Wie knapp man an einer möglichen Renntagsabsage in Neuss vorbeigeschrammt ist, macht eine Aussage von Rüdiger Schmanns am Freitagvormittag deutlich.
„Eigentlich hätte man ein bis zwei Rennen platzen lassen müssen, aber wenn das der Fall gewesen wäre, wären auch so viele Begleitpferde rausgeflogen, so dass in anderen Rennen dann auch wieder Pferde rausgegangen wären und man den ganzen Renntag hätte ausfallen lassen müssen“, so der renntechnische Leiter des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen. Dabei hatte man die Vorstarterangabe für den Dienstag sogar noch einmal bis Freitag verlängert, der gewünschte Effekt für das Neusser Saisonfinale blieb jedoch aus (Zum Tagesmarkt).
So bestimmen dann zum Teil kleine Felder die Veranstaltung am Hessentor und zwangsläufig kommt einem in diesem Zusammenhang die Rennsport-Weisheit der „großen Gelder“ in den Sinn. Zwei Rennen, der Ausgleich III über 1900 Meter und der Ausgleich IV über 1900 Meter, sehen lediglich sechs Starter am Ablauf. Sogar nur fünf Pferde kommen vor dem siebten Rennen, dem Ausgleich IV über 2300 Meter, in den Neusser Führring.
Der erwähnte Ausgleich III ist dann neben dem Finallauf zur Perlenkette ein weiterer sportlicher Höhepunkt des Tages (Zum Rennen). Dr. Andreas Bolte bietet Los Campanos, frischer Sieger in dieser Klasse unter Rene Piechulek, auf (Zum Rennen). Der Campanologist-Sohn gewann in Dortmund derart überlegen gegen Eskalibur, der eine halbe Stunde zuvor im mittleren Handicap über 1500 Meter beste Chancen haben sollte, dass es für den Vierjährigen auch in Neuss für einen Platz ganz weit vorne reichen sollte. Dass der von Axel Kleinkorres trainierte Mood Indigo seine Heimatbahn mag, ist hinlänglich bekannt, allerdings machte er bei seinem vorletzten Start schon deutlich, dass ihm die 1900 Meter wohl etwas kurz sind. Auf weiterem Weg wäre der Sabiango-Sohn sicherlich ein noch stärkerer Gegner für den Bolte-Schützling. Zum kleinen Feld zählt auch Lotus, frischer Ausgleich IV-Sieger. Der Elusive City-Sohn aus dem Stall von Stefan Birner muss noch längst nicht alle Karten aufgedeckt haben. Es wird daher interessant zu sehen sein, wie sich der Wallach in dieser Klasse schlägt. Mit Robin Weber nimmt man zwei Kilo Erlaubnis herunter, man geht also viereinhalb Kilo leichter ins Rennen als Los Campanos.













