Dass beispielsweise ein Gymnastikball bei Menschen Wunder bewirken kann, ist allgemein bekannt. Im Zusammenhang mit Rennpferden hört man allerdings selten, dass rundes Spielgerät zum Einsatz kommt. Selten heißt nicht gar nicht und so schreibt Trainer Andreas Wöhler auf seiner Homepage, dass der gestrige Dortmund-Sieger Busted Ice nach seiner Kastration, nach der er an den Mädels im Stall kein Interesse mehr hatte, mit einem Ball in seiner Box bei Laune gehalten wurde. Da er diesen mit Schmackes immer aus dem Fenster in die Stallgasse beförderte und so lange Theater machte, bis er sein Spielgerät wieder hatte, zog man mit ihm um und stellte ihn in eine der beiden „Fernseh-Boxen“, von der aus er alles in Ruhe beobachten konnte.
Offensichtlich eine gute Aktion, denn der fünfjährige Falco-Sohn stellte sich nach einer Pause von mehr als einem Jahr gleich wieder siegfertig vor, schlug dabei keinen Geringeren als Noble Moon, den Winterfavorit 2018. Und dass obwohl er eigentlich schon gar nicht mehr im Stall seines Trainers und gleichzeitig auch Besitzers hätte stehen sollen. Auf der Stall-Homepage heißt es dazu: „Wäre der Trainer konsequent, was seine eigenen Pferde betrifft, was er definitiv nicht ist, würde der Falco-Sohn schon seit einigen Wochen vom irischen Kollegen Willie Mullins trainiert werden. Da wollte er Busted nämlich eigentlich hinschicken weil er ein Typ für den Hindernissport wäre, was ihm Willie Mullins auch bestätigte.“
Ein Ball, ein bisschen Fernsehen sowie die Liebe zum eigenen Pferd haben dazu geführt, dass Busted Ice dem deutschen Rennsport noch eine Weile erhalten bleibt. Auf seine weitere Laufbahn darf man sicher mehr als gespannt sein. Zunächst „zu Hause“ und später bestimmt auch im illegitimen Metier, wenn es denn dazu kommen sollte.













