Gegen halb sechs deutscher Zeit wurde es am Samstag ernst. Die Boxen zum zur Gruppe I zählenden Investec Derby über 2423 Meter öffneten sich (Zum Video).
Bedingt durch vier Nachnennungen war das „Blue Ribbon“ auf den Epsom Downs in diesem Jahr mit 1,545,000 Pfund dotiert. Rekord für ein englisches Flachrennen. Als Favorit kam der von Aidan O’Brien trainierte US Army Ranger unter Ryan Moore an den Start. Der Galileo-Sohn, der zuletzt die Chester Vase gegen Port Douglas (Aidan O’Brien) gewinnen konnte, wurde zunächst hinten im Feld gehalten, während sein runner up aus der Chester Vase, ein Wiener Walzer-Bruder, unter Colm O’Donoghue für die Pace sorgte. Dahinter sah man Andre Fabres nachgenannten Godolphin-Galopper Cloth of Stars (Mickael Barzalona), Maassat (Owen Burrows/Paul Hanagan), Idaho (Aidan O’Brien/Seamie Heffernan) und Shogun (Aidan O’Brien/Donnacha O’Brien).
Noch im Einlauf hatte Port Douglas die Nase in Front, wurde nun aber merklich kürzer. Jetzt erschienen aus dem Mittelfeld kommend die leuchtend grünen Farben des Aga Khans. Der von Dermot Weld trainierte Sea The Stars-Sohn Harzand (75:10) machte sich auf den Weg nach vorne, wurde unter Pat Smullen immer zwingender und nahm das Duell gegen den aufgerückten Idaho auf, während Port Douglas durchgereicht wurde.
Und was war mit dem Favoriten? Der wurde von Ryan Moore immer noch mit viel Vertrauen auf Warten geritten, kam im Einlauf dann zunächst nicht auf freie Bahn. Moore musste seinen Partner ganz nach außen nehmen und dort fand der Galileo-Sohn dann seinen Speed und machte Meter um Meter gut, war alsbald im Fahrwasser von Harzand zu sehen. Doch der Aga Khan-Crack ließ nicht nach und der „Ranger“ biss sich die Zähne an dem Sea The Stars-Sohn aus, der sich kurz vor dem Ziel auf eineinhalb Länge vom Favoriten lösen konnte. Dahinter belegte ein stark laufender Idaho, der in den Ballysax Stakes Zweiter hinter Harzand wurde, Rang drei, vor John Gosdens Wings of Desire (Frankie Dettori), der ebenfalls für das Derby nachgenannt wurde.
Die Freude bei Trainer Dermot Weld und Jockey Pat Smullen dürfte an diesem Tag grenzenlos sein. Für beide war es der erste Triumph im Epsom Derby, während der Aga Khan bereits seinen fünften Derby-Sieger zurück in den Absattelring begleiten durfte. Vor 16 Jahren gewann er zuletzt mit Sinndar. Weitere Derby-Siege gelangen dem Aga Khan mit Shergar (1981), Shahrastani (1986) und Kahyasi (1988). „Das war genau das Rennen was mir fehlte und was ich gewinnen wollte. Ich hatte wahrscheinlich nie ein Pferd im Training, das wirklich gut genug war, hier zu gewinnen. Heute war es soweit. Ich kann nicht beschreiben, was mir das bedeutet“, so Dermot Weld. „Von diesem Erfolg habe ich geträumt. Für meinen Chef dieses Rennen zu gewinnen ist noch passender, da wir beide erstmals in diesem Rennen Erfolg hatten. Er ist einfach der weltbeste Trainer. Ich konnte spüren, wie Ryan Moore näher kam und hatte das weiße Gesicht von US Army Ranger im Augenwinkel, aber mein Pferd hat für mich geantwortet und da wusste ich, dass er es gut bis zu Linie würde schaffen können“, sagte ein überglücklicher Pat Smullen.












