Wenn man sich die Rennen am Mittwoch in Vichy anschauen wollte, musste man lange wach bleiben, denn der letzte Start der Abendveranstaltung auf dem Rechtskurs erfolgte erst um 23.43 Uhr. Gut, dass das Hauptrennen des Abends, das gleichzeitig auch das Hauptrennen des gesamten Meetings in Vichy ist, bereits als dritte Prüfung um 21.10 Uhr gelaufen wurde.
Im Grand Prix de Vichy, dem mit 80.000 Europ dotierten Gruppe III-Rennen über 2000 Meter, kamen dabei sechs Pferde an den Start, unter denen sich mit Dartagnan D’Azur auch eines aus dem Stall des kürzlich verstorbenen Iffezheimer Trainers Werner Hefter befand. Der Slickly-Sohn, der im vergangenen Jahr in Lyon-Parilly mit dem Prix Andre Baboin sein erstes Grupperennen gewonnen hatte, ging unter Maxime Guyon allerdings mit einer Eventualquote von 170:10 als deutlich längster Außenseiter ins Rennen, was nach zwei schwachen Vorstellungen bei seinen ersten beiden Saisonstarts keine Überraschung war.
Und der Schimmel spielte bei der Endabrechnung letztlich auch diesmal keine Rolle. Unterwegs sah man den Sechsjährigen hinter dem späteren Sieger Elliptique und Baz an dritter Stelle galoppieren, in der Zielgeraden konnte er in der Bahnmitte aber nicht entscheidend zulegen und kam schließlich chancenlos als Sechster und damit Letzter über die Linie.
Auf dem bereits erwähnten Sieger Elliptique (44:10), einem vierjährigen New Approach-Sohn aus dem Stall von Andre Fabre, schrieb die 22jährige Amelie Foulon Geschichte, denn der bei Andre Fabre angestellten Reiterin gelang es als erste Frau, ein Grupperennen auf der Flachen in Frankreich zu gewinnen. Außerdem war es der 70. Sieg der Auszubildenden von Andre Fabre, die sich somit Jockey nennen darf. Gruppesiege von weiblichen Reiterinnen hatte es im Nachbarland bislang nur in Hindernisrennen gegeben. Hier waren Anne-Sophie Madelaine, Beatrice Marie, Nathalie Dessouter und Katie Walsh schon in Gruppeprüfungen erfolgreich.
Mit dem Hengst aus der Zucht und dem Besitz der Familie Rothschild ging Amelie Foulon sehr offensiv zu Werke, unterwegs führte sie mit bis zu sieben Längen Vorsprung auf Baz, hinter dem sich bis zu Dartagan D’Azur, der die Verfolger anführte, noch einmal eine gleich große Lücke auftat. Der Favorit Free Port Lux aus dem Stall von Freddy Head war unterwegs an vorletzter Stelle auszumachen.
Als es in die Zielgeraden ging, rückte das Feld zwar etwas näher zusammen, aber Amelie Foulon dirigierte Elliptique, der als Zweijähriger mit dem Prix de Conde (Gr.III) in Longchamp bereits auf Gruppe-Parkett erfolgreich gewesen war, ganz an die Außenseite, dort stiefelte der Hengst immer weiter, und kam auch durch den Angriff der einzigen Stute im Feld, Damien de Watrigants Mambomiss, nicht wirklich in Gefahr. Auf der Linie hatte Elliptique einen Vorteil von eineinviertel Längen. Eindreiviertel Längen hinter Mambomiss kam Meadow Creek, ein Trainingsgefährte des Siegers, als Dritter vor Baz und dem enttäuschenden Free Port Lux über die Linie. Letzterer fand nie entscheidend ins Rennen.
Für Andre Fabre war es der vierte Sieg im Grand Prix de Vichy nach Danae de Brule (1991), Victory Cry (1999) und Bailador (2004). Letztgenannter war wie Elliptique in Rothschild-Farben erfolgreich. Im vergangenen Jahr hatte Fabres Monsun-Sohn Ocovango als favorit im Grand Prix de Vichy enttäuscht, als er nur Siebter wurde.









