Besser hätten sich Peter Gaul, Ex-Präsident des Badischen Rennvereins Mannheim-Seckenheim, und seine Frau Gabriele den Renntag um das 112. Große Heinrich Vetter-Badenia-Jagdrennen, die mit 14.000 Euro dotierte Listenprüfung über weite 4200 Meter am Freitag auf der Waldrennbahn wohl nicht vorstellen können. Denn der im Besitz von Gabriele Gaul stehende, und von Christian von der Recke trainierte Secret Edge, gewann die Steeplechase unter Jockey Michael Huber nach einem wahren Thriller.
Das Feld, das unterwegs von Summernight Sky, und Audientia angeführt wurde, blieb sehr lange, sehr dicht beieinander. Als es zum letzten Mal in die Zielgerade ging, konnte man nicht sagen, wer dieses Rennen gewinnen würde. Im Schlussbogen war der Favorit Falconettei nach vorne gegangen, doch als der letzte Sprung anstand, lagen vier Pferde auf einer Linie.
Als Erster kam dabei Supervisor vom Sprung weg, und es sah schon nach einem Erfolg für den elfjährigen Routinier von Cornelia Schmock aus. Doch dann drehte an der Innenseite der Vorjahreszweite Secret Edge, ein Tobougg-Sohn, der am Toto bei 78:10 notierte, noch riesig auf, und kam sicher mit eineinhalb Längen in Vorteil. Für Supervisor und Falconettei blieben da nur die Plätze zwei, bzw. drei.
Es war fast so etwas wie ein Tag der Bahnspezialisten an diesem Renntag, denn man sah viele Pferde auf den ersten Plätzen, die schon mehrfach auf dem Rechtskurs in Baden-Württemberg erfolgreich waren. So auch im wichtigsten Flachrennen des Tages, dem Ausgleich II über 1900 Meter, den sich Beagle Boy aus dem Stall von Besitzertrainer Christian Peterschmitt holte. Unter Fabian Xaver Weißmeier verwies der 29:10-Favorit Sascha Smrczeks Super Kenny überlegen mit sechs Längen Vorsprung auf den zweiten Platz. Dritter wurde Markus Klugs Turmalina. Für Beagle Boy war es beim vierten Mannheim-Start der dritte Sieg.
Ebenfalls zum dritten Mal zum Zuge kam in Mannheim die von Reiner Werning trainierte Charlize. Doch brauchte die ultra-beständige Captain Rio-Tochter für ihre drei Siege in Seckenheim nur drei Starts. Soll heißen, die fünfjährige Fuchsstute ist auf der Waldrennbahn noch ungeschlagen. Musste sie Ende März, als sie in Mannheim bereits einen Ausgleich III gewann, noch kämpfen, so konnten sich die Wetter der Stute diesmal schon zeitig auf den Weg zum Auszahlschalter machen, denn die Stute, die wie bei ihrem letzten Sieg von Micky Cadeddu geritten wurde, siegte hochüberlegen mit sechs Längen Vorsprung. Für Charlize war es bereits der dritte Saisonsieg, ihr Trainer, der sich aktuell in Spanien befindet, wurde von Sohn Pascal Jonathan vertreten.
Das Dreijährigenrennen, eine Seltenheit in Mannheim, ging nicht unerwartet an die von Henk Grewe trainierte Karlshoferin Let’s Dance, was einen weiteren Sieg für Micky Cadeddu bedeutete. „Sie hat genauso überlegen gewonnen, wie wir uns das im Vorfeld erhofft haben. In München war die Taktik viel zu defensiv und somit kam es zu der überraschenden Niederlage vor zwei Wochen. Die Stute läuft nun, so wie es immer geplant war, in den italienischen Oaks. Sollten dort die Trauben zu hoch hängen, machen wir danach halt wieder in kleineren Aufgaben weiter“, ließ Holger Faust vom Gestüt Karlshof verlauten. Als Racing Manager für Darius Racing konnte sich Faust auch über den Sieg der aus England importierten Panatella freuen, die im Maidenrennen über 1900 Meter erfolgreich war. Auch hier hieß der Siegreiter Micky Cadeddu. Mit Rihanna und Ciocco Sam sah man in den letzten beiden Rennen ebenfalls Bahnspezialisten als Sieger.










