Wer hat den längsten Atem? Diese Frage sollte am Sonntag in Hoppegarten beantwortet werden, denn mit der 45. Ausgabe des Comer Group International – Oleander-Rennen (55.000 Euro) der Gruppe III über 3200 Meter wurde eines der wichtigsten Steher-Examen des Landes entschieden. Mit von der Partie waren mit Alex My Boy und Walzertakt auch die aktuell besten Extremsteher Deutschlands, doch am Sonntag ging wohlmöglich ein weiterer Stern am Steher-Himmel auf.
Zunächst wollte sich keiner der neun Teilnehmer um die die Spitze bemühen. Dabei hatte man doch noch das letztjährige Rennen vor Augen, als Ephraim das Oleander-Rennen Start-Ziel gewinnen konnte. Als es die Gerade Bahn hinunter ging, war Wasir aus dem Rennstall von Andreas Wöhler voraus und die Frage um die Tempoarbeit beantwortet. Der für Darius Racing trainierte Rail Link-Sohn, der 2015 Vierter im Deutschen St. Leger wurde, bestimmte unter Rafael Schistl nun den Takt und brachte des Feld schließlich auch in den Einlauf. Jetzt machte auch der ebenfalls von Andreas Wöhler vorbereitete Alex My Boy auf sich aufmerksam, doch Wasir ließ an der Spitze nicht nach und marschierte weiter. Alex My Boy kam unter Eduardo Pedroza nicht mehr an seinen Trainingsgefährten heran, sicherte aber den Einlauf für seinen Trainer. Von hinten kam die Außenseiterin Bebe Cherie (Markus Klug/Martin Seidl) mit viel Schwung noch auf Rang drei (Zum Video). Vierter wurde mit Rock Of Romance (Jozef Bojko) ein weiterer Starter von Andreas Wöhler, Walzertakt (Jean-Pierre Carvalho/Rene Piechulek) hatte einen guten Moment, wurde aber nur Fünfter. Für Andreas Wöhler war es der sechste Erfolg im Oleander-Rennen. Alleine in den Jahren 2012, 2013 und 2014 war es der von ihm betreute Altano, der den Berlin-Marathon drei Mal in Serie gewinnen konnte. 1996 und 1997 – damals war das Rennen noch in Iffezheim beheimatet – war es Camp David der für Wöhler gewann.
Übrigens hat Christophe Soumillon schon nach Wasirs sechstem Platz im Prix Right Royal den richtigen Riecher gehabt. „Wasir ist gut genug um ein normales Listenrennen in Frankreich oder ein Gruppe III-Rennen, wie das Oleander-Rennen, zu gewinnen“, sagte Soumillon damals. Wohl dem, die sich an Soumillons Worte erinnern konnte, denn auf den Sieg von Wasir gab es satte 170:10.













