Die oberste britische Rennsport-Behörde, die British Horseracing Authority (BHA), hat am Dienstag dieser Woche deutlich strengere Doping-Regeln einschließlich einer Null-Toleranz-Position in Bezug auf den Gebrauch anaboler Steroide für den Galopprennsport auf der Insel veröffentlicht. Die Bestimmungen sollen ab dem 2. März in Kraft treten.
Das Ziel der neuen Politik ist eine Konsequenz im Sog des Doping-Skandals von Godolphins Ex-Trainer Mahmood Al Zarooni und dessen Acht-Jahre-Sperre sowie Trainer Gerard Butlers Fünf-Jahre-Verbannung vom Rennsport als Strafe für die Verabreichung verbotener Substanzen an Pferde, für die sie die Verantwortung trugen. Die hohen Strafen in Folge dieser Vergehen hatten den britischen Rennsport tief erschüttert. Die neuen Bestimmungen sollen die Briten vor den größten Bedrohungen des gesamten internationalen Sports mehr absichern.
Eine der neuen Regeln besagt, dass Pferde, bei denen die Steroide entdeckt worden sind, vierzehn Monate gesperrt werden – früher sechs Monate – und es generell verboten ist, dass Vollblüter an jedem Punkt ihres Lebens mit diesen Substanzen in Kontakt kommen.
Alle Galopper müssen zu jeder Zeit für Kontrollen verfügbar sein, egal, wo sie sich aufhalten. Internationale Pferde müssen zehn Tage vor ihrem Start eingereist sein, um sie rechtzeitig testen zu können. Ausgeschlossen von dieser Regel sind Galopper aus Irland, Frankreich und Deutschland auf Grund der resoluten Anti-Doping-Politik in diesen Ländern. Ein Führer mit den neuen Regeln ist bereits online veröffentlicht worden und allen Verwaltungen der Rennsport-Länder zugegangen.
Deutschland nimmt im Bezug auf null Toleranz, aber auch im Kampf gegen Doping schon seit längerer Zeit eine Vorreiter-Stellung ein. Doch bei aller Konsequenz sind auch bei uns in der jüngeren Vergangenheit sehr bedauerliche Vergehen zu verzeichnen gewesen. Berlin Berlins Hansa Preis-Disqualifikation von vor zwei Jahren war die aufsehenerregendste, weil sie auf Gruppe II-Niveau stattfand. Aber auch die diesjährigen Aberkennungen der Siege von Air Attack und Amadea waren sehr ärgerlich.
Immer wieder wurde von den Betroffenen bemängelt, dass die nur in geringer Dosis gefundenen jeweiligen Mittel im Mutterland des Rennsports niemals zu einer Disqualifikation geführt hätten. Jetzt gilt bei uns dieses Argument nicht mehr, denn auch in England ist ab März Schluss mit „einem Auge zudrücken“. Null Toleranz gilt endlich auch in dem Land, das in Sachen Rennsport, aber auch in anderen Bereichen gerne und oft auch zu Recht eine Beispiel-Funktion eingenommen hatte.
BHA-Chef Nick Rust sagte: „Diese Veröffentlichung bedeutet einen weiteren Meilenstein für beides. Den britischen Rennsport und die Zusammenarbeit der internationalen Galoppsport-Gemeinde. Die Ereignisse des Jahres 2013 haben dazu geführt, das die BHA sich sicher war, an der Spitze eines kritischen Themas nicht nur im Rennsport, sondern allgemein im modernen Sport verblieben zu sein. Die Null-Toleranz-Position gegen Missbrauch ist die notwendige Verbesserung aus dieser Erkenntnis.
Null Toleranz bedeutet, dass ein Pferd zu keiner Zeit in seinem Leben mit anabolen Steroiden behandelt worden sein darf. Durch die Einführung von Minimum-Standards übernehmen wir nun eine Führungsrolle im Kampf gegen illegale, leistungsstärkende Mittel, doch wir sind noch nicht am Ende des Prozesses. Wir werden mit aller Kraft den Kampf fortsetzen und hoffen, dass uns andere Länder mit strengen Vorschriften folgen werden.“












