Das hat es in der langen Historie des Qatar Prix de l’Arc de Triomphe noch nie gegeben. Zum ersten Mal überhaupt stellte ein Trainer die ersten drei Pferde im mit fünf Millionen Euro dotierten „Monstre-Rennen“ der Gruppe I über 2400 Meter und wieder hat am Ende eine Stute den „Arc“ für sich entschieden. Aidan O’Brien ist der Mann des Tages und die für Tabor, Magnier und Smith trainierte Found (106:10) die Heldin von Chantilly.
Unter Ryan Moore gewann die Galileo-Tochter, die schon als ewige Zweite zu gelten schien, vor den Trainingsgefährten Highland Reel und Order Of St George, der gut 250 Meter vor dem Ziel sogar noch einen Stopp hinnehmen musste. Nach einem Rennen aus dem Mittelfeld fand Ryan Moore zum richtigen Zeitpunkt die Lücke und stieß hindurch. Der Rest war dann Formsache, der dicke Kuss von Order Of St Georges Jockey Frankie Dettori aber auch. 2.857.000, 1.143.000 und 571.500 Euro: das sind die nackten Zahlen, die das O’Brien-Trio binnen weniger Minuten zusammengaloppiert haben. 24.320:10 zahlte die O’Brien Dreierwette. Für Aidan O’Brien (Dylan Thomas 2007) und Ryan Moore (Workforce 2010) war es jeweils der zweite Triumph im Prix de l’Arc de Triomphe.
„Es ist wirklich schwer zu glauben, dass das Rennen wirklich so ausgegangen ist. Ich hätte mir das im Leben nicht erträumt. Es ist einfach unglaublich. Und ich bin so stolz auf mein ganzes Team. Wir haben alle hart dafür gearbeitet und heute hatten wir sehr viel Glück. Drei großartige Pferde und alle von Galileo, das ist zusätzlich nochmal unglaublich. Found aber sticht heute natürlich nochmal heraus. Das war ihr vierzehnter Gruppe-I-Start. Sie hatte bislang zweimal auf der Ebene gewonnen, neunmal war sie Zweite. Dies ist erst das vierte Mal, dass sie über 2400 Meter gelaufen ist. Sie hatte letztes Jahr im Arc einen schlechten Rennverlauf, sie gewann danach den Breeder’s Cup und dann hat sie im Coronation Cup von Epsom als Zweite auch nicht schlecht ausgesehen. Dies war in diesem Jahr glaube ich wirklich der erste, ungestörte Rennverlauf, den sie hatte. Ryan Moore hat ihr einen großartigen Ritt verpasst, er war so cool. Er hat sich innen an den Rails herangeschlichen und als er sie freigelassen hat, ist sie davon geflogen. Sie hat nun Optionen in den Champions Stakes in Ascot und wieder im Breeders´ Cup. Wir werden einfach schauen, wie sie aus dem Rennen gekommen ist“, so ein überglücklicher Aidan O’Brien gegenüber GaloppOnline.de.
Der deutsche Gast, der von Jean-Pierre Carvalho trainierte Ullmann-Galopper Savoir Vivre, wurde streng auf Warten geritten und hatte lange die rote Laterne inne. Mit Erreichen der Zielgeraden kam der Adlerflug-Sohn unter Frederik Tylicki dann aber noch besser in die Partie und machte noch etliche Meter gut. Am Ende stand ein ordentlicher achter Rang. Auch für Favoriten des diesjährigen „Arcs“ lief es alles andere als wunschgemäß. Der Favorit Postponed war gleich vorne mit dabei, verschwand im Einlauf aber schnell aus dem Fokus und wurde Fünfter. Und auch der japanische Gast Makahiki war nie besser im Rennen, fiel früh aus der Partie und kam als 14. an den Pfosten.













