Das Galopper ABC - Von Aufgalopp bis Zweierwette | GaloppOnline

Das Galopper ABC - Von Aufgalopp bis Zweierwette

Werden Sie Experte innerhalb kürzester Zeit! Im folgenden Galopper ABC finden Sie die wichtigsten Begriffe rund um den Galoppsport und das Wetten, leicht verständlich erklärt.
 

A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z

 

A

Aufgalopp
Ruhiger Galopp auf dem Weg zur Startstelle. Lockert die Muskulatur der Pferde und wärmt sie auf. Gibt den Zuschauern die Gelegenheit, ihren Eindruck von den Teilnehmern abzurunden. Wenn Sie mit echtem Ehrgeiz an die Sache herangehen, sollten Sie hinsehen. (nach oben)

Ausgleich
Auch "Handicap" genannt. Ausgehend von den vorherigen Leistungen der Pferde wird es hier konsequent den guten Pferden schwer gemacht - durch höhere zu tragende Gewichte. Dadurch bekommen auch die anderen eine Chance. Das macht die Suche nach dem Sieger schwerer, versüßt den Erfolg aber meistens durch entsprechend höhere Gewinnquoten. Deshalb sind Ausgleiche bei den Wettern besonders beliebt. Faustregel: Ein Kilo Gewichtsunterschied bedeutet eine Pferdelänge Vorgabe. (nach oben)

Ausrechnung
Wenn Sie sich eine Rennzeitung kaufen, finden Sie die Ausrechnung unter den Starterlisten der einzelnen Rennen. Bei Ausgleichsrennen (Handicaps) wird sie Ihnen nicht sehr viel helfen, wohl aber bei allen anderen Prüfungen. Die Ausrechnung der Fachjournalisten zeigt Ihnen an, ob die einzelnen Pferde vom Gewicht her besonders günstig, also chancenreich im Rennen stehen oder weniger. Achtung: Vertrauen Sie nie auf die Ausrechnung allein, denn sie ist sehr theoretisch. Informieren Sie sich immer auch über die Leistungen der Pferde in der jüngeren Vergangenheit. Denn Klasse ohne Kondition nutzt nichts. (nach oben)

Außenseiter
Pferde, denen die Mehrheit des Publikums wenig Chancen zubilligt. Was die Mehrheit denkt, ist aber nicht immer richtig, ganz besonders beim Pferderennen. Natürlich bringen Siege von Außenseitern höhere Gewinnquoten. Dem Wetter, der richtig gelegen hat, vermitteln sie außerdem ein außerordentlich angenehmes Überlegenheitsgefühl. Beispiel: Als Stall Moritzbergs Hengst Star Appeal 1975 das bedeutendste Rennen Europas gewann, war das schon gigantisch. Die Siegquote von 1197:10 machte den Tag für manche aber vollends unvergeßlich. (nach oben)

Außenwetten (früher: Vorwetten)
Werden vor dem Rennen per Aushang und Lautsprecheransage bekanntgegeben und von vielen Besuchern interessiert mitgeschrieben. Es handelt sich um die Summen an Siegwetten aus den externen Wettannahmestellen, die die einzelnen Teilnehmer auf sich vereinigen. Wer die meisten Außenwetten "trägt", gilt zunächst einmal als Favorit. Clevere Wetter kümmern sich dagegen weniger um die Vorwetten, sondern mehr um die Eventualposition (s. dort), die eine wesentlich bessere Information sind. Achtung: Natürlich ist nach den Eventualquoten dasjenige Pferd Favorit, bei dem die niedrigste Zahl eingeblendet wird. (nach oben)


B

Bodenverhältnisse
Sehr wichtig, wenn auch von manchen Leuten etwas übertrieben mystifiziert. Aber nach rund 180 Jahren Galoppsport in Deutschland steht nun einmal fest, daß es viele Pferde gibt, die zur vollen Entfaltung ihres Könnens einen bestimmten Geläufzustand benötigen. Manche brauchen abgetrockneten ("festen") Boden, andere kommen besonders gut mit weichem Geläuf zurecht und können sogar auf "schwerem" oder "tiefem" Geläuf auftrumpfen. (In dem Fall werden sie von Durchblickerprofis auch als "Sumpfhühner" bezeichnet.) Wie machen Sie für sich das Beste daraus? Zwei kleine Schritte: Erstens, Sie schauen in die Formen (siehe dort) in der Rennzeitung, denn diese enthalten auch einen Hinweis, bei welchem Geläufzustand sie zustandegekommen sind. Oft können Sie daraus eine Vorstellung entwickeln, welchen Geläufzustand ein Pferd bevorzugt.
Zweitens informieren Sie sich, wie der Boden am jetzigen Renntag beschaffen ist. Sie brauchen nur hinzuhören, denn zu Beginn eines jeden Renntages wird diese Information per Lautsprecher geliefert und auch per Anschlag bekanntgemacht.
Geboten wird das Meßergebnis des Bodenprüfgeräts ("Penetrometer"), und zwar in Gestalt einer Zahl zwischen 10 und 0. 7,5 bis 10 bedeutet "tief", 6,0 bis 7,4 heißt "schwer", 4,5 bis 5,9 "weich", 3,0 bis 4,4 "gut" und 1,5 bis 2,9 "fest". Diese Skala mit Erklärung finden Sie auch noch einmal im Rennprogramm des Tages. Theoretisch gibt es auch noch ein Meßergebnis zwischen 0 und 1,4, ("hart"), doch damit werden Sie nichts zu tun bekommen, denn alle Rennveranstalter bewässern in Trockenzeiten das Geläuf, um möglichst allen Pferden akzeptable Bedingungen zu bieten. Teilweise sind sogar computergesteuerte Berieselungssysteme im Einsatz. (nach oben)

Buchmacher
Private Wettunternehmer, behördlich konzessioniert. Im Unterschied zum Rennveranstalter mit dem Bahntotalisator hält der Buchmacher die bei ihm angelegten Wetten auf eigene Rechnung und eigenes Risiko. Seit 1989 kann bei vielen Buchmachern aber auch zu Original Rennbahnkonditionen gewettet werden. Dafür unterhalten sie in ihren Geschäften spezielle Schalter. Die Adressen dieser Wettannahmestellen finden Sie an anderer Stelle dieser Ausgabe. (nach oben)


C

Champion
Der nach Siegzahl in seiner Sparte führende Aktive der Saison - Championjockey, Championtrainer usw. (nach oben)


D

Direktorium für Vollblutzucht und Rennen
Zentrale Aufsichts- und Dienstleistungsorganisation für den Galopprennsport in der Bundesrepublik. Auch zuständig für den überörtlichen Teil der Öffentlichkeitsarbeit, Kontaktadresse für - fast - alle Fragen. Sitz: Rennbahnstraße 154, 50737 Köln, Tel. (02 21 ) 74 98 11, Fax (02 21 ) 749867. (nach oben)

Dreierwette
Die schwierigste, aber auch die beliebteste der vier Standard-Wettarten (Sieg-, Platz-, Zweier-und Dreierwette). Mehr als die Hälfte des gesamten Wettumsatzes kommt in der Dreierwette zustande, denn wegen des hohen Schwierigkeitsgrades verspricht sie auch die höchsten Gewinne. (nach oben)


E

Elektronen-Toto
Das ist keine besondere Wettart, sondern so nennt man die Einrichtung, mit der auf den meisten Rennbahnen seit Anfang der achtziger Jahre das Wettgeschäft abgewickelt wird. Das spart Zeit und Geld, vor allem aber verspricht es schnelle Abwicklung und perfekte Sicherheit. Körperlich hat man sich den Toto als Computeranlage mit zwei Rechnern und einem Notstromaggregat vorzustellen. Die beiden Rechner kontrollieren sich gegenseitig, und an sie sind alle Wettschalter auf der Rennbahn angeschlossen. Mit im Spiel ist dann noch ein Zentralrechner, über den die sogenannten Vorwetten in den Kreislauf fließen. Dabei handelt es sich um die Wetteinsätze, die außerhalb der Rennbahn in Wettannahmestellen der Rennvereine oder einer Anzahl mit ihnen kooperierender Buchmacher getätigt wurden.
Das Grundprinzip sieht vor, daß der Wetter seine Wettscheine selbst ausfüllt. (Wie er das macht, ist an anderer Stelle dieser Ausgabe erklärt.) Auf den meisten Bahnen gibt es aber auch sogenannte "Ansagekassen", wo ihm das Ausfüllen vom Totopersonal abgenommen wird. Außerdem gibt es auf fast allen Bahnen einen Informationsstand, wo leicht verständliche Wettanleitungen bereitliegen und das richtige Ausfüllen erklären.
Die Wettscheine sind beidseitig bedruckt: Eine Seite kann für einfache Sieg-, Platz- und einfache Zweierwetten verwendet werden; die andere ist für Zweier- und Dreierwetten gedacht und erlaubt auch das Kombinieren mehrerer Pferde miteinander. Bitte füllen Sie jeden Schein nur auf einer Seite aus!
Am Wettschalter wird jeder Wettschein in ein Lesegerät eingeführt und vom Computer verarbeitet. Sie bekommen davon soviel mit, daß auf einer Digitalanzeige Ihr zu zahlender Einsatz erscheint und daß das Gerät Ihren Schein wieder ausspuckt. Dann ist er mit einem Bestätigungsaufdruck versehen, der Ihre Wette noch einmal wiedergibt. Achtung: Kontrollieren Sie an Ort und Stelle die Richtigkeit dieses Aufdrucks, denn er ist maßgeblich für die Gültigkeit der Wette. Wenn etwas nicht stimmt, können Sie alles noch einmal stornieren lassen, solange Sie noch an der Kasse sind.
Um Komplikationen zu vermeiden, sollten Sie von vornherein darauf achten, daß der Schein nicht naß oder verunreinigt wird! Flecken könnte der Computer als Anstreichungen lesen. Außerdem sollten Sie Ihren Schein nicht knicken oder knüllen. Wenn Sie Ihren Gewinn abholen wollen, kann Ihnen sonst nämlich passieren, daß die normalen Geräte ihn nicht bearbeiten können, und Sie müssen sich zu einer der sogenannten Zentralkassen begeben.
Wenn dagegen alles klar ist, können Sie Ihren Gewinn nach der Lautsprecherdurchsage der Quoten an jeder beliebigen Kasse abholen. Eine Digitalanzeige sagt Ihnen, wieviel Sie zu bekommen haben. Wenn Sie für die nachfolgenden Rennen wetten wollen, können Sie die Scheine gleich mit abgeben und mit Ihrem Gewinn verrechnen lassen. Im internationalen Vergleich stehen die bundesdeutschen Rennveranstalter mit dieser gut funktionierenden Technik mit an der Spitze. (nach oben)

Eventualquoten
Kein schöner Name für eine sehr nützliche Sache. Die E. sehen Sie zwischen den Rennen auf den Fernsehmonitoren der Rennbahnen eingeblendet. Sie werden ständig neu errechnet und geben die Siegquote an, die für die einzelnen Pferde im Erfolgsfalle gelten würde, wenn in dieser Sekunde der Start erfolgen würde. Natürlich unterliegen die E. Schwankungen entsprechend den Einsätzen der Wetter. Eine der Eventualquoten ist auf dem Monitor stets hervorgehoben. Das zeigt Ihnen auf Anhieb, welches Pferd im Augenblick Favorit ist, also bisher am stärksten bewettet wurde. Noch nicht verstanden? Also? wenn beispielsweise neben der Nummer 3 eine 28 erscheint, heißt das: Pferd Nummer drei ist am stärksten bewettet worden - wenn in diesem Augenblick die Startboxen aufspringen würden und Nummer drei gewinnt, wird es auf Sieg für 10 Euro Einsatz 28 Euro Gewinnauszahlung geben. (nach oben)


F

Favorit
Früher wurde er auch "Günstling" genannt. Es ist ganz einfach das Pferd, das als am chancenreichsten gilt. Dabei gibt es den "Zeitungsfavoriten" oder "Papierfavoriten" und den "Bahnfavoriten". Ersterer ist das Pferd, das die Rennzeitungen als Sieger vorhersagen; letzterer ist das Pferd das am Renntag auf der Bahn die meisten Siegwetten auf sich vereinigt. Oft ist es ein und derselbe, das muß aber nicht so kommen. Tip: Entwickeln Sie Ihre eigene Meinung. Bedingungsloser Glaube an Favoriten ist nicht der Weisheit letzter Schluß. Im Gegenteil. Vergessen Sie nicht, daß viele Leute mangels anderer Ideen, quasi verlegenheitshalber, Ihr Geld auf den Favoriten setzen. Deshalb ist seine Eventualquote sehr häufig noch ein paar Punkte "kürzer", als es eigentlich angebracht wäre. (nach oben)

Fehlstart
Wird der Start durch einen Zwischenfall merklich beeinträchtigt, kann der Starter die Reiter zurückrufen. Hierzu bedient er sich einer Sirene, einer am Geläuf aufgestellten Blinkleuchte und des mit einer Flagge ausgestatteten "Rückrufers", der vor der Startstelle auf dem Geläuf postiert ist. (nach oben)

Form
Als "Form" wird im Galoppsport nicht nur die Tagesverfassung bezeichnet. Mit "den Formen" eines Pferdes sind seine vorhergehenden Leistungen gemeint. Die letzten Formen finden Sie in den Rennzeitungen SPORT-WELT, die Sie auf der Rennbahn, und im gut sortierten Zeitschriftenhandel, insbesondere in Rennbahnnähe, erstehen können. Sie sind natürlich auch im Abonnement zu beziehen und decken mit ihren Vorschauen und Berichten alle der rund 300 Rennveranstaltungen des Jahres in der Bundesrepublik ab. In München-Riem gibt es zusätzlich das Magazin "Turf". Natürlich können Sie beim Wetten konsequent auf Ihr Geburtsdatum, Ihre Hausnummer oder Ihre Lieblingszahl setzen - was oft satte Gewinne mit Außenseitern beschert. Aber wenn Sie sich entscheiden, fachlich an die Sache heranzugehen, sind die Formen das Wichtigste, das Sie sich ansehen müssen. (nach oben)

Führring
Eine der schönsten und empfehlenswertesten Örtlichkeiten auf der Rennbahn. Hier erleben Sie Rennsport pur. Begeistern Sie sich für die Schönheit der Pferde, die Ihnen hier vorgeführt werden, und überlegen Sie sich, welchem der edlen Vollblüter Sie Ihr wettmäßiges Vertrauen schenken wollen. Positive Zeichen sind glänzendes Haar, athletische Erscheinung mit ausgeprägten Muskeln und ein wacher, aufmerksamer, aber selbstsicher gelassener Eindruck. Leichtes Schwitzen muß nicht unbedingt Negatives verheißen. Ansonsten hören Sie am Führring so viele Meinungen, wie Pferde laufen. Zuhören macht Spaß und kann nicht schaden - solange man sich nicht von seiner Meinung abbringen läßt. (nach oben)


G

Gewicht
Im "klassischsten der klassischen Rennen", dem Derby, sowie wenigen anderen Prüfungen starten alle Pferde unter demselben Reitergewicht (einschließlich Kleidung und Sattel). Wenn es nur solche Rennen gäbe, würden immer dieselben Pferde gewinnen. Um es spannender zu machen, um auch den anderen eine Chance zu geben und um subtilere Erkenntnisse über die Leistungsverhältnisse der Pferde im Vergleich zu bekommen, wurde ein System geschaffen, das den stärkeren Pferden, ausgehend von ihren zuvor gezeigten Leistungen, das Siegen durch zu tragende Mehrgewichte erschwert. Wie dies im Detail funktioniert, ist aber mehr etwas für weit Fortgeschrittene und Profis.
Die Einhaltung des zu tragenden Gewichts wird vor und nach dem Rennen kontrolliert, die Reiter werden mit ihrer Ausrüstung gewogen. Zuwenig Gewicht ist streng unzulässig, zuviel ist dagegen möglich (muß dem Publikum aber bekanntgegeben werden und kann zum Ausschluß vom Wettbetrieb führen). (nach oben)

Gewichte
Nur in wenigen Rennen (u. a. dem Derby) starten alle Pferde unter demselben Reitergewicht (einschließlich Kleidung und Sattel). Um es spannender zu machen, wurde ein System geschaffen, Chancengleichheit herzustellen ( ~ Ausgleich, Handicap). Die Einhaltung des zu tragenden Gewichts wird vor und nach den Rennen kontrolliert, die Jockeys werden mit ihrer Ausrüstung gewogen. (nach oben)

Gewichtserlaubnis
Die Vergünstigung, weniger als das vorgeschriebene Gewicht mit ins Rennen zu nehmen. Vor allem die Auszubildenden unter den Reitern bekommen gegenüber den erfahreneren Kollegen "Erlaubnis". Diese ist zwischen 1 und 5 Kilo gestaffelt, je nach Anzahl der bisher errungenen Erfolge. (nach oben)


I

Identitätskarte
Es könnte ja einer kommen und statt eines langsamen Pferdes in einem kleinen Rennen ein ähnlich aussehendes besseres Pferd laufen lassen. Um das zu verhindern, gibt es Pferdepaß und Identitätskarte. Sie ermöglichen die unzweifelhafte Identifizierung der Teilnehmer, die vor jedem Rennen peinlich genau vorgenommen wird. (nach oben)


J

Jockey
Standesbezeichnung für diejenigen Berufsrennreiter, die nicht nur erfolgreich die Lehrzeit absolviert haben, sondern 50 Rennen gewonnen haben. Ein guter Jockey ist für den Wetter wichtig. Zwar kann auch er ein Pferd nicht schneller machen als es ist Aber er kann ihm den bestmöglichen Rennverlauf "servieren". Erfahrene Wetter sagen: "Der beste Jockey ist der, der die wenigsten Fehler macht." (nach oben)


K

Kapuze
Wird denjenigen Pferden übergestreift, die "sehenden Auges" ungern in die Startbox gehen. Keine Angst: Wenn die Boxen aufspringen, ist die Kapuze längst runter. (nach oben)


L

Leichtgewicht
Das geringste zu tragende Gewicht, das Ihnen begegnen kann, beträgt 47 Kilo - einschließlich Kleidung und Sattel. Da alle Utensilien leicht sind, heißt das, daß der Reiter noch soeben hinkommt, wenn er ohne Kleidung 45,5 Kilo wiegt. Das Mindestgewicht in Hindernisrennen beträgt meist 62 Kilo. (nach oben)

Linkskurs
Auf den meisten deutschen Galopprennbahnen geht es rechtsherum. Wichtige Ausnahmen: Baden-Baden, Frankfurt, Hannover, München-Riem. Hin und wieder gibt es Pferde, die mit dortigem Linkskurs nicht zurechtkommen, aber sie sind selten. (Natürlich gibt es auch ein paar Pferde, die Rechtskurse nicht übermäßig mögen.) (nach oben)


M

Mindesteinsatz
Der Mindesteinsatz beim Wetten auf der Rennbahn ist 2,50 Euro. In der Sieg- und Platzwette gilt auf manchen Bahnen aber auch ein Mindesteinsatz von 5 Euro. Bei der TOP 6-Wette beträgt der Grundeinsatz 1 Euro. (nach oben)


O

Ohne Wetten
Diese Angabe steht im Rennprogramm, wenn ein bestimmtes Pferd nicht bewettet werden kann, weil es vom Wettbetrieb ausgeschlossen wurde. (Dies geschieht zum Schutz des wettenden Publikums z. B. dann, wenn ein Pferd nicht zuverlässig sein volles Leistungsvermögen zeigt.) (nach oben)

Online Galopper des Jahres / Online Award
Der Online Award wird einmal im Jahr vergeben. Diesen Preis erhält der im Internet gewählte "Online Galopper des Jahres", "Online Trainer des Jahres", "Online Jockey des Jahres", "Online Aufsteiger des Jahres" und die "Online Turfpersönlichkeit des Jahres" für seine Leistungen in der abgelaufenen Saison. Diese Wahl wurde im Jahr 2000 von GaloppOnline.de ins Leben gerufen. Erster "Online Galopper" der Geschichte des deutschen Turfsports wurde der Hengst Samum. (nach oben)


P

Parade vor den Tribünen
Vor den großen Rennen paradieren die Pferde vor den Zuschauertribünen, bevor sie zum Start aufgaloppieren. Vom Rennkommentator werden sie über Lautsprecher genau vorgestellt. Für Wettentscheidungen ist es dann meistens schon zu spät, aber immerhin kann man sich den Dreß der Reiter bei dieser Gelegenheit gut einprägen, so daß man das Renngeschehen besser verfolgen kann. (nach oben)

Platzwette
Die einfachste Wettart. Voraussagen müssen Sie ein Pferd, das auf einem der ersten drei Plätze landet (bei weniger als sieben Startern auf einem der ersten zwei). Das ist nicht so schwierig, und dementsprechend können Sie hierbei auch kaum Millionär werden. Spaß macht es trotzdem, denn Spaß macht jede "getroffene" Wette. (nach oben)

Protest
Richtet sich gegen eines der erstplazierten Pferde und zielt auf dessen Disqualifikation. Zur Einleitung des Protestverfahrens kommt es entweder durch Beschluß der Rennleitung (die das Verfahren auch durchführt) oder auf Antrag eines am Rennen beteiligten Pferdebesitzers, der sein Pferd durch ein anderes behindert glaubt und dadurch einen finanziellen Nachteil (Verlust eines höheren Rennpreises) hat. Wenn die Rennleitung nach genauer Sichtung der Rennverfilmung sowie Anhörung der Beteiligten und Zeugen zur Disqualifikation eines Pferdes schreitet, ändert sie dadurch den Richterspruch. In der Regel ist der neue Richterspruch auch der für den Wettbetrieb maßgebliche. Wenn es ein Protestverfahren gibt, wird dem Publikum dies über Lautsprecher sofort mitgeteilt. Wichtig: Werfen Sie Ihre Wettscheine nicht weg und warten Sie die Entscheidung der Rennleitung ab! (nach oben)


Q

Quoten
Die Gewinnquoten werden nach jedem gelaufenen Rennen berechnet und bekanntgegeben, und zwar für alle Wettarten getrennt und unabhängig voneinander. Sie werden auf der Basis von 10 Euro Einsatz bekanntgegeben. Wenn die Quote in der Siegwette ("Siegquote") also z. B. 120:10 beträgt, heißt das: Es gibt zwölffaches Geld zurück. Haben Sie den Sieger mit 5 Euro bewettet, bekommen Sie 60 Euro. Waren Sie mit 100 Euro dabei, gibt's 1200 Euro.
Ihren Gewinn bekommen Sie an jeder beliebigen Kasse des Elektronentotos - wo Sie ihn gleich mit Einsätzen für die folgenden Rennen verrechnen lassen können. Abholen können Sie Ihren Gewinn unmittelbar nach der Quotenbekanntgabe über Lautsprecher. (nach oben)


R

Rennfarben
Wenn ein Rennstallbesitzer zwei oder mehrere Pferde im Rennen hat, tragen nicht alle Reiter dieselbe für ihn registrierte Rennfarbenkombination. Damit man die Pferde besser auseinanderhalten kann, werden für seine Pferde leichte Variationen ausgemacht und dem Publikum über Lautsprecher bekanntgegeben. Aufgemerkt: Die Originalkombination ("erste Farbe") ergibt sich aus dem Rennprogramm. Das Pferd, das unter dieser Farbe antritt, wird vom Stall am höchsten bzw. höher eingeschätzt. Aber: Eine Gewähr für die Richtigkeit übernimmt dabei niemand. Kann man auch nicht verlangen. Oft treffen schließlich auch Pferde eines Besitzers aufeinander, die von verschiedenen Trainern vorbereitet werden. So kann oft auch der Besitzer kaum erahnen, welches seiner Pferde chancenreicher ist. (nach oben)

Rennleitung
Dreiköpfiges Gremium, das auf der Galopprennbahn das Schiedsrichterteam bildet. Überprüft die korrekte Abwicklung der Rennen, kann unter Anwendung der Rennordnung (s. dort) auch Disqualifikationen vornehmen sowie Ordnungsmaßnahmen gegen die beteiligten Aktiven verhängen. Die R. beobachtet die Rennen zunächst vom Richterturm aus mit dem Fernglas, ferner steht ihr die Rennverfilmung aus verschiedenen Perspektiven als Video zur Verfügung und ermöglicht somit eine genaue Kontrolle des Geschehens. (nach oben)

Rennordnung
Das maßgebliche Regelbuch für den Rennbetrieb in der Bundesrepublik. Sehr ausgefeilt, 404 Seiten lang. Kann beim Direktorium (s. dort) käuflich erworben werden. (nach oben)

Rennpreise
Werden in Flachrennen meist für die ersten vier, in Hindernisrennen für die ersten fünf Plätze gezahlt. Sie stehen den Besitzern der Pferde zu und haben nichts mit dem Wettgeschäft zu tun, jedenfalls nicht direkt. Soll heißen: Für den Wetter macht es keinen Unterschied, ob die Rennpreise hoch sind oder niedrig. Lohnende Quoten kann es in allen Rennen geben. (nach oben)

Rennprogramm
Enthält die Starterlisten und andere renntechnischen Angaben zum Tage. Müssen Sie zum Wetten haben. Kaufen Sie sich deshalb gleich am Rennbahneingang ein Exemplar! (nach oben)

Rennverein
Der Veranstalter der Rennen und Hausherr auf der jeweiligen Rennbahn. Er betreibt auch den Totalisator (s. dort) und erwirtschaftet damit die nötigen Einnahmen für die Rennpreise und die sonstigen Betriebskosten seiner Veranstaltungen und Anlagen. Rennvereine sind gemeinnützige eingetragene Vereine. Ihre Aktivitäten sorgen gleichzeitig für ein attraktives Freizeitangebot für Millionen Zuschauer und für die Leistungsprüfungen der Pferde als Zuchtauslese für die Vollblut-und die Landespferdezucht. (nach oben)

Rennverfilmung
In erster Linie ein "Schiedsrichterfernsehen", das der Rennleitung die Beurteilung des Geschehens erleichtert. Mehrere Kameras zeichnen die Rennen aus verschiedenen Perspektiven auf Besonders wichtig: die Frontperspektive der Zielgeraden. Sie offenbart, ob alle Pferde auf gerader Linie geblieben sind oder aber andere behindert haben. Das Publikum kann die Verfilmung auf den Monitoren auf der Rennbahn ebenfalls verfolgen, live und später in der Wiederholung. (nach oben)

Rennwett- und Lotteriegesetz
Die gesetzliche Grundlage des Wettbetriebs, Ermächtigungsgrundlage für die Erteilung der Totalisatorerlaubnis an die Rennvereine und ihre behördliche Beaufsichtigung. (nach oben)

Richterspruch
Er wird vom Zielrichter festgelegt und enthält im wesentlichen die Reihenfolge der Pferde am Ziel sowie die Abstände zwischen ihnen, außerdem die Zeit des Siegers. Achtung: Kurz nach der Zielankunft wird der "vorläufige Richterspruch" verkündet. Dieser wird erst endgültig, wenn das "Zurückwiegen" der Reiter beendet ist und damit die Protestfrist abläuft. Er wird dann im Detail bekanntgegeben, meist unmittelbar gefolgt von den Gewinnquoten. (nach oben)


S

Scheuklappen
Wenn Pferde mit Scheuklappen antreten, steht es im Rennprogramm und später auch im Rennbericht. Die Abkürzung heißt "Skl". Scheuklappen sorgen dafür, daß das Pferd nur nach vorn blickt. Bei ängstlichen, unsicheren Pferden ist dies eine Hilfe, auch bei solchen, die sich von den anderen ablenken lassen. Manche Wetter meiden Pferde mit Scheuklappen. Andere schwören auf Pferde, die erstmals mit Scheuklappen an den Start gebracht werden. (nach oben)

Siegwette
Die klassische Wette: Vorherzusagen ist, wer Erster wird. Wichtige Entscheidungshilfe: die Eventualquoten (s. dort) auf den Monitoren. (nach oben)

Sport Welt
Die älteste Sportpublikation Deutschlands. Mehrmals pro Woche erscheinende Galoppsportzeitung, die u. a. Starterlisten für alle Rennen und anschließend Rennberichte enthält. Standardlektüre von Züchtern, Besitzern, Trainern, Reitern und Wettern. (nach oben)

Stallform
Ein immer noch etwas rätselhaftes, aber beachtenswertes Phänomen: Wenn es mit den Pferden eines Trainers einmal läuft, dann läuft oft alles. Also Augen offen halten! (nach oben)

Start
Wird in Flachrennen überwiegend mit der Boxenstartmaschine durchgeführt, die allen Pferden gleichmäßige Chancen verschaffen und Fehlstarts vermeiden soll. Hindernisrennen werden mit einer Bänderstartmaschine gestartet. Alternative in besonderen Fällen: der Flaggenstart. Was noch wichtig ist für Sie: Haben Sie ein Pferd gewettet, das vom Start verwiesen werden muß, bekommen Sie Ihren Wetteinsatz zurück. (nach oben)


T

Totalisator
Das ist weder eine Person noch eine Maschine. Es ist im Grunde die Institution des Wettgeschäfts auf der Rennbahn. Dabei wettet nicht der einzelne gegen den veranstaltenden Rennverein, sondern alle Wetter wetten gegeneinander. Das wird so realisiert, daß in jedem Rennen und in jeder Wettart alle Einsätze in einen Topf wandern und nach Abzug von rund 25 Prozent, die der Veranstalter einbehalten darf, an die Gewinner ausgeschüttet werden - anteilmäßig, also je nach Höhe ihrer Einsätze. (nach oben)

Totes Rennen
Wenn zwei oder mehr Pferde exakt auf gleicher Höhe durchs Ziel gehen, ohne daß ein Vorteil für eines davon auszumachen ist (auch durch das Zielfoto nicht), dann teilen sich diese Pferde den Sieg oder die jeweilige Plazierung. Und die Wetten werden ebenfalls an die Wetter beider Pferde ausgezahlt, allerdings mit halbierter Quote. (nach oben)

Trainer
Die meisten Pferde werden von Profitrainern auf ihre Rennen vorbereitet, viele auch von Besitzertrainern. Es lohnt ein Blick in die Erfolgsstatistiken, denn der Anteil des Trainers am Erfolg ist beträchtlich (siehe auch Stichwort Stallform). (nach oben)


U

Überprüfung
Wichtig! Es kommt vor, daß die Rennleitung unmittelbar nach einem Rennen per Lautsprecher und Sirene eine "Überprüfung" ankündigt. Das ist noch kein Protest, sondern heißt, daß geprüft wird, ob ein Protestverfahren eröffnet werden muß. Andererseits heißt "Überprüfung" schon ein bißchen mehr als nur Routinekontrolle, sie hat immer einen konkreten Anlaß. Die Ankündigung der Überprüfung über Lautsprecher soll die Wetter davor schützen, vielleicht zu früh ihre Wettscheine wegzuwerfen. Das sollten Sie ernst nehmen. (nach oben)


W

Waageschluss
Das Ende des Zurückwiegens nach jedem Rennen. Kontrolliert wird, ob auch alle Reiter mit dem festgelegten Gewicht aus dem Rennen zurückkommen. Wird dieses Gewicht unterschritten, kommt es zur Disqualifikation. Keine Angst, das kommt sehr selten vor. Der Waageschluß wird durch ein Klingelzeichen bekanntgegeben. Damit endet die Protestfrist und wird der vorläufige Richterspruch endgültig. Wenn Ihre Wette getroffen hat, können Sie jetzt aufatmen und auf die Quoten warten. (nach oben)

Z

Zielfoto
Hilfsmittel für den Zielrichter zur genauen Bestimmung der Reihenfolge der Pferde. Wenn es herangezogen werden muß, wird ein vergrößerter Abzug auf den Zuschauerplätzen ausgehängt. (nach oben)

Zweierwette
Hier muß vorhergesagt werden, welches Pferd auf dem ersten und welches auf dem zweiten Platz einkommt. Eine getroffene Wette bringt meist gute Quoten, in der Regel zwischen 100:10 und 500:10. Die Quote kann aber auch mal fünfstellig sein. (nach oben)