen. So könnte am Ende entweder die Bahn in Saint-Cloud, in Maisons-Laffitte oder in Enghien der Verlierer sein.

Deutliche Worte findet  Jacques Myard, stellvertretener Bürgermeister von Maisons-Laffitte. „Unsere Rennbahn ist eine der führenden im Land, und nun sollen wir im Mülleimer der Geschichte landen?“ Die Pläne, eine oder gar zwei Rennbahnen für Longchamp zu opfern, sind nicht neu und werden vom französischen Dachverband gezielt ins Kalkül gezogen. France Galop hofft, mit seinem künftigen Flaggschiff Longchamp die breite Öffentlichkeit zurückzugewinnen. So sollen auf der Bahn mehrere Restaurants und Veranstaltungsräume entstehen. „Von 1996 bis 2012 konnte die PMU den Umsatz durch die Erhöhung der Anzahl an Rennen und die Verbreitung über den Fernsehkanal Equidia stetig steigern“, sagt Hubert Tassin, Direktor von France Galop und glühender Verteidiger der Rennbahn Saint-Cloud.

„Heute gibt es jede viertel Stunde ein Rennen. Wir brauchen dieses Modell und dafür auch eine gewisse Anzahl an Bahnen.“ Ein anderer Stein des Anstoßes sind die Kosten des geplanten Umbaus, die sich auf 131 Millionen Euro belaufen sollen, nach Expertenmeinung aber noch auf 180 Millionen ansteigen könnten. Kosten, die France Galop mit einem Eigenkapital von 410 Millionen Euro ohne Weiteres stemmen könnte, dennoch werden die geplanten Schließungen anderer Bahnen auch als Sparmaßnahme gesehen. „Die Rennbahn in Longchamp wurde 1960 erbaut und wird immer älter. Ein Umbau ist unerlässlich“, verteidigt Bertrand Belinguier, Präsident von France Galop das Projekt. „Im internationalen Wettkampf brauchen wir eine Bahn, die höchsten Standards genügt. Und im Vergleich zu Ascot, wo der Umbau mit 350 Millionen zu Buche schlug, sind unsere Kosten noch vernünftig.“ Eine Aussage, die die Verantwortlichen in Saint-Cloud, Maisons-Laffitte und Enghien sicher ganz anders sehen.

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