Ivanhowe vor dem Abflug nach Japan

Nach dem Cup ist vor dem Cup. Oder so in der Art. Der Melbourne Cup ist Geschichte. Jetzt kommt der Japan Cup. Der nächste Cup, in dem Deutschland einen Coup landen will. Doch während die Chancen von Protectionist schon vor dem Gruppe I-Handicap in Melbourne als gut eingeschätzt wurden, wird Ivanhowe am 30. November als klarer Außenseiter in die Boxen des höchstdotierten Rennen Asiens einrücken.

Das macht aber nichts. 1995 hatte auch niemand mit Lando gerechnet. Vor 19 Jahren markierte der Ittlinger nach Star Appeals Arc-Sieg 1979 den nächsten ganz großen internationalen Treffer der deutschen Vollblutzucht. Also blickt das Team Schlenderhan um Trainer Jean-Pierre Carvalho positiv Richtung Tokio. 

Am Montag absolvierte der zweifache Gruppe I-Sieger Ivanhowe auf der privaten Trainingsanlage der Familie Ullmann seinen letzten wichtigen Galopp auf heimischem Boden. An Bord des Soldier Hollow-Sohnes war mit Filip Minarik der Mann, der bereits im Sattel saß, als Ivanhowe sensationell Sea The Moon im Großen Preis von Baden keinerlei Chancen ließ. Minarik ist auch der Mann, der im Sattel sitzen wird, wenn sich am 30. November in den frühen Morgenstunden deutscher Zeit die Boxen für eines der höchstdotierten Rennen der Welt öffnen (Zum Langzeitmarkt).

Ivanhowe wird bereits am Mittwoch nach Tokio fliegen, Jockey Filip Minarik eine Woche später seine Reise in das Land der aufgehenden Sonne antreten. Doch Europa hat in Japans Prestige-Rennen einen schweren Stand. Zumindest in Europa trainierte Pferde. Der letzte Euro-Sieg liegt bereits neun Jahre zurück (2005 Alkaased). Auch zuvor siegten seit Lando 1995 nur Singspiel (1996), Pilsudski (1997) und Falbrav (2002) für den alten Kontinent. Bei den Jockeys ist die Euro-Bilanz da schon deutlich besser: 5 der letzten 10 Cups gingen an europäische Reiter. Im Vorjahr siegte Protectionist-Jockey Ryan Moore mit Gentildonna.

Die Ausnahmestute peilt ihren dritten Japan Cup-Triumph in Folge an, was zugleich den fünften Stutensieg in den letzten sechs Austragungen bedeuten würde. Bei RaceBets ist der Kurs auf Gentildonna in den letzten Wochen immer weiter gefallen, die 80:10 von vor zwei Wochen haben sich mittlerweile fast halbiert. In der Favoritenrolle steht die Stute allerdings nicht. Das ist mit Harp Star aber eine weitere Lady im mit Gruppe I-Siegern nur so gespickten Feld (Zum Spezial).

Der Kurs auf Ivanhowe ist zu Wochenbeginn noch einmal gestiegen. Mittlerweile gibt es 260:10 auf einen Treffer des Schlenderhaners in Japan. Im „Japan Cup Spezial“ von RaceBets lässt sich sogar bewetten, dass der Soldier Hollow-Sohn unter den ersten sechs ins Ziel des 2400 Meter-Rennens kommen wird. Allein das zeigt, wie stark der Japan Cup 2014 besetzt ist.

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