Das Galopper ABC - Von Aufgalopp bis Zweierwette | GaloppOnline

Das Galopper ABC - Von Aufgalopp bis Zweierwette

Werden Sie Experte innerhalb k√ľrzester Zeit! Im folgenden Galopper ABC finden Sie die wichtigsten Begriffe rund um den Galoppsport und das Wetten, leicht verst√§ndlich erkl√§rt.
 

A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z

 

A

Aufgalopp
Ruhiger Galopp auf dem Weg zur Startstelle. Lockert die Muskulatur der Pferde und wärmt sie auf. Gibt den Zuschauern die Gelegenheit, ihren Eindruck von den Teilnehmern abzurunden. Wenn Sie mit echtem Ehrgeiz an die Sache herangehen, sollten Sie hinsehen. (nach oben)

Ausgleich
Auch "Handicap" genannt. Ausgehend von den vorherigen Leistungen der Pferde wird es hier konsequent den guten Pferden schwer gemacht - durch h√∂here zu tragende Gewichte. Dadurch bekommen auch die anderen eine Chance. Das macht die Suche nach dem Sieger schwerer, vers√ľ√üt den Erfolg aber meistens durch entsprechend h√∂here Gewinnquoten. Deshalb sind Ausgleiche bei den Wettern besonders beliebt. Faustregel: Ein Kilo Gewichtsunterschied bedeutet eine Pferdel√§nge Vorgabe. (nach oben)

Ausrechnung
Wenn Sie sich eine Rennzeitung kaufen, finden Sie die Ausrechnung unter den Starterlisten der einzelnen Rennen. Bei Ausgleichsrennen (Handicaps) wird sie Ihnen nicht sehr viel helfen, wohl aber bei allen anderen Pr√ľfungen. Die Ausrechnung der Fachjournalisten zeigt Ihnen an, ob die einzelnen Pferde vom Gewicht her besonders g√ľnstig, also chancenreich im Rennen stehen oder weniger. Achtung: Vertrauen Sie nie auf die Ausrechnung allein, denn sie ist sehr theoretisch. Informieren Sie sich immer auch √ľber die Leistungen der Pferde in der j√ľngeren Vergangenheit. Denn Klasse ohne Kondition nutzt nichts. (nach oben)

Außenseiter
Pferde, denen die Mehrheit des Publikums wenig Chancen zubilligt. Was die Mehrheit denkt, ist aber nicht immer richtig, ganz besonders beim Pferderennen. Nat√ľrlich bringen Siege von Au√üenseitern h√∂here Gewinnquoten. Dem Wetter, der richtig gelegen hat, vermitteln sie au√üerdem ein au√üerordentlich angenehmes √úberlegenheitsgef√ľhl. Beispiel: Als Stall Moritzbergs Hengst Star Appeal 1975 das bedeutendste Rennen Europas gewann, war das schon gigantisch. Die Siegquote von 1197:10 machte den Tag f√ľr manche aber vollends unverge√ülich. (nach oben)

Au√üenwetten (fr√ľher: Vorwetten)
Werden vor dem Rennen per Aushang und Lautsprecheransage bekanntgegeben und von vielen Besuchern interessiert mitgeschrieben. Es handelt sich um die Summen an Siegwetten aus den externen Wettannahmestellen, die die einzelnen Teilnehmer auf sich vereinigen. Wer die meisten Au√üenwetten "tr√§gt", gilt zun√§chst einmal als Favorit. Clevere Wetter k√ľmmern sich dagegen weniger um die Vorwetten, sondern mehr um die Eventualposition (s. dort), die eine wesentlich bessere Information sind. Achtung: Nat√ľrlich ist nach den Eventualquoten dasjenige Pferd Favorit, bei dem die niedrigste Zahl eingeblendet wird. (nach oben)


B

Bodenverhältnisse
Sehr wichtig, wenn auch von manchen Leuten etwas √ľbertrieben mystifiziert. Aber nach rund 180 Jahren Galoppsport in Deutschland steht nun einmal fest, da√ü es viele Pferde gibt, die zur vollen Entfaltung ihres K√∂nnens einen bestimmten Gel√§ufzustand ben√∂tigen. Manche brauchen abgetrockneten ("festen") Boden, andere kommen besonders gut mit weichem Gel√§uf zurecht und k√∂nnen sogar auf "schwerem" oder "tiefem" Gel√§uf auftrumpfen. (In dem Fall werden sie von Durchblickerprofis auch als "Sumpfh√ľhner" bezeichnet.) Wie machen Sie f√ľr sich das Beste daraus? Zwei kleine Schritte: Erstens, Sie schauen in die Formen (siehe dort) in der Rennzeitung, denn diese enthalten auch einen Hinweis, bei welchem Gel√§ufzustand sie zustandegekommen sind. Oft k√∂nnen Sie daraus eine Vorstellung entwickeln, welchen Gel√§ufzustand ein Pferd bevorzugt.
Zweitens informieren Sie sich, wie der Boden am jetzigen Renntag beschaffen ist. Sie brauchen nur hinzuhören, denn zu Beginn eines jeden Renntages wird diese Information per Lautsprecher geliefert und auch per Anschlag bekanntgemacht.
Geboten wird das Me√üergebnis des Bodenpr√ľfger√§ts ("Penetrometer"), und zwar in Gestalt einer Zahl zwischen 10 und 0. 7,5 bis 10 bedeutet "tief", 6,0 bis 7,4 hei√üt "schwer", 4,5 bis 5,9 "weich", 3,0 bis 4,4 "gut" und 1,5 bis 2,9 "fest". Diese Skala mit Erkl√§rung finden Sie auch noch einmal im Rennprogramm des Tages. Theoretisch gibt es auch noch ein Me√üergebnis zwischen 0 und 1,4, ("hart"), doch damit werden Sie nichts zu tun bekommen, denn alle Rennveranstalter bew√§ssern in Trockenzeiten das Gel√§uf, um m√∂glichst allen Pferden akzeptable Bedingungen zu bieten. Teilweise sind sogar computergesteuerte Berieselungssysteme im Einsatz. (nach oben)

Buchmacher
Private Wettunternehmer, beh√∂rdlich konzessioniert. Im Unterschied zum Rennveranstalter mit dem Bahntotalisator h√§lt der Buchmacher die bei ihm angelegten Wetten auf eigene Rechnung und eigenes Risiko. Seit 1989 kann bei vielen Buchmachern aber auch zu Original Rennbahnkonditionen gewettet werden. Daf√ľr unterhalten sie in ihren Gesch√§ften spezielle Schalter. Die Adressen dieser Wettannahmestellen finden Sie an anderer Stelle dieser Ausgabe. (nach oben)


C

Champion
Der nach Siegzahl in seiner Sparte f√ľhrende Aktive der Saison - Championjockey, Championtrainer usw. (nach oben)


D

Direktorium f√ľr Vollblutzucht und Rennen
Zentrale Aufsichts- und Dienstleistungsorganisation f√ľr den Galopprennsport in der Bundesrepublik. Auch zust√§ndig f√ľr den √ľber√∂rtlichen Teil der √Ėffentlichkeitsarbeit, Kontaktadresse f√ľr - fast - alle Fragen. Sitz: Rennbahnstra√üe 154, 50737 K√∂ln, Tel. (02 21 ) 74 98 11, Fax (02 21 ) 749867. (nach oben)

Dreierwette
Die schwierigste, aber auch die beliebteste der vier Standard-Wettarten (Sieg-, Platz-, Zweier-und Dreierwette). Mehr als die Hälfte des gesamten Wettumsatzes kommt in der Dreierwette zustande, denn wegen des hohen Schwierigkeitsgrades verspricht sie auch die höchsten Gewinne. (nach oben)


E

Elektronen-Toto
Das ist keine besondere Wettart, sondern so nennt man die Einrichtung, mit der auf den meisten Rennbahnen seit Anfang der achtziger Jahre das Wettgesch√§ft abgewickelt wird. Das spart Zeit und Geld, vor allem aber verspricht es schnelle Abwicklung und perfekte Sicherheit. K√∂rperlich hat man sich den Toto als Computeranlage mit zwei Rechnern und einem Notstromaggregat vorzustellen. Die beiden Rechner kontrollieren sich gegenseitig, und an sie sind alle Wettschalter auf der Rennbahn angeschlossen. Mit im Spiel ist dann noch ein Zentralrechner, √ľber den die sogenannten Vorwetten in den Kreislauf flie√üen. Dabei handelt es sich um die Wetteins√§tze, die au√üerhalb der Rennbahn in Wettannahmestellen der Rennvereine oder einer Anzahl mit ihnen kooperierender Buchmacher get√§tigt wurden.
Das Grundprinzip sieht vor, da√ü der Wetter seine Wettscheine selbst ausf√ľllt. (Wie er das macht, ist an anderer Stelle dieser Ausgabe erkl√§rt.) Auf den meisten Bahnen gibt es aber auch sogenannte "Ansagekassen", wo ihm das Ausf√ľllen vom Totopersonal abgenommen wird. Au√üerdem gibt es auf fast allen Bahnen einen Informationsstand, wo leicht verst√§ndliche Wettanleitungen bereitliegen und das richtige Ausf√ľllen erkl√§ren.
Die Wettscheine sind beidseitig bedruckt: Eine Seite kann f√ľr einfache Sieg-, Platz- und einfache Zweierwetten verwendet werden; die andere ist f√ľr Zweier- und Dreierwetten gedacht und erlaubt auch das Kombinieren mehrerer Pferde miteinander. Bitte f√ľllen Sie jeden Schein nur auf einer Seite aus!
Am Wettschalter wird jeder Wettschein in ein Leseger√§t eingef√ľhrt und vom Computer verarbeitet. Sie bekommen davon soviel mit, da√ü auf einer Digitalanzeige Ihr zu zahlender Einsatz erscheint und da√ü das Ger√§t Ihren Schein wieder ausspuckt. Dann ist er mit einem Best√§tigungsaufdruck versehen, der Ihre Wette noch einmal wiedergibt. Achtung: Kontrollieren Sie an Ort und Stelle die Richtigkeit dieses Aufdrucks, denn er ist ma√ügeblich f√ľr die G√ľltigkeit der Wette. Wenn etwas nicht stimmt, k√∂nnen Sie alles noch einmal stornieren lassen, solange Sie noch an der Kasse sind.
Um Komplikationen zu vermeiden, sollten Sie von vornherein darauf achten, da√ü der Schein nicht na√ü oder verunreinigt wird! Flecken k√∂nnte der Computer als Anstreichungen lesen. Au√üerdem sollten Sie Ihren Schein nicht knicken oder kn√ľllen. Wenn Sie Ihren Gewinn abholen wollen, kann Ihnen sonst n√§mlich passieren, da√ü die normalen Ger√§te ihn nicht bearbeiten k√∂nnen, und Sie m√ľssen sich zu einer der sogenannten Zentralkassen begeben.
Wenn dagegen alles klar ist, k√∂nnen Sie Ihren Gewinn nach der Lautsprecherdurchsage der Quoten an jeder beliebigen Kasse abholen. Eine Digitalanzeige sagt Ihnen, wieviel Sie zu bekommen haben. Wenn Sie f√ľr die nachfolgenden Rennen wetten wollen, k√∂nnen Sie die Scheine gleich mit abgeben und mit Ihrem Gewinn verrechnen lassen. Im internationalen Vergleich stehen die bundesdeutschen Rennveranstalter mit dieser gut funktionierenden Technik mit an der Spitze. (nach oben)

Eventualquoten
Kein sch√∂ner Name f√ľr eine sehr n√ľtzliche Sache. Die E. sehen Sie zwischen den Rennen auf den Fernsehmonitoren der Rennbahnen eingeblendet. Sie werden st√§ndig neu errechnet und geben die Siegquote an, die f√ľr die einzelnen Pferde im Erfolgsfalle gelten w√ľrde, wenn in dieser Sekunde der Start erfolgen w√ľrde. Nat√ľrlich unterliegen die E. Schwankungen entsprechend den Eins√§tzen der Wetter. Eine der Eventualquoten ist auf dem Monitor stets hervorgehoben. Das zeigt Ihnen auf Anhieb, welches Pferd im Augenblick Favorit ist, also bisher am st√§rksten bewettet wurde. Noch nicht verstanden? Also? wenn beispielsweise neben der Nummer 3 eine 28 erscheint, hei√üt das: Pferd Nummer drei ist am st√§rksten bewettet worden - wenn in diesem Augenblick die Startboxen aufspringen w√ľrden und Nummer drei gewinnt, wird es auf Sieg f√ľr 10 Euro Einsatz 28 Euro Gewinnauszahlung geben. (nach oben)


F

Favorit
Fr√ľher wurde er auch "G√ľnstling" genannt. Es ist ganz einfach das Pferd, das als am chancenreichsten gilt. Dabei gibt es den "Zeitungsfavoriten" oder "Papierfavoriten" und den "Bahnfavoriten". Ersterer ist das Pferd, das die Rennzeitungen als Sieger vorhersagen; letzterer ist das Pferd das am Renntag auf der Bahn die meisten Siegwetten auf sich vereinigt. Oft ist es ein und derselbe, das mu√ü aber nicht so kommen. Tip: Entwickeln Sie Ihre eigene Meinung. Bedingungsloser Glaube an Favoriten ist nicht der Weisheit letzter Schlu√ü. Im Gegenteil. Vergessen Sie nicht, da√ü viele Leute mangels anderer Ideen, quasi verlegenheitshalber, Ihr Geld auf den Favoriten setzen. Deshalb ist seine Eventualquote sehr h√§ufig noch ein paar Punkte "k√ľrzer", als es eigentlich angebracht w√§re. (nach oben)

Fehlstart
Wird der Start durch einen Zwischenfall merklich beeintr√§chtigt, kann der Starter die Reiter zur√ľckrufen. Hierzu bedient er sich einer Sirene, einer am Gel√§uf aufgestellten Blinkleuchte und des mit einer Flagge ausgestatteten "R√ľckrufers", der vor der Startstelle auf dem Gel√§uf postiert ist. (nach oben)

Form
Als "Form" wird im Galoppsport nicht nur die Tagesverfassung bezeichnet. Mit "den Formen" eines Pferdes sind seine vorhergehenden Leistungen gemeint. Die letzten Formen finden Sie in den Rennzeitungen SPORT-WELT, die Sie auf der Rennbahn, und im gut sortierten Zeitschriftenhandel, insbesondere in Rennbahnn√§he, erstehen k√∂nnen. Sie sind nat√ľrlich auch im Abonnement zu beziehen und decken mit ihren Vorschauen und Berichten alle der rund 300 Rennveranstaltungen des Jahres in der Bundesrepublik ab. In M√ľnchen-Riem gibt es zus√§tzlich das Magazin "Turf". Nat√ľrlich k√∂nnen Sie beim Wetten konsequent auf Ihr Geburtsdatum, Ihre Hausnummer oder Ihre Lieblingszahl setzen - was oft satte Gewinne mit Au√üenseitern beschert. Aber wenn Sie sich entscheiden, fachlich an die Sache heranzugehen, sind die Formen das Wichtigste, das Sie sich ansehen m√ľssen. (nach oben)

F√ľhrring
Eine der sch√∂nsten und empfehlenswertesten √Ėrtlichkeiten auf der Rennbahn. Hier erleben Sie Rennsport pur. Begeistern Sie sich f√ľr die Sch√∂nheit der Pferde, die Ihnen hier vorgef√ľhrt werden, und √ľberlegen Sie sich, welchem der edlen Vollbl√ľter Sie Ihr wettm√§√üiges Vertrauen schenken wollen. Positive Zeichen sind gl√§nzendes Haar, athletische Erscheinung mit ausgepr√§gten Muskeln und ein wacher, aufmerksamer, aber selbstsicher gelassener Eindruck. Leichtes Schwitzen mu√ü nicht unbedingt Negatives verhei√üen. Ansonsten h√∂ren Sie am F√ľhrring so viele Meinungen, wie Pferde laufen. Zuh√∂ren macht Spa√ü und kann nicht schaden - solange man sich nicht von seiner Meinung abbringen l√§√üt. (nach oben)


G

Gewicht
Im "klassischsten der klassischen Rennen", dem Derby, sowie wenigen anderen Pr√ľfungen starten alle Pferde unter demselben Reitergewicht (einschlie√ülich Kleidung und Sattel). Wenn es nur solche Rennen g√§be, w√ľrden immer dieselben Pferde gewinnen. Um es spannender zu machen, um auch den anderen eine Chance zu geben und um subtilere Erkenntnisse √ľber die Leistungsverh√§ltnisse der Pferde im Vergleich zu bekommen, wurde ein System geschaffen, das den st√§rkeren Pferden, ausgehend von ihren zuvor gezeigten Leistungen, das Siegen durch zu tragende Mehrgewichte erschwert. Wie dies im Detail funktioniert, ist aber mehr etwas f√ľr weit Fortgeschrittene und Profis.
Die Einhaltung des zu tragenden Gewichts wird vor und nach dem Rennen kontrolliert, die Reiter werden mit ihrer Ausr√ľstung gewogen. Zuwenig Gewicht ist streng unzul√§ssig, zuviel ist dagegen m√∂glich (mu√ü dem Publikum aber bekanntgegeben werden und kann zum Ausschlu√ü vom Wettbetrieb f√ľhren). (nach oben)

Gewichte
Nur in wenigen Rennen (u. a. dem Derby) starten alle Pferde unter demselben Reitergewicht (einschlie√ülich Kleidung und Sattel). Um es spannender zu machen, wurde ein System geschaffen, Chancengleichheit herzustellen ( ~ Ausgleich, Handicap). Die Einhaltung des zu tragenden Gewichts wird vor und nach den Rennen kontrolliert, die Jockeys werden mit ihrer Ausr√ľstung gewogen. (nach oben)

Gewichtserlaubnis
Die Verg√ľnstigung, weniger als das vorgeschriebene Gewicht mit ins Rennen zu nehmen. Vor allem die Auszubildenden unter den Reitern bekommen gegen√ľber den erfahreneren Kollegen "Erlaubnis". Diese ist zwischen 1 und 5 Kilo gestaffelt, je nach Anzahl der bisher errungenen Erfolge. (nach oben)


I

Identitätskarte
Es könnte ja einer kommen und statt eines langsamen Pferdes in einem kleinen Rennen ein ähnlich aussehendes besseres Pferd laufen lassen. Um das zu verhindern, gibt es Pferdepaß und Identitätskarte. Sie ermöglichen die unzweifelhafte Identifizierung der Teilnehmer, die vor jedem Rennen peinlich genau vorgenommen wird. (nach oben)


J

Jockey
Standesbezeichnung f√ľr diejenigen Berufsrennreiter, die nicht nur erfolgreich die Lehrzeit absolviert haben, sondern 50 Rennen gewonnen haben. Ein guter Jockey ist f√ľr den Wetter wichtig. Zwar kann auch er ein Pferd nicht schneller machen als es ist Aber er kann ihm den bestm√∂glichen Rennverlauf "servieren". Erfahrene Wetter sagen: "Der beste Jockey ist der, der die wenigsten Fehler macht." (nach oben)


K

Kapuze
Wird denjenigen Pferden √ľbergestreift, die "sehenden Auges" ungern in die Startbox gehen. Keine Angst: Wenn die Boxen aufspringen, ist die Kapuze l√§ngst runter. (nach oben)


L

Leichtgewicht
Das geringste zu tragende Gewicht, das Ihnen begegnen kann, beträgt 47 Kilo - einschließlich Kleidung und Sattel. Da alle Utensilien leicht sind, heißt das, daß der Reiter noch soeben hinkommt, wenn er ohne Kleidung 45,5 Kilo wiegt. Das Mindestgewicht in Hindernisrennen beträgt meist 62 Kilo. (nach oben)

Linkskurs
Auf den meisten deutschen Galopprennbahnen geht es rechtsherum. Wichtige Ausnahmen: Baden-Baden, Frankfurt, Hannover, M√ľnchen-Riem. Hin und wieder gibt es Pferde, die mit dortigem Linkskurs nicht zurechtkommen, aber sie sind selten. (Nat√ľrlich gibt es auch ein paar Pferde, die Rechtskurse nicht √ľberm√§√üig m√∂gen.) (nach oben)


M

Mindesteinsatz
Der Mindesteinsatz beim Wetten auf der Rennbahn ist 2,50 Euro. In der Sieg- und Platzwette gilt auf manchen Bahnen aber auch ein Mindesteinsatz von 5 Euro. Bei der TOP 6-Wette beträgt der Grundeinsatz 1 Euro. (nach oben)


O

Ohne Wetten
Diese Angabe steht im Rennprogramm, wenn ein bestimmtes Pferd nicht bewettet werden kann, weil es vom Wettbetrieb ausgeschlossen wurde. (Dies geschieht zum Schutz des wettenden Publikums z. B. dann, wenn ein Pferd nicht zuverlässig sein volles Leistungsvermögen zeigt.) (nach oben)

Online Galopper des Jahres / Online Award
Der Online Award wird einmal im Jahr vergeben. Diesen Preis erh√§lt der im Internet gew√§hlte "Online Galopper des Jahres", "Online Trainer des Jahres", "Online Jockey des Jahres", "Online Aufsteiger des Jahres" und die "Online Turfpers√∂nlichkeit des Jahres" f√ľr seine Leistungen in der abgelaufenen Saison. Diese Wahl wurde im Jahr 2000 von GaloppOnline.de ins Leben gerufen. Erster "Online Galopper" der Geschichte des deutschen Turfsports wurde der Hengst Samum. (nach oben)


P

Parade vor den Trib√ľnen
Vor den gro√üen Rennen paradieren die Pferde vor den Zuschauertrib√ľnen, bevor sie zum Start aufgaloppieren. Vom Rennkommentator werden sie √ľber Lautsprecher genau vorgestellt. F√ľr Wettentscheidungen ist es dann meistens schon zu sp√§t, aber immerhin kann man sich den Dre√ü der Reiter bei dieser Gelegenheit gut einpr√§gen, so da√ü man das Renngeschehen besser verfolgen kann. (nach oben)

Platzwette
Die einfachste Wettart. Voraussagen m√ľssen Sie ein Pferd, das auf einem der ersten drei Pl√§tze landet (bei weniger als sieben Startern auf einem der ersten zwei). Das ist nicht so schwierig, und dementsprechend k√∂nnen Sie hierbei auch kaum Million√§r werden. Spa√ü macht es trotzdem, denn Spa√ü macht jede "getroffene" Wette. (nach oben)

Protest
Richtet sich gegen eines der erstplazierten Pferde und zielt auf dessen Disqualifikation. Zur Einleitung des Protestverfahrens kommt es entweder durch Beschlu√ü der Rennleitung (die das Verfahren auch durchf√ľhrt) oder auf Antrag eines am Rennen beteiligten Pferdebesitzers, der sein Pferd durch ein anderes behindert glaubt und dadurch einen finanziellen Nachteil (Verlust eines h√∂heren Rennpreises) hat. Wenn die Rennleitung nach genauer Sichtung der Rennverfilmung sowie Anh√∂rung der Beteiligten und Zeugen zur Disqualifikation eines Pferdes schreitet, √§ndert sie dadurch den Richterspruch. In der Regel ist der neue Richterspruch auch der f√ľr den Wettbetrieb ma√ügebliche. Wenn es ein Protestverfahren gibt, wird dem Publikum dies √ľber Lautsprecher sofort mitgeteilt. Wichtig: Werfen Sie Ihre Wettscheine nicht weg und warten Sie die Entscheidung der Rennleitung ab! (nach oben)


Q

Quoten
Die Gewinnquoten werden nach jedem gelaufenen Rennen berechnet und bekanntgegeben, und zwar f√ľr alle Wettarten getrennt und unabh√§ngig voneinander. Sie werden auf der Basis von 10 Euro Einsatz bekanntgegeben. Wenn die Quote in der Siegwette ("Siegquote") also z. B. 120:10 betr√§gt, hei√üt das: Es gibt zw√∂lffaches Geld zur√ľck. Haben Sie den Sieger mit 5 Euro bewettet, bekommen Sie 60 Euro. Waren Sie mit 100 Euro dabei, gibt's 1200 Euro.
Ihren Gewinn bekommen Sie an jeder beliebigen Kasse des Elektronentotos - wo Sie ihn gleich mit Eins√§tzen f√ľr die folgenden Rennen verrechnen lassen k√∂nnen. Abholen k√∂nnen Sie Ihren Gewinn unmittelbar nach der Quotenbekanntgabe √ľber Lautsprecher. (nach oben)


R

Rennfarben
Wenn ein Rennstallbesitzer zwei oder mehrere Pferde im Rennen hat, tragen nicht alle Reiter dieselbe f√ľr ihn registrierte Rennfarbenkombination. Damit man die Pferde besser auseinanderhalten kann, werden f√ľr seine Pferde leichte Variationen ausgemacht und dem Publikum √ľber Lautsprecher bekanntgegeben. Aufgemerkt: Die Originalkombination ("erste Farbe") ergibt sich aus dem Rennprogramm. Das Pferd, das unter dieser Farbe antritt, wird vom Stall am h√∂chsten bzw. h√∂her eingesch√§tzt. Aber: Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit √ľbernimmt dabei niemand. Kann man auch nicht verlangen. Oft treffen schlie√ülich auch Pferde eines Besitzers aufeinander, die von verschiedenen Trainern vorbereitet werden. So kann oft auch der Besitzer kaum erahnen, welches seiner Pferde chancenreicher ist. (nach oben)

Rennleitung
Dreik√∂pfiges Gremium, das auf der Galopprennbahn das Schiedsrichterteam bildet. √úberpr√ľft die korrekte Abwicklung der Rennen, kann unter Anwendung der Rennordnung (s. dort) auch Disqualifikationen vornehmen sowie Ordnungsma√ünahmen gegen die beteiligten Aktiven verh√§ngen. Die R. beobachtet die Rennen zun√§chst vom Richterturm aus mit dem Fernglas, ferner steht ihr die Rennverfilmung aus verschiedenen Perspektiven als Video zur Verf√ľgung und erm√∂glicht somit eine genaue Kontrolle des Geschehens. (nach oben)

Rennordnung
Das ma√ügebliche Regelbuch f√ľr den Rennbetrieb in der Bundesrepublik. Sehr ausgefeilt, 404 Seiten lang. Kann beim Direktorium (s. dort) k√§uflich erworben werden. (nach oben)

Rennpreise
Werden in Flachrennen meist f√ľr die ersten vier, in Hindernisrennen f√ľr die ersten f√ľnf Pl√§tze gezahlt. Sie stehen den Besitzern der Pferde zu und haben nichts mit dem Wettgesch√§ft zu tun, jedenfalls nicht direkt. Soll hei√üen: F√ľr den Wetter macht es keinen Unterschied, ob die Rennpreise hoch sind oder niedrig. Lohnende Quoten kann es in allen Rennen geben. (nach oben)

Rennprogramm
Enth√§lt die Starterlisten und andere renntechnischen Angaben zum Tage. M√ľssen Sie zum Wetten haben. Kaufen Sie sich deshalb gleich am Rennbahneingang ein Exemplar! (nach oben)

Rennverein
Der Veranstalter der Rennen und Hausherr auf der jeweiligen Rennbahn. Er betreibt auch den Totalisator (s. dort) und erwirtschaftet damit die n√∂tigen Einnahmen f√ľr die Rennpreise und die sonstigen Betriebskosten seiner Veranstaltungen und Anlagen. Rennvereine sind gemeinn√ľtzige eingetragene Vereine. Ihre Aktivit√§ten sorgen gleichzeitig f√ľr ein attraktives Freizeitangebot f√ľr Millionen Zuschauer und f√ľr die Leistungspr√ľfungen der Pferde als Zuchtauslese f√ľr die Vollblut-und die Landespferdezucht. (nach oben)

Rennverfilmung
In erster Linie ein "Schiedsrichterfernsehen", das der Rennleitung die Beurteilung des Geschehens erleichtert. Mehrere Kameras zeichnen die Rennen aus verschiedenen Perspektiven auf Besonders wichtig: die Frontperspektive der Zielgeraden. Sie offenbart, ob alle Pferde auf gerader Linie geblieben sind oder aber andere behindert haben. Das Publikum kann die Verfilmung auf den Monitoren auf der Rennbahn ebenfalls verfolgen, live und später in der Wiederholung. (nach oben)

Rennwett- und Lotteriegesetz
Die gesetzliche Grundlage des Wettbetriebs, Erm√§chtigungsgrundlage f√ľr die Erteilung der Totalisatorerlaubnis an die Rennvereine und ihre beh√∂rdliche Beaufsichtigung. (nach oben)

Richterspruch
Er wird vom Zielrichter festgelegt und enth√§lt im wesentlichen die Reihenfolge der Pferde am Ziel sowie die Abst√§nde zwischen ihnen, au√üerdem die Zeit des Siegers. Achtung: Kurz nach der Zielankunft wird der "vorl√§ufige Richterspruch" verk√ľndet. Dieser wird erst endg√ľltig, wenn das "Zur√ľckwiegen" der Reiter beendet ist und damit die Protestfrist abl√§uft. Er wird dann im Detail bekanntgegeben, meist unmittelbar gefolgt von den Gewinnquoten. (nach oben)


S

Scheuklappen
Wenn Pferde mit Scheuklappen antreten, steht es im Rennprogramm und sp√§ter auch im Rennbericht. Die Abk√ľrzung hei√üt "Skl". Scheuklappen sorgen daf√ľr, da√ü das Pferd nur nach vorn blickt. Bei √§ngstlichen, unsicheren Pferden ist dies eine Hilfe, auch bei solchen, die sich von den anderen ablenken lassen. Manche Wetter meiden Pferde mit Scheuklappen. Andere schw√∂ren auf Pferde, die erstmals mit Scheuklappen an den Start gebracht werden. (nach oben)

Siegwette
Die klassische Wette: Vorherzusagen ist, wer Erster wird. Wichtige Entscheidungshilfe: die Eventualquoten (s. dort) auf den Monitoren. (nach oben)

Sport Welt
Die √§lteste Sportpublikation Deutschlands. Mehrmals pro Woche erscheinende Galoppsportzeitung, die u. a. Starterlisten f√ľr alle Rennen und anschlie√üend Rennberichte enth√§lt. Standardlekt√ľre von Z√ľchtern, Besitzern, Trainern, Reitern und Wettern. (nach oben)

Stallform
Ein immer noch etwas rätselhaftes, aber beachtenswertes Phänomen: Wenn es mit den Pferden eines Trainers einmal läuft, dann läuft oft alles. Also Augen offen halten! (nach oben)

Start
Wird in Flachrennen √ľberwiegend mit der Boxenstartmaschine durchgef√ľhrt, die allen Pferden gleichm√§√üige Chancen verschaffen und Fehlstarts vermeiden soll. Hindernisrennen werden mit einer B√§nderstartmaschine gestartet. Alternative in besonderen F√§llen: der Flaggenstart. Was noch wichtig ist f√ľr Sie: Haben Sie ein Pferd gewettet, das vom Start verwiesen werden mu√ü, bekommen Sie Ihren Wetteinsatz zur√ľck. (nach oben)


T

Totalisator
Das ist weder eine Person noch eine Maschine. Es ist im Grunde die Institution des Wettgesch√§fts auf der Rennbahn. Dabei wettet nicht der einzelne gegen den veranstaltenden Rennverein, sondern alle Wetter wetten gegeneinander. Das wird so realisiert, da√ü in jedem Rennen und in jeder Wettart alle Eins√§tze in einen Topf wandern und nach Abzug von rund 25 Prozent, die der Veranstalter einbehalten darf, an die Gewinner ausgesch√ľttet werden - anteilm√§√üig, also je nach H√∂he ihrer Eins√§tze. (nach oben)

Totes Rennen
Wenn zwei oder mehr Pferde exakt auf gleicher H√∂he durchs Ziel gehen, ohne da√ü ein Vorteil f√ľr eines davon auszumachen ist (auch durch das Zielfoto nicht), dann teilen sich diese Pferde den Sieg oder die jeweilige Plazierung. Und die Wetten werden ebenfalls an die Wetter beider Pferde ausgezahlt, allerdings mit halbierter Quote. (nach oben)

Trainer
Die meisten Pferde werden von Profitrainern auf ihre Rennen vorbereitet, viele auch von Besitzertrainern. Es lohnt ein Blick in die Erfolgsstatistiken, denn der Anteil des Trainers am Erfolg ist beträchtlich (siehe auch Stichwort Stallform). (nach oben)


U

√úberpr√ľfung
Wichtig! Es kommt vor, da√ü die Rennleitung unmittelbar nach einem Rennen per Lautsprecher und Sirene eine "√úberpr√ľfung" ank√ľndigt. Das ist noch kein Protest, sondern hei√üt, da√ü gepr√ľft wird, ob ein Protestverfahren er√∂ffnet werden mu√ü. Andererseits hei√üt "√úberpr√ľfung" schon ein bi√üchen mehr als nur Routinekontrolle, sie hat immer einen konkreten Anla√ü. Die Ank√ľndigung der √úberpr√ľfung √ľber Lautsprecher soll die Wetter davor sch√ľtzen, vielleicht zu fr√ľh ihre Wettscheine wegzuwerfen. Das sollten Sie ernst nehmen. (nach oben)


W

Waageschluss
Das Ende des Zur√ľckwiegens nach jedem Rennen. Kontrolliert wird, ob auch alle Reiter mit dem festgelegten Gewicht aus dem Rennen zur√ľckkommen. Wird dieses Gewicht unterschritten, kommt es zur Disqualifikation. Keine Angst, das kommt sehr selten vor. Der Waageschlu√ü wird durch ein Klingelzeichen bekanntgegeben. Damit endet die Protestfrist und wird der vorl√§ufige Richterspruch endg√ľltig. Wenn Ihre Wette getroffen hat, k√∂nnen Sie jetzt aufatmen und auf die Quoten warten. (nach oben)

Z

Zielfoto
Hilfsmittel f√ľr den Zielrichter zur genauen Bestimmung der Reihenfolge der Pferde. Wenn es herangezogen werden mu√ü, wird ein vergr√∂√üerter Abzug auf den Zuschauerpl√§tzen ausgeh√§ngt. (nach oben)

Zweierwette
Hier mu√ü vorhergesagt werden, welches Pferd auf dem ersten und welches auf dem zweiten Platz einkommt. Eine getroffene Wette bringt meist gute Quoten, in der Regel zwischen 100:10 und 500:10. Die Quote kann aber auch mal f√ľnfstellig sein. (nach oben)