Durch den Hype um das inzwischen geplatzte Duell zwischen dem US-Triple Crown-Sieger American Pharoah und der Klasse-Stute Beholder war der letzte Auftritt von Aidan O’Briens zweifachem Guineas-Sieger Gleneagles am heutigen Samstag im mit 5 Millionen US-Dollar dotierten Breeders‘ Cup Classic (Gr.I, Dirt) über 2011 Meter total in den Hintergrund getreten. Nun muss zwar Beholder, weil sie einen blutigen Scope hatte, passen, aber der Fokus liegt immer noch nur auf dem letzten Start des Pioneerof The Nile-Sohnes aus dem Stall von Bob Baffert.
Aber wieso eigentlich nicht Gleneagles, der von den Buchmachern lediglich zu Außenseiter-Odds gehandelt wird? Der Galileo-Sohn, der im kommenden Jahr sein Deckhengst-Debüt in Coolmore geben wird, bringt mit seinem überragenden Papier nicht nur beste Voraussetzungen für seinen zukünftigen Job als Stallion mit. In seinem Pedigree steht so viel Talent für Dirt, dass er ein ernsthafter Herausforderer von American Pharoah sein müsste. Der Vollbruder seiner Mutter You’resothrilling, Giant’s Causeway, wurde vor 15 Jahren Zweiter im Breeders‘ Cup Classic auf Dirt und die Mutter des „Iron Horse“, Mariah’s Storm war in zahlreichen Grupperennen auf diesem Untergrund erfolgreich. Galileo, der seinerzeit Sechster im Classic wurde, hatte bislang drei Breeders‘ Cup-Sieger auf der Bahn, allerdings alle auf Turf. Für Gleneagles ist es der erste Versuch auf Sand und über diese Distanz, aber der geniale Ryan Moore wird ihn schon zu verstecken wissen, damit er die 2011 Meter steht.
„Er bringt von der Rennleistung, Exterieur und vom Pedigree die weltbesten Voraussetzungen für eine Stallion-Karriere mit. Champion-Zweijähriger, siegte mit den 2000 Guineas sowie den St James’s Palace Stakes in Rennen, die Deckhengst entscheidend sind, seine Mutter ist eine Vollschwester vom Champion Giant’s Causeway und seine Vollschwester Marvellous siegte letztes Jahr in den 1000 Guineas. Und er ist ein Typ wie sein Vater Galileo. Besser geht es nicht“, schwärmte Coolmores Verkaufsdirektor David O’Loughlin von Gleneagles und seinem neuen Job.
Das einzige Handicap, dass der Galileo-Sohn kennt, sind Regen und zu weicher Boden. Drei geplante Auftritte musste O’Brien für seinen Crack seit Royal Ascot im Juni wegen zu elastischem Untergrund canceln und das Comeback Mitte Oktober am Champions Day in Ascot auf weicher Bahn fiel sehr ernüchternd aus. Aber was soll’s, in Coolmore wird bestimmt in der trockenen Halle auf gutem Boden gedeckt!












