Kasse machen heißt es Samstag in Dresden, und dass nicht nur für die Dreijährigen im mit 52.000 dotierten BWIN BBAG Auktionsrennen Dresden über 1200 Meter sondern auch für die ältere Garnitur im als Großer Preis der Freiberger Brauerei gelaufenen Ausgleich I über 1900 Meter, bei dem der Sieger 12.000 Euro verdienen kann. Zwei bemerkenswerte Highlights an einem Tag, so ein starkes Programm findet man selbst in der Zentrale im Westen an einem Samstag zumindest selten. Von der Dotierung her steht das Auktionsrennen für die Sprinter im Mittelpunkt, auch wenn der Ausgleich I mit in der höchsten Klasse etablierten, überdurchschnittlichen Pferden den besseren Sport bietet (Zum Tagesmarkt).
Die etwas außergewöhnliche Ausschreibung des BBAG Auktionsrennens bringt es mit sich, dass hier nicht die bisher gezeigte Leistung der Teilnehmer, sondern ihr Kaufpreis das zu tragende Gewicht der Starter definiert, billige Pferde tragen wenig Gewicht, teure viel. Normalerweise versuchen Kaufleute ihre Kunden zu animieren, viel Geld auszugeben anstatt auf Schnäppchen-Jagd zu gehen, von daher ist die Ausschreibung schon grenzwertig.
Pavel Vovcenko, der Trainer von Stall Petit Philippes dreijährigem Kheleyf-Sohn Butch Cassedy, der von Filip Minarik gesteuert wird, hat Mumm mit seinem talentierten Sprinter Kasse zu machen, zumal die großartige Stallform für Vovcenko spricht, aber die Ausschreibung ärgert ihn maßlos. Und dass auch, weil seine vermutlichen Hauptgegner, die von Peter Schiergen für das Gestüt Ittlingen trainierte Kambria (Daniele Porcu), die in der Vorsaison im Iffezheimer Pendant für die Stuten über dieselbe Distanz schon einmal als Siegerin ordentlich Kasse gemacht hatte, und Axel Kleinkorres‘ Atlantik Cup (Ian Ferguson) zwei, respektive vier Kilo weniger tragen müssen.
Bei Julia Römisch Kordestan und Christan Sprengels Be My Star, den übrigen, bereits siegreichen Startern sowie Erika Mäders Part of Ireland, Claudia Barsigs Lokalmatador Speed Touch und Rainer Wernings Admiral, der als Maidenpferd mit 59 Kilo fast schon aussichtlos ins Rennen geht, sprechen die Formen nicht unbedingt dafür, dass diese fünf Gegner das Favoriten-Trio ärgern könnten.
Im Ausgleich I über 1900 Meter werden vermutlich alle Augen auf den Lokalmatador Tim Rocco aus dem Stall der Dresdner Trainerin Claudia Barsig gerichtet sein. Sechs Siege konnte der Doyen-Sohn Jahres übergreifend – davon einen auf Sand und zwei auf Ausgleich II-Niveau – vorweisen, bevor am letzten Sonntag in Hoppegarten im Top-Handicap die Serie riss. Aber als Vierter zeigte er, dass er seine für die vielen Siege recht günstige Marke kann, zumal er sogar mit einem halben Kilo Mehrgewicht antrat, was ihm allerdings der Handicapper für die Dresdner Aufgabe nicht ankreidete.
„Tim“ trifft am Samstag mit seinem dreifachen Siegreiter Michael Cadeddu auf sieben Gegnern die kaum weniger stark sind als seine Berliner Kontrahenten. Star System, der mit großartiger Iffezheimer Ausgleich I-Form anreist, Markus Klugs Agosteo, der in Baden einen Platz vor Gestüt Etzeans „Star“ auf dem dritten Rang landete, Werner Glanz‘ Motabaary – dieses Jahr Ausgleich II-Sieger und Listendritter in Ungarn und Pass The Trophy aus dem Quartier von Frank Lippitsch reisen mit guter Form nach Dresden. Andreas Löwes Winterhaucher Moscatello, Redesert und Empire Hurricane aus den Formställen von Hans-Jürgen Gröschel respektive Dr. Andreas Bolte sind trotz der zuletzt etwas schwächeren Leistungen, jederzeit dazu in der Lage, ein Top-Handicap zu gewinnen.
Eine Wettchance des Tages gibt es im dritten Rennen, dem Ausgleich III über 2000 Meter, der neun Rennen umfassenden Dresdner Samstags-Karte. Die beiden Sieglosen-Aufgaben für den Derbyjahrgang über 1500 Meter und 2000 Meter, ein weiterer Ausgleich III aber über kürzere 1500 Meter und drei Handicaps der untersten Kategorie runden das anspruchsvolle Dresdner Programm ab. Die ersten vier Rennen sind auch über die PMU zu wetten, daher die frühe Anfangszeit von 11.35 Uhr.








