Nachdem die Saisonpremiere in Magdeburg mit einem gemischten Programm von Galopp- und Trabrennen bereits ein voller Erfolg wurde, geht es am Sonntag anlässlich des 110-jährigen Bestehens des Magdeburger Renn-Vereins so richtig zur Sache. Erstmals in der Geschichte der Pferderennen im Herrenkrug wird ein Listenrennen ausgetragen. Der Magdeburger Jubiläumspreis, lange Jahre als Bavaria Preis in München-Riem gelaufen, führt über 2050 Meter und ist mit 25.000 Euro dotiert (Zum Tagesmarkt).
Zwei Gäste aus Ungarn sorgen für die internationale Note des Rennens. Als Derby- und St. Leger-Sieger blieb Quelindo im vergangenen Jahr in seiner Heimat ungeschlagen und war gleichzeitig der große Star in Budapest. Bei seinem ersten Auftritt in Deutschland konnte er als Letzter im Grand-Prix-Aufgalopp allerdings nichts bewegen, viel leichter ist es jetzt kaum. Der ein Jahr ältere Red Hot Calypso ist Quelindos Vorgänger im St. Leger und Zweiter im Derby vor zwei Jahren. Er kommt mit frischer Siegform aus Bratislava und lässt sich sehr gut nach seinem zweiten Platz aus Ebreichsdorf einschätzen. Dort blieb er vor dem Riemer Gast Action Please, einem reellen Ausgleich II-Pferd. Die ungarischen Gäste dürften im Hauptrennen einen schweren Stand haben.
Der Star in der Listenprüfung dürfte der zweimalige Gruppe-Sieger Pas de deux sein, der sich im vergangenen Jahr enorm gesteigert präsentierte und am Sonntag seinen geliebten abgetrockneten Boden vorfinden dürfte. Das sieht auch seine Trainerin Yasmin Almenräder so: „Magdeburg hat eine geschonte Bahn, das war uns sehr wichtig. Das Listenrennen ist das einzige seiner Art in Deutschland, in das Pas de deux als Gruppe-Sieger reinpasst. Wir wollten ihm als Aufbaustart ein leichtes Rennen geben und nicht nach Frankreich fahren. Das Nahziel ist ein über 2000 Meter führendes Gruppe-Rennen in Hamburg. Ich denke, er wird gut laufen und als routiniertes Pferd mit der Bahn keine Probleme bekommen.“ Sein stärkster Konkurrent dürfte Incantator aus dem Rennstall Wöhler sein.
Der Vierjährige bezwang beim Sales & Racing-Festival in Baden-Baden Pas de deux, der allerdings vier Kilo mehr trug. Jetzt stehen beide Pferde sozusagen pari. Jozef Bojko schwingt sich in den Sattel von Incantator, da zeitgleich Stalljockey Eduardo Pedroza Isfahan im Derby Italiano reitet.T raditionell sah man bislang erst wenige Litex-Pferde auf der Bahn, Trainer Miltcho Mintchev lässt es bekanntlich immer ruhig angehen. Brisanto, der dritte Gruppesieger im Rennen, konnte sich vor zwei Jahren mit dem Titel des Winterfavoriten schmücken, doch sein Aufgalopp im Kölner Listenrennen war noch nicht das Gelbe vom Ei. Man sollte allerdings nie die Bestform eines Pferdes vergessen.













