St. Moritz im Rausch: Champagner-Regen und Wett-Rekorde

Es ist das Spektakel, das weltweit seinesgleichen sucht, und das Finale 2026 hat mal wieder bewiesen: Wenn der White Turf ruft, dann wird auf dem See mit Superlativen geantwortet.

Wer dachte, der White Turf sei nur ein bisschen Galoppieren auf Eis, der täuscht sich gewaltig. Die logistische Meisterleistung hinter der Zeltstadt auf dem See ist fast so beeindruckend wie die Sprints der Vollblüter selbst. Insgesamt pilgerten an den drei Rennsonntagen mehr als 35.000 Besucher auf den See – das sind mehr Menschen, als St. Moritz Einwohner hat. Alleine am Finaltag sorgten über 11.000 Zuschauer für eine Gänsehaut-Atmosphäre, die man so nur im Engadin erlebt.

Auch an den Wettschaltern herrschte Hochbetrieb. Mit einem Wettumsatz von 120.000 Franken allein am Finaltag wurde ein neuer Rekord auf Schnee aufgestellt – auch wenn es durch technische Probleme lange dauerte, bis ausgezahlt werden konnte. Bei den Online-Bookies gab es erst am gestrigen Montag überhaupt die finalen Quoten für alle Rennen des Tages.

Wer spontan in die Hospitality wollte, hatte zudem schlechte Karten, denn das gesamte Kontingent war bereits seit zwei Wochen restlos ausverkauft.

Damit die Hufe überhaupt sicher über den See fliegen konnten, musste die Natur mitspielen. Und das tat sie in beeindruckender Manier: 50 Zentimeter dickes Eis trug die gewaltige Last von 2.700 Tonnen Infrastruktur inklusive der vielen Besucher. Oben drauf gab es eine perfekte, 20 Zentimeter dicke Schneepiste, die den Pferden alles abverlangte.

Besonders erfreulich für den Sport war das ungebrochene Interesse der Ställe. Mit 51 Startern am letzten Renntag – das sind satte acht mehr als im Vorjahr – war das Feld so hochkarätig besetzt wie lange nicht mehr.

White Turf-Manager Dennis Schiergen zog nach dem letzten Rennen ein mehr als zufriedenes Fazit. Er betonte, wie überwältigt das Team von der Resonanz sei. Dass man seit zwei Wochen restlos ausverkauft war und einen solchen Wettumsatz erzielt habe, zeige deutlich, dass der White Turf nichts von seiner Magie verloren hat. Laut Schiergen habe das gesamte Team bei der Logistik von 2.700 Tonnen auf dem Eis Unmögliches geleistet.

Auch wenn die exakte Anzahl der geleerten Champagnerflaschen noch unter Verschluss gehalten wird, flüsterte man sich im VIP-Zelt zu, dass der Champagner fast so reichlich floss wie der Neuschnee fiel.

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