Flintshire triumphiert in der „Vase“ – Unglücklicher Empoli

Der Dansili-Sohn Flintshire aus dem Quartier von Andre Fabre hat sich unter Maxime Guyon die mit 16,5 Millionen Hong Kong Dollar dotierte Hong Kong Vase (Gr.I) über 2400 Meter mit einer halben Länge gegen den zum Schluss noch gefährlich heran stürmenden Mitfavoriten und Lokalmatadoren Willi Cazals (Tony Cruz/Doug Whyte) sowie den lange führenden Außenseiter Khaya, der knapp vor Vorjahressieger Dominant durch Ziel kam, geholt. Flintshire kam nach drei zweiten Gruppe I-Platzierungen in diesem Jahr zum seinem ersten verdienten diesjährigen Gruppe I-Treffer und zweiten insgesamt.

Als Dreijähriger hatte er bereits letzte Saison den Grand Prix de Paris (Gr.I) in Longchamp für seinen Besitzer und Züchter Khalid Abdullah gewonnen, doch zuletzt sowohl im „Arc“ hinter der famosen Treve, als auch im Breeders‘ Cup Turf hinter Main Sequence mit dem Ehrenplatz auf Gruppe I-Ebene vorlieb nehmen müssen.

Vor dem Hong Kong Sprint, der als nächstes Rennen gelaufen wurde, gab es in der Hong Kong Vase (Gr.I) für die Zuschauer schon einmal einen Vorgeschmack auf den Sprint während der International Races in Sha Tin, denn die „Vase“ entwickelte sich im Einlauf zu einer reinen Flitzer-Aufgabe.

Bei äußerst flauer Fahrt ging das 11er Feld angeführt von Khaya auf die Reise der 2400 Meter Distanz der Hong Kong Vase und Einer musste das Rennen sogar von ganz hinten aufnehmen. Unser Vertreter Empoli aus dem Stall von Peter Schiergen stutzte und stieg nach dem Öffnen seiner Startbox und versäumte sich zunächst am Start. Bei dem sehr langsamen Tempo hatte er zwar schnell Anschluss, aber mehr Boden gutmachen konnte er bis in die Gerade nicht, in die er immer noch als Letzter einbog. Im Einlauf konnte der Halling-Sohn nur noch ein paar Plätze gut machen und passierte als weit geschlagener Achter den Zielpfosten.

„Gestiegen am Start und dann kein Tempo, trotzdem konnte ich auch unterwegs keinen Boden gut machen. In die Gerade hinein gab es dann nur ein Spritzerrennen, das war schon alles sehr unglücklich“, teilte Empolis Steuermann Adrie de Vries GaloppOnline 30 Minuten nach der der Gruppe I-Prüfung enttäuscht mit.

Die 400 Meter-Zeiten bis in den Einlauf von jeweils über 26 Sekunden bewiesen, was Peter Schiergen am Telefon nach dem Rennen deutlich machte. „Empoli ist am Start gestiegen und dadurch verspätet abgesprungen. Obwohl das Rennen auch für eine 2400 Meter-Aufgabe extrem langsam gelaufen wurde, kam Adrie nie mit ihm ins Rennen. Keine Chance! Vor ihm fast nur pullende Pferde unter Jockeys, die alle still saßen. Im Einlauf gab es dann eine Sprint-Prüfung, das kann Empoli nicht.“, sagte der Kölner Trainer gegenüber GaloppOnline.

Der Sieger Flintshire ließ sich dagegen von Maxime Guyon fahren wie ein Auto. Unterwegs begleitet von seinem Teamkollegen, dem zweiten Favoriten und diesjährigen Doncaster Leger-Dritten Snow Sky, der im Ziel Siebter wurde, aus dem Stall von Michael Stoute, ging er stets relaxt in der Hand seines Reiters an sechster, siebter Position. Im Einlauf ergriff er sofort die Iniative und hatte Khaya rasch im Griff. Richtig zu beeindrucken war der Dansili-Sohn aus dem Besitz von Khalid Abdullah bis zum Zielpfosten dann von keinem Gegner mehr.

Teddy Grimhope, der Repräsentant von Khalid Abdullah, schwärmte vom ersten Sieg seines Chefs während der International Races in Sha Tin in einer ersten Stellungnahme: „Ein wirklich wichtiger Sieg, wir sind alle total begeistert und aufgeregt. Mit Polish Summer und Cityscape hatten wir es knapp verpasst, und jetzt dieser Treffer, es ist phantastisch. Wir hätten uns natürlich mehr Pace gewünscht, aber Flintshire hat super beschleunigt, als ihn Maxime gefragt hat. Flintshire wird nächstes Jahr im Training bleiben und wir streben mit ihm eine große internationale Gruppe I-Kampagne an.“

Ed Dunlop meinte zum schwächeren Abschneiden des Melbourne Cup-Zweiten und vierten Favoriten Red Cadeaux, der als Sechster endete, dass die schwache Pace gegen seinen Schützling gezählt hätte. „Er ist ein Melbourne Cup-Zweiter und bestimmt kein 400 Meter-Sprinter, ich bin stolz auf ihn, er ist sehr gut gelaufen“, fügte er hinzu.

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