Der mit 155.000 Euro dotierte Große Dallmayr Preis über 2000 Meter in München-Riem ist hierzulande in jedem Jahr das Gipfeltreffen der besten deutschen Mitteldistanzler auf Gruppe-I-Niveau. Die diesjährige Besetzung lässt nichts zu wünschen übrig und sieht einige chancenreiche Kandidaten am Ablauf.
Leider stellt sich in diesem Jahr mit Waldemar Hicksts Ajalo nur ein Dreijähriger den älteren Konkurrenten und der einzige Gast, der nachgenannte Engländer Air Pilot aus dem Stall von Ralph Beckett, hat als sechsjähriger Wallach, der gerade erst sein erstes Grupperennen gewonnen hat, sicherlich nicht das Niveau früherer Gruppe-I-Cracks, die im Großen Dallmayr Preis gelaufen sind.
Der Vorjahressieger Lucky Lion (Zum Video) ist der einzige Gruppe-I-Sieger im Feld, hat allerdings Anfang April beim Saison-Comeback in Longchamp im Prix d’Harcourt auf Gruppe-II-Ebene auf Grund eines Infekts, der erst später richtig ausbrach, eine schwache Vorstellung gegeben. Seinen zweiten Jahresstart sowie Aufgalopp für das Münchener Gruppe-I-Rennen absolvierte Lucky Lion vor gut zwei Wochen in einer harmlosen F-Aufgabe über 2000 Meter in Mülheim, die er standesgemäß überlegen mit viereinhalb Längen löste. Mit Jockey Andrasch Starke hat der „Löwe“ gegenüber der Konkurrenz zudem das Trumpf-As im Sattel.
Einer der stärksten Herausforderer von Lucky Lion im Feld der übrigen neun Teilnehmer sollte Stall Salzburgs Magic Arist sein, der schon mehrfach bewiesen hat, dass er definitiv Gruppe-I-Potential hat. Trainer Jean-Pierre Carvalho schickt mit Kerosin und Guiliani zwei vierjährige Galopper ins Rennen, die auf Grand-Prix-Ebene noch sieglos sind, aber laut der Auskunft des Franzosen beide Endkampf-Kandiadaten sein sollen. Mario Hofers Nordico, in Dortmund beim vorletzten Start Gruppe III-Sieger über die Meile und Christian von der Reckes Eric, der in dieser Saison zweimal auf Gruppe-II-Ebene Dritter im Kölner Gerling Preis und zuletzt Fünfter im Hamburger Hansa-Preis, nur zwei Längen hinter der Siegerin Lovelyn, war, sollten ebenfalls Endkampf-Anwärter sein.
Stall Lucky Owners Ajalo hat zu Beginn der Saison mit den zweiten Plätzen im Krefelder Busch-Memorial (Gr.III) und im Hannoveraner Bavarian Classic (Gr.III) gezeigt, dass er zur Spitzengruppe des Derbyjahrgangs gehört und ist mit den Gewichtsvorteilen, die ein Dreijähriger um diese Zaiet noch geniesst, ebenfalls ein Teilnehmer mit guten Chancen. Zwei Stuten nehmen den Kampf gegen die Hengste auf. Ferdinand Leves Motivator-Tochter Daytona Bay und die Görlsdorferin Wunder von Trainer Markus Klug kann man allerdings lediglich Außenseiter-Chancen zutrauen. Als Fazit bleibt, dass der diesjährige Große Dallmayr Preis sehr ausgeglichen besetzt ist und somit offen wie selten zuvor erscheint (Zum Langzeitmarkt).
Im Rahmenprogramm sind im sportlich tollen Angebot besonders die beiden Listenaufgaben hervorzuheben. Im Spint über 1400 Meter wird Andreas Wöhlers Shining Emerald der gegebene Kandidat sein (Zum Langzeitmarkt) und in der Meilenprüfung für die Stuten ist Waldemar Hicksts letztjährige Guineas-Siegerin Ajaxana das zu schlagende Pferd (Zum Langzeitmarkt).
Wahrlich „Großes Kino“ gibt es für alle Rennsportfans am kommenden Sonntag beim Münchener Dallmyar-Gruppe I-Renntag!










