340:10-Außenseiter gewinnt Grand National

Das Grand National in Aintree, das berühmteste Hindernisrennen der Welt schreibt immer wieder kuriose Geschichten. Und das war auch am Samstag nicht anders (Zum Video). In dem mit einer Million Pfund dotierten Gruppe III-Jagdrennen über 6907 Meter, siegte vor mehr als 70.000 Zuschauern ein Pferd, das zuvor noch nie in seinem Leben ein Jagdrennen gewonnen hatte. Es war der von Mouse Morris in Irland trainierte, im Besitz des Gigginstown House Stud stehende Rule The World, der als 340:10-Außenseiter mit sechs Längen Vorsprung gegen den Co-Favoriten The Last Samuri gewann, hinter dem weitere acht Längen zurück der längste Außenseiter (1010:10) im Feld, und gleichzeitig der mit 13 Jahren älteste der 39 Starter, Vics Canvas, als Dritter vor Gilgamboa über die Linie kam. Dabei wäre Vics Canvas nach einem schweren Fehler beim ersten Passieren von Becher’s Brook beinahe reiterlos geworden.

Damit belegten in Irland trainierte Pferde im „National“ die Plätze eins, drei und vier. Fünfter wurde mit dem „Gamble“ Goonyella ebenfalls ein irisches Pferd. Im Sattel des Siegers, und das ist eine weitere Geschichte, saß der erst 19 Jahre alte David Mullins, für den es beim ersten Grand National-Ritt überhaupt gleich zum Sieg im größten Hindernisrennen der Welt langte. David Mullins ist ein Neffe von Trainer Willie Mullins. Für Trainer Mouse Morris war es ein sehr emotionaler Erfolg, im vergangenen Jahr hatte der 65jährige seinen Sohn bei einem tragischen Unfall verloren. Ende März hatten Mouse Morris und das Gigginstown House Stud in Fairyhouse mit Rogue Angel bereits den Sieger im Irish Grand National gestellt. „Er ist ein Klassepferd, er hatte schon zwei Hüftbrüche. Wie gut müsste er sein, wenn er immer gesund gewesen wäre“, so Morris nach dem Rennen.

Weiteres Kuriosum; der spätere Sieger war erst auf dem Weg nach dem letzten Sprung bis zum Ziel erstmals an die Spitze gegangen, mit den größten Reserven konnte sich der Sulamani-Sohn, der auf der Hürdenbahn bereits ein Gruppe III-Rennen gewinnen konnte, über die schweren Sprünge aber noch sieglos war, auf dem durchlässigen Boden dann von den Gegnern absetzen. Lange hatte auch der Vorjahressieger und gemeinsam mit The Last Samuri zur Quote von 90:10 als Favorit angetretene Many Clouds in vorderer Linie gelegen, doch nach mehreren Fehlern war der Neunjährige ohne Chance, wurde am Ende auch nicht mehr bemüht, und kam als letztes der 16 Pferde, die das Rennen beendeten, über die Linie. Bereits vor dem 14. Sprung angehalten wurde der zuletzt noch in der Ascot Chase siegreiche Silviniaco Conti.

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