Der ehemalige Neusser Oberbürgermeister Herbert Napp ist das neue Zugpferd des Neusser Reiter- und Rennvereins für die Rettung der Rennbahn am Hessentor. Wie die Neuss-Grevenbroicher Zeitung berichtet, ist der 70-jährige mit einem offiziellen Verhandlungsmandat des Vereins ausgestattet worden.
Der Neusser Präsident Jan Antony Vogel, zugleich auch geschäftsführender Vorstand beim Dachverband des Turfs, hat mit Napp einen bestens vernetzten Politiker an seiner Seite, beziehungsweise sogar nun an der Spitze der Bemühungen um die Rennbahnrettung. Der Beteiligungsausschuss, der sich mit der Zukunft der Rennbahn befasst, tagt in dieser Angelegenheit in der kommenden Woche zum bereits vierten Mal. Etwas süffisant heißt es dazu in der NGZ: „ Ob es dieses Mal eine Lösung gibt, ist fraglich. Denn erneut zeichnet sich ab, dass der NRRV, dessen Konzept Ende März auch in dritter Lesung von der Politik als unzureichend zurückgewiesen worden war, erst kurz vor Toresschluss etwas in Papierform vorlegt. Wenn überhaupt. Napp jedoch ist unverzagt: Man sei in guten Gesprächen.“ Kernpunkt der Streitigkeiten ist vor allen Dingen die Pacht, die der Rennverein zahlen muss, man dringt auf eine nachhaltige Reduzierung. Dazu heißt es weiter in der NGZ: „Napp, seit seinem 15. Lebensjahr oft und gerne Gast beim Galopp, will den NRRV so behandelt sehen wie andere Veranstalter auch. Das heißt: Eine Pacht soll nur für die zehn oder zwölf Renntage in der Saison fällig werden. Das deckt sich mit den bereits vorliegenden Forderungen des Vereins. Eine Grünpflege solle der Verein nur für die Teile der Anlage erbringen, die er für den Reitsport nutzt. Die bisherige Abmachung, moniert Napp, sei gerade in diesem Punkt nicht eindeutig genug. Auch deshalb gab es Ärger mit Neuss Marketing als Hausherrn.“
Napp hat offenbar einige Konzepte im Gepäck, wenn es an die Gespräche geht. Es heißt dazu in der NGZ: „Damit die Konzepte funktionieren, müsste man aber zu anderen Rennterminen kommen. Die werden derzeit mehr oder weniger von den französischen Wett-Organisationen vorgegeben, über die der Verein sich und seine Renntage refinanziert. Napp denkt an Rennen im Sommer und auf der Grasbahn und will auch weg von den Samstagsterminen, die die Gastronomie auf der Anlage eh lieber für lukrativere Veranstaltungen nutzen würde. Auch dazu, so Napp, sei man in guten Gesprächen, nicht zuletzt mit dem Dachverband der Vollblutzüchter und Galopprennvereine in Köln – wo der NRRV-Vorsitzende Jan Antony Vogel Geschäftsführer ist. Als „Mann der Zahlen“, so Napp, ist er überzeugt, dass es eine Lösung im Stadtinteresse gibt, die sich auch rechnet.“













